Charaktertest für Adler

Mannheim. In Sean Simpson, Trainer der Adler Mannheim, brodelte es. „Ich bin super enttäuscht“, bekannte er nach dem 2:6 zu Hause gegen die Kölner Haie. Dabei war es noch nicht einmal die Niederlage selbst, die dem 57-Jährigen die Laune verhagelte, sondern er bemängelte viel mehr die Einstellung seiner Spieler. „So wollen wir uns nicht präsentieren.“

Die Akteure wussten das, zeigten sich vor allem über das erste Drittel zerknirscht. „Wir haben als Gruppe nicht gut funktioniert“, analysierte Rückkehrer Devin Setoguchi. Der 30-Jährige verlebte eine aufregende Woche, war nach dem Düsseldorf-Spiel zu seiner Frau nach Nordamerika geflogen, freute sich über die Geburt von Sohn Matteo. Nach seiner Rückkehr machte er die Partie gegen Köln mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 zu Beginn des zweiten Drittels wieder spannend. „Mit dem Druck wie im zweiten Drittel wollten wir das Spiel eigentlich beginnen.“ Genau das bemängelte Trainer Simpson: „Wir haben es in dieser Saison bislang noch nicht geschafft, 60 Minuten konstant gut zu spielen.“ Er rief deshalb die heutige Partie bei den Eisbären Berlin (14 Uhr) schon zum Charaktertest aus. „Die Spieler entscheiden jetzt, wie es mit unserer Saison weitergeht. Wenn es uns gelingt, mehr zu investieren, dann können wir eine super Saison haben. Wenn nicht, haben wir weiter Höhen und Tiefen.“

Heute wird Simpson außer auf Ryan MacMurchy auch auf Brent Raedke verzichten müssen. Über Art und Schwere der Verletzung wusste Simpson noch nichts zu sagen. „Er wird erst noch untersucht.“ Doch auch mit nur elf gesunden Angreifern erwartet er eine stürmische Adlermannschaft.env

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