Mit einem verdienten 7:4-Auswärtserfolg über den EV Ravensburg haben die Eisbären einen guten Start ins neue Jahr verbuchen können und sich auf den 3. Tabellenplatz geschoben. Angeführt vom 3-fachen Torschützen Thomas Korte, der für dieses Spiel von der Trainerbank auf das Eis wechselte, sorgten Tim Brenner, Sho Kawacki, Patrick Patschull und Martin Nikolov für die Entscheidung.
Dabei begann das Jahr für die Eisbären äußerst unbefriedigend. Zunächst musste man aus privaten Gründen auf einige Akteure verzichten, dann sorgten einige Krankmeldungen für eine weitere Kaderdezimierung. So entschloss sich Coach Thomas Korte wie im Vorjahr für das Spiel in Ravensburg, die Taktiktafel gegen die Schlittschuhe zu tauschen, um zumindest drei volle Reihen und einen Torhüter für die Partie aufbieten zu können. So kam Richard Drewniak zu seinem zweiten Einsatz an der Bande und auch Goalie Marcel König feierte seinen ersten Einsatz von Beginn an.

Die nächste Hiobsbotschaft folgte beim Erhalt der gegnerischen Aufstellung, die zu diesem Spiel ganze 21 Spieler zur Verfügung hatten.
Den ganzen Umständen zum Trotz war man im Eisbären-Lager gewillt, entgegen allen Widrigkeiten das vermeintliche Pflichtprogramm beim Tabellenschlusslicht zu erfüllen. Doch die Hiobsbotschaften setzen sich direkt in der ersten Spielminute fort, als Alexander Rosentritt nur Sekunden nach dem ersten Wechsel schmerzverzerrt auf dem Eis liegen blieb und mit der Trage heruntergebracht werden musste. Die Knieschiebe war nach einem Kontakt mit einem Gegenspieler herausgesprungen, konnte jedoch schnell vor Ort wieder in seine ursprüngliche Position zurückgebracht werden. Die erste Untersuchung im Krankenhaus brachte keine tiefergehende Verletzung zu Tage, es bleibt zu hoffen, dass dies durch das noch ausstehende MRT bestätigt werden wird.

So waren die Eisbären gezwungen, die ganze Aufstellung schon nach wenigen Sekunden auf den Kopf zu stellen, was sich spielerisch zunächst deutlich zeigte. Die Gastgeber engagiert zu Werke, nutzen Abstimmungsfehler aus und gingen nicht unverdient früh in Führung (4.). Keine Minute später war jedoch auf Kapitän Brenner verlass, der für die Eisbären ausgleichen konnte. Die Eisbären waren jedoch weiter nicht konzentriert genug, so dass vor dem eigenen Tor die Scheibe nicht sauber geklärt wurde, Ravensburg nahm dankend an und ging erneut in Führung (7.). Die ersten ernsten Versuche, über spielerische Qualität das Spiel an sich zu reißen, sollte nicht von Erfolg gekrönt sein, denn ein Querpass an der gegnerischen blauen Linie fing der EVR ab und vollendete den Konter mit dem 3:1 (10.). Ein denkbar undankbarer Einstand für König, den seine Vorderleute zu diesem Zeitpunkt im Stich ließen, so dass er bei den drei Gegentreffern bislang chancenlos war. Nun konnten sich die Eisbären aber langsam fangen und die EVR-Abwehr durch schnelles Kombinationsspiel zu Fehlern zwingen. Diese mündeten zunächst in Strafzeiten, dessen ECE-Powerplay schnell zum Erfolg führte. Bei der ersten Strafe des Spiels dauerte es gerade einmal 16 Sekunden, ehe Korte seinen Einsatz auf dem Eis mit einem Treffer bestätigen konnte (12.). Kurz darauf folgte das nächste Powerplay, in dem sich die Eisbären vor dem EVR Gehäuse festsetzten und kurz vor Ablauf der Strafe zum Erfolg durch Kawachi kamen (15.), und das Ergebnis zum 3:3 ausglichen, ehe es kurz darauf in die erste Pause ging.

Nachdem man sich nun sammeln konnte und sich noch vor der Pause ins Spiel zurück gekämpft hatte, fiel das Mitteldrittel deutlich ansehnlicher aus. Während die Eisbären sich Chance um Chance erkämpften und dabei auch spielerisch Glanzpunkte setzen, waren die Gastgeber nahezu chancenlos. Den Lohn für diesen Einsatz ernteten die Eisbären in Form der beiden Treffer durch Patschull (23.) und Nikolov (34.), die aus dem ursprünglichen 2-Tore Rückstand nach zehn Minuten eine 2-Tore-Führung nach 40 Minuten herstellten.

Im letzten Drittel war man sich im Eisbären-Lager einig, diese Führung zu verteidigen und sich nicht durch ein frühes Gegentor in Bedrängnis bringen zu lassen. Durch die etwas defensivere Ausrichtung kamen die Gastgeber zwar nun zu einigen Chancen, doch König im ECE-Kasten konnte sich nun auszeichnen und den Vorsprung seiner Farben verteidigen. Beim nächsten Powerplay der Eisbären schnürte man die Gastgeber erneut in deren Drittel fest, verpasste jedoch zunächst die Vorentscheidung. Dies wurde kurz nach Ablauf der Strafe jedoch von Korte korrigiert, der eine mustergültige Vorlage zum 6:3 aus Eisbären-Sicht verwandeln konnte (52.). So konnte man dem Anschlusstreffer drei Minuten später gelassen entgegentreten, nachdem ein Schuss von der blauen Linie unglücklich abgefälscht den Weg ins Tor gefunden hatte (56.). Um bei den Gastgebern jedoch keine Euphorie aufkommen zu lassen, spielten sich die Eisbären in der Folgeminute in einen kleinen Offensiv-Rausch, ließen die EVR-Abwehr teilweise links liegen und befeuerten das gegnerische Tor, bis ein schön raus gespielter Angriff erneut durch Korte zur schnellen Antwort verwertet wurde (56., 4:7.). In den Folgeminuten plätscherte das Spiel nun etwas dem Ende entgegen, so dass sich die Eisbären am Ende als verdienter Sieger feiern lassen konnten.

Da das Schiedsrichtergespann in dieser Partie eine sehr freizügige Linie vorgab, gab es nach einigen ungeahndeten Aktionen Seitens der Gastgeber noch Bedarf, diesen in Form einer kleinen Showeinlage auszufighten. Dies führte nach der durchaus fairen Partie, bei der die Eisbären keine einzige Unterzahlsituation provozierten, zu einer Spieldauerstrafe gegen die beiden Protagonisten, so dass Sören Gerber bei der kommenden Partie gesperrt sein wird. Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Eisbären nach gut zwei Monaten erstmals wieder ein Heimspiel bestreiten werden, doppelt ärgerlich. Nichts desto trotz freut sich der ECE auf das dritte Eisbären-Duell gegen Heilbronn, bei dem es unerwartet ein Aufeinandertreffen zweier Tabellennachbarn, nämlich Dritter gegen Zweiter kommen wird.