Deftige Schlappe

EISHOCKEY: Adler unterliegen Kölner Haien 2:6


VON VOLKER ENDRES


Mannheim. Deftige Heimniederlage für die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey Liga. Nach zuletzt zwei Siegen unterlagen die Mannheimer gestern den Kölner Haien verdient mit 2:6 (0:2, 2:2, 0:2).

Die Adler erhielten eine Lehrstunde in Sachen Überzahleffizienz. Die hatte Trainer Sean Simpson unter der Woche von seiner Mannschaft gefordert. Die Kölner Haie zeigten, wie es funktioniert, münzten ihre ersten drei Überzahlspiele jeweils in Tore um. Spätestens das 2:5 (50.) durch Benjamin Hanowski war dabei die Vorentscheidung.Lag es an der achtminütigen Verzögerung vor dem ersten Bully? Zunächst gedachte die Halle des gestern verstorbenen deutschen Eishockeydenkmals Lorenz Funk, dann versagte die Hallenbeleuchtung – die Adler kamen auf alle Fälle nicht auf Betriebstemperatur, zeigten ein ganz schwaches Anfangsdrittel. Der Pfostentreffer durch Marcel Goc (19.) war ihre größte Chance. Immer wieder fehlte die letzte Präzision, sprangen die Pucks bei der Scheibenannahme zu weit vom eigenen Schläger.

Die Haie gingen daher mit einer verdienten 2:0-Führung in die Pause. Schnell, schnörkellos und vor allem Präzise zogen sie vor das Mannheimer Tor. Zwei Mal (9. ,15.) bezwang dabei Blair Jones den chancenlosen Dennis Endras, beide Male hatte Sebastian Uvira dazu die Vorarbeit geleistet.

Erst im zweiten Abschnitt zeigten die Adler Feuer. Das lag auch daran, dass Trainer Sean Simpson seine Sturmreihen umgestellt hatte. Devin Setoguchi rückte für Youngster Phil Hungerecker in den Paradesturm zu Luke Adam und Chad Kolarik und traf prompt zum Anschluss (24.). Christoph Ullmann nahm die Position in der vierten Sturmreihe ein und Hungerecker rückte zu Marcel Goc und Marcus Kink auf. Ausgerechnet Mannschaftskapitän Markus Kink stoppte den Sturmlauf der Adler. Seine beiden unnötigen Strafen (27, 36.) nutzten die Haie prompt.

Ryan Jones (28.) und Frederik Eriksson (37.) bauten die Gästeführung wieder aus. In Kink nagte es spürbar. Er übernahm deshalb die Verantwortung, als die Schiedsrichter eine Minute vor der zweiten Drittelpause auf Penalty entschieden. Kölns Philip Uvira war der Schläger zerbrochen und er feuerte sein Spielgerät vorschriftsmäßig in die Bande. Von dort rutschte er aber zurück ins Spielgeschehen – ein kurioser Pfiff, aber Kink verkürzte humorlos.

Im Schlussdrittel hatte sich die Haie wieder gefangen, ließen kaum noch etwas zu, nutzten ihre Überzahlchancen und konterten die Adler aus.

So spielten sie
Adler Mannheim: Endras - Reul, Johnson; Carle, Akdag; Larkin, Colaiacovo; Nikolai Goc - Kink, Marcel Goc, Ullmann; Kolarik, Adam, Hungerecker; Sparre, Festerling, Wolf; Setoguchi, Raedeke, Plachta
Kölner Haie: Wesslau - Ehrhoff, Sulzer; Eriksson, Potter; Müller, Lalonde - Gogulla, Hospelt, Ryan Jones; Hanowski, Schütz, Shugg; Uvira, Blair Jones, Krämmer; Wruck, Mulock, Latta
Tore: 0:1 Blair Jones (Uvira) 8.56, 0:2 Blair Jones (Uvira) 27.50, 1:2 Setoguchi (Colaiacovo) 23.47, 1:3 Ryan Jones (Blair Jones) 27.31, 1:4 Eriksson (Hospelt) 36.25, 2:4 Kink/Penalty 39.00, 2:5 Hanowski (Schütz) 49.25, 2:6 Schütz 56.12 - Strafminuten: 10 - 6 - Beste Spieler: Endras, Wolf, Marcel Goc – Blair Jones, Wesslau, - Zuschauer: 13.231 - Schiedsrichter: Rohatsch (Lindau)/Schütz (Bad Aibling).

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