Frische und Tempo fehlen

Eishockey: Die Mannheimer Adler verlieren ihr Heimspiel vor ausverkauftem Haus gegen die Schwenninger Wild Wings mit 2:4.

Die Mannschaft von Trainer Bill Stewart begeistert nur im ersten Drittel. Danach glückt ihr kein Tor mehr.


Von Andre Dinzler

Mannheim. Fröhliche Weihnachten? Nicht bei den Mannheimer Adlern: Beim stimmungsvollen „Spiel der leuchtenden Herzen“ trugen die Mannen von Trainer Bill Stewart wenig zum Gelingen bei: Das prestigeträchtige Derby gegen die Schwenninger Wild Wings ging 2:4 (2:1, 0:1, 0:2) verloren.

„Im ersten Drittel waren wir sehr schnell und hatten das Momentum auf unserer Seite. Danach haben wir zu viele Strafzeiten bekommen und nicht clever genug gespielt“, sagte Stewart. „Ich bin zufrieden, mit welcher Leidenschaft das Team aufgetreten ist. Aber wir haben natürlich wieder keine Punkte geholt.“

Es ist schwer, die Leistung der Adler in Worte zu fassen. Die Einstellung stimmt, der Einsatz stimmt, der Wille stimmt – was allerdings nicht passt, sind die gedankliche Frische und vor allem die Geschwindigkeit in den Bewegungen. Eklatant, wie gestern mit zunehmender Spieldauer die Schwenninger spritziger wirkten und die Adler abbauten. Logisch, dass mit dem Fehlen der körperlichen Frische ein Mehr an Frustration und Strafen einhergehen. Punkte, die letztlich dazu führen, dass die Mannheimer Spiele verlieren, die sie gar nicht verlieren müssten, vor allem nicht nach so einem ersten Drittel wie gestern.

Die Adler spielten 20 Minuten so, wie die Fans und der Trainer es erwarten: hart am Mann, mit viel Leidenschaft – und erfolgreich. Und dies, obwohl sie ab der neunten Minute ohne Verteidiger Sinan Akdag weitermachten, der nach einem Foul an Dominik Bittner mit einer Spieldauerstrafe vom Eis ging.

Die Schwenninger nutzten die folgende Überzahl zur Führung durch Hult (12). Keine zwei Minuten später schlugen die Adler zurück. Der viel kritisierte, aber gestern engagierte Devin Setoguchi vollstreckte nach schöner Festerling-Vorarbeit. Und 54 Sekunden später stellte Torjäger Chad Kolarik gar auf 2:1: die SAP Arena ein Tollhaus, die Adler am Drücker, doch ohne weitere Tore.

Stattdessen kämpften sich die Gäste aus Schwenningen von Minute zu Minute besser ins Match zurück, warteten geduldig auf Fehler oder Strafzeiten der Adler und schlugen dann zu: Markus Poukkula zog in Überzahl unbedrängt von Aaron Johnson vors Tor und hob die Scheibe mit der Rückhand zum 2:2 über Endras hinweg.

Auch im Schlussdrittel dominierte Schwenningen. Nach einer Doppelchance durch Giliati und Poukkula sowie einem Pfostentreffer durch Bartalis (43.) sorgte Marcel Kurth für das 3:2. Voraus gingen erneut eine viel zu langsame Rückwärtsbewegung der Adler und eine völlige Konfusion im eigenen Drittel. Die Adler kamen zu Chancen, vergaben aber. Schwenningen konterte und schaukelte den Vorsprung über die Zeit. Giliati traf zum 4:2 ins leere Tor.

Adler Mannheim: Endras - Reul, Stuart; Carle, Akdag; Larkin, Johnson; Nikolai Goc - Kolarik, Marcel Goc, Adam; Setoguchi, Festerling, Wolf; MacMurchy, Desjardins, Plachta; Kink, Ullmann, Hungerecker
Schwenninger Wild Wings: Strahlmeier - Kaijomaa, Maurer; Timonen, Bittner; Bender, Sonnenburg; Palausch - Giliati, Acton, Poukkula; Rech, Hult, Fleury; Kurth, Bartalis, Herpich; Wörle, El-Sayed, Danner
Tore: 0:1 Hult (Acton) 11:30, 1:1 Setoguchi (Festerling) 13:40, 2:1 Kolarik (Marcel Goc) 14:34, 2:2 Poukkula (Bartalis) 36:28, 2:3 Kurth (Bartalis) 44:46, 2:4 Giliati 59:35 - Strafminuten: 15 + Spieldauer Akdag - 8 - Beste Spieler: Larkin - Bartalis, Poukkula, Acton - Zuschauer: 13.600 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Kopitz/Schrader (Iserlohn/Bochum).din

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