Adler in enger Partie nicht belohnt

EISHOCKEY: Nach 1:0 am Ende 1:4 in München – Gastgeber kaltschnäuziger



MÜNCHEN. Neunte Auswärtsniederlage in Folge für die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga: Beim amtierenden Meister EHC Red Bull München unterlagen die Mannheimer gestern Abend mit 1:4 (1:2, 0:0, 0:2).

Es gab allerdings nur wenig, was den Ausschlag für die Münchner gab. Die eine Statistik sprach für die Gastgeber, die andere für die Gäste. „Es zeichnet München eben aus, dass sie ihre Treffer in den entscheidenden Momenten setzen. Wir haben unsere Gelegenheiten verpasst“, bilanzierte Stürmer Marcel Goc die enge Partie.Für die hatte sich Trainer Bill Stewart wieder etwas einfallen lassen, nominierte Christoph Ullmann als 13. Stürmer und setzte dafür Verteidiger Nikolai Goc auf die Tribüne. Auch Münchens Trainer Don Jackson hatte eine Überraschung parat, gönnte Talent Kevin Reich von Kooperationspartner SC Riessersee im Tor seinen ersten DEL-Einsatz von Beginn an.

Und Reich musste gleich hinter sich greifen. Gerade 83 Sekunden waren gespielt, da bedienten Goc und Chad Kolarik, als einziger DEL-Spieler für das Olympiaaufgebot der USA nominiert, Sturmpartner Phil Hungerecker, der zum 1:0 für die Mannheimer traf. Ein optimaler Start für die Adler. Genutzt hat es nichts. „Wir spielen noch nicht das, was wir spielen können“, haderte Torschütze Hungerecker. Yannic Seidenberg bei fünf gegen fünf (3.) und Brooks Macek (8.) bei angezeigter Strafe gegen Goc brachten die Gastgeber in Führung, die im ersten Durchgang den gefestigteren und abgeklärteren Eindruck hinterließen. Mannheim kam auch bei eigener Überzahl nicht zu Chancen. Auch nicht im zweiten Spielabschnitt, in dem sich allerdings beide Mannschaften gegenseitig neutralisierten. Die beste Chance hatten die Gastgeber mit einem Mann weniger auf dem Eis, aber Chet Pickard war bei Markus Lauridsens Versuch ebenso zur Stelle wie beim Nachschuss von Jason Jaffray (24.). Für Mannheim vergab Matthias Plachta (33./38.) die besten Gelegenheiten zum Ausgleich, verfehlte das Tor aber zweimal.

Es blieb wenig spektakulär. Mads Christensen fälschte eine Hereingabe zum 3:1 (51.) ab, besonders ärgerlich für die Adler – sie hatten gerade eine doppelte Überzahl schadlos überstanden. Und am Ende traf Brooks Macek auch noch ins leere Tor, als Stewart zwei Minuten in Überzahl alles auf eine Karte setzte. Chancen für die Mannheimer? Fehlanzeige. Auch das gehört zum Münchner Konzept: „Sie stehen sehr solide, sehr eng und geben wenig Raum“, haderte Goc.

So spielten sie
EHC Red Bull München: Reich - Abeltshauser, Seidenberg; Aulie, Boyle; Lauridsen, Joslin; Button - Matsumoto, Hager, Wolf; Christensen, Kahun, Mauer; Jaffray, Aucoin, Macek; Flaake, Eder, Mayenschein
Adler Mannheim: Pickard - Larkin, Stuart; Reul, Johnson; Carle, Akdag - Setoguchi, Desjardins, Plachta; Kolarik, Marcel Goc, Hungerecker; Kink, Raedeke, Sparre; Adam, Festerling, Wolf; Ullmann
Tore: 0:1 Hungerecker (Marcel Goc) 1:23, 1:1 Seidenberg (Christensen) 2:56, 2:1 Macek (Aubin) 7:21, 3:1 Christensen (Mauer) 50:33, 4:1 Macek 58:59 - Strafminuten: 8 - 12 - Beste Spieler: Seidenberg, Aucoin, Macek - Plachta, Hungerecker - Zuschauer: 9650 - Schiedsrichter: Lemelin (Österreich)/Schrader (Bochum). env

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