Mannheimer Morgen

Jungadler-Trainer Helmut de Raaf schaut mehr auf die Entwicklung der Talente / Teilnahme an Turnieren in Kanada

"Die Play-offs sind wie eine Lotterie"


Dass die Mannheimer Jungadler in der Deutschen Eishockey-Nachwuchsliga (DNL) an der Spitze stehen, ist kein ungewohntes Bild. Dennoch ist die Tabellenführung der Blau-Weiß-Roten mit 22 Punkten Vorsprung auf Rosenheim diesmal etwas Besonderes, stellt man doch das jüngste Team der Liga. Trainer Helmut de Raaf hatte nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen würde, wie er im Interview mit unserer Zeitung betont. Ab heute treten die Jungadler beim Midget-Kiwanis-Turnier im kanadischen Gatineau an, bevor sie ab dem 11. Januar zum sechsten Mal beim Turnier in Drummondville zu Gast sind.

In dieser Saison sind die Jungadler das jüngste DNL-Team und stehen dennoch wieder ganz oben. Das konnte man nicht erwarten, oder?

Helmut de Raaf: Ich bin selbst überrascht, denn vor dieser Saison haben wir ganz klar die Priorität darauf gelegt, jüngere Spieler zu fördern und haben Spieler aus dem Jahrgang 1995 herangeführt. Durch das Einfrieren der Jahrgänge treffen in der Liga jetzt 15-Jährige auf 19-Jährige. Ich hatte erwartet, dass wir so um Platz vier mitspielen können.

Die Konkurrenten setzen vermehrt auf ältere Jahrgänge. Einige hatten sich ausgerechnet, diesmal vor den Jungadlern stehen zu können.

De Raaf: Nach dem ersten Wochenende in Berlin, wo wir nicht gewinnen konnten, wurde diese Hoffnung genährt, allerdings ist ein schlechter Start bei uns nicht untypisch. Wir hatten sieben Jungs im Kader, die noch nie in der DNL gespielt haben. Dennoch hätte ich Krefeld klar vor uns erwartet, weil es mit einem erfahrenen Kader aus der vergangenen Saison antritt. Doch wir wurden von Spiel zu Spiel stabiler.

Ist es eine Überraschung, dass sich die Spieler aus dem 95er Jahrgang so gut eingefügt haben?

De Raaf: Wir haben mittlerweile acht Jungs aus diesem Jahrgang bei uns im Training, mit Tim Bender, Yannik Möser, Frederik Tiffels, Leon Draisaitl, Dominik Kahun und Erik Gollenbeck haben schon sechs von ihnen DNL-Einsätze bekommen. Wobei hier sicher Frederik Tiffels hervorsticht, der bisher alle 30 Partien absolviert hat und dabei fast eine Quote von einem Punkt pro Partie aufweist oder auch Tim Bender, der bereits 27 Mal auf dem Eis stand.

Wie lautet das Saisonziel?

De Raaf: Uns ist es wichtig, unsere Spieler weiterzuentwickeln, und da sind für mich die 36 Hauptrundenspiele wichtiger, weil man dort eine kontinuierliche Entwicklung sieht. In den Play-offs brauchst du dagegen immer auch Glück. Das hat dann etwas mehr von einer Lotterie.

Zur Vorbereitung auf den Saisonendspurt geht es wieder ins Eishockey-Mutterland Kanada.

De Raaf: Wir haben lange überlegt und uns dann dazu entschieden, wieder bei den Turnieren in Gatineau und Drummondville anzutreten. Ich denke, unser junges Team ist wettbewerbsfähig. Es ist eine gute Vorbereitung auf die Play-offs. Ein Höhepunkt wird dabei beim Turnier in Gatineau das Freitagabendspiel gegen das Heimteam der Outaouais Intrépides in der Haupthalle vor mehr als 4000 Zuschauern sein.