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Thema: Sponsoring-Diskussion / Red Bull etc.

  1. #1
    Dr. Eagle Avatar von saschaD
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    Sponsoring-Diskussion / Red Bull etc.

    Ich respektiere sehr die Entspanntest und Bodenständigkeit, mit welcher Daniel Hopp sich immer präsentiert. Jeans, Poloshirt, kein teurer Zwirn, dazu stets freundlich, sehr sortiert. Dass die Adler seine Herzensangelegenheit, sein Leben sind und nicht einfach nur ein Job dürften selbst die schärfsten Kritiker anerkennen. Bin froh dass wir ihn haben. Hoffe er hat aus dieser Saison dazugelernt und umgibt sich in Zukunft mit den richtigen Leuten, die genauso ihr Herz am rechten Fleck tragen und ihn fachlich in die richtige Richtung lenken. Denke schon, dass Daniel Hopps Entscheidungen manchmal zu menschlich sind und er nicht aus zu großer Loyalität an falschen Personalentscheidungen zu lange fest hält. Ihm dürfte klar geworden sein, dass der Erfolg auch unbequeme Wege mit sich bringen muss und der Faktor "menschlicher Chef" auch mal hinten anstehen muss, auch wenn ihm das schwer zu fallen scheint.
    Was ist mit Norbert Lang los, habe jetzt schon länger kein Interview/Sendung mehr mit ihm geschaut, aber gesund schaut er leider nicht aus. Ihm alles Gute.

    Nochmal zum Thema Jugendarbeit und Red Bull München. Es stimmt, dass Red Bull (!), nicht der Münchener Eishockeyableger, in die Jugendarbeit viel Geld investiert hat und in Österreich (!) ein gutes Jugendkonzept auf die Beine gestellt hat. Hier nach wenigen Jahren, ohne dass substanziell etwas herausgekommen ist schon von Vorbildfunktion und Nachhaltigkeit zu sprechen verbietet sich. Das kann man dann irgendwann, wenn das Konzept für das deutsche Eishockey (!) auch Früchte trägt.
    Die Motivation von Red Bull liegt aber nicht in der eigentlichen Sportförderung, wie auch in der Formel1, Fussball und den geförderten Aktionsportarten geht es einzig und alleine darum, die Marke Red bull aggressiv zu bewerben und in der öffentlichen Wahrnehmung der Zielgruppe mit Erfolg, Spass, Risikobereitschaft und Rekorden zu verbinden. Dafür gibt Red Bull viele viele Millionen aus (ehr als den meisten Konkurrenten zur Verfügung steht) um ihre Ekelbrause so an den Mann zu bringen. Red Bull ist ja mittlerweile allen genau ein Begriff wie einst Coca Cola. Die Sportart selber ist zweitrangig. Ich kritisiere mit meinem vorigen Post v.a. die Motivation dieses Konzerns und sehe diese Art von Engagement als bedenklich an. Und kommt mir jetzt nicht mit SAP... da erlaubt sich keinerlei Vergleich. Die Walldorf haben sich in keiner Phase ihres Engagements jemals so wichtig genommen, wie es Red Bull tut. Ich kann gerne auf das Münchener Kunstprodukt verzichten, über Jahre gewachsene Vereine mit ihren eigenen Traditionen sind mir da lieber.

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    Wayne's Office (22-04-18)

  3. #2
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    Sollten die Ausrufezeichen hinter Red Bull und Österreich sich in irgendeiner Weise auf meine Posts beziehen: Ja, selbstverständlich ist Red Bull der Geldgeber, und ja, das Projekt ist in Österreich angesiedelt. Aber bereits jetzt sieht man, dass es eben nicht darum geht, hier eine österreichische Insellösung zu schaffen - vielmehr sind deutsche und österreichische Jugendspieler in fast gleichem Verhältnis aktiv. Das Projekt Red Bull Academy ist keinesfalls ein Marketing-Gag für drittklassige österreichische Jugendspieler - sondern ein international ausgerichtetes Nachwuchs-Programm mit Top-Bedingungen.

    Natürlich geht es bei einem Sponsorship am Ende um die Bewerbung einer Marke. Aber wer mal mit Herrn Mateschitz über seine Ideen und Visionen reden konnte - dieses Vergnügen hatte ich bereits ein paar Mal - merkt relativ schnell die Ernsthaftigkeit, mit der man an solche Engagements herangeht. Alles läuft unter dem Credo "wenn wir es machen, dann richtig" - und das mit fast unerschöpflichen finanziellen Möglichkeiten. Aber anders als andere Geldgeber hält sich Mateschitz aus dem Tagesgeschäft der sportlichen Engagements raus und überlässt dies den Profis, wie eben z.B. Helmut de Raaf im Eishockey oder Christian Horner bei Red Bull Racing. Klar unterstützt man nach wie vor auch Fun-Sportarten, dies dann aber tatsächlich aus Loyalitätsgründen und mit geringen Budgets. Zusätzlich sind dann noch die Engagement im Extremsport-Bereich oder bei PR-Stunts wie z.B. den Stratosphere-Jump. Wobei letzterer für Reichweiten in den Medien gesorgt hat, die einfach traumhaft waren.

    Natürlich assoziieren viele Red Bull per se mit Kommerz und dämonisieren den Brauseproduzenten - gerade in den vermeintlichen Traditions-Sportarten. Nur weil Red Bull versucht, das Maximum aus den Engagements rauszuholen ist das erstmal nichts Schlechtes sondern nur konsequent und vom professionellen Standpunkt betrachtet wirklich stark. Im Fußball ist die Kommerzialisierung aber schon so weit fortgeschritten, dass ich es für scheinheilig halte, wenn man in den Stadien von Bullenschweinen singt, von Red Bull unterstützte Vereine als Kommerz-Produkte beschimpfen und gleichzeitig zutiefst beeindruckt ist von den Kadern in England oder Spanien und dem Erfolg der dortigen Vereine. Und dann am besten noch Bayern-Fan ist - also Unterstützer eines Vereins, der als erstes verstanden hat, wie der Mix aus Vermarktung, Sponsoren und sportlichem Erfolg zu funktionieren hat. Nicht umsonst geht man in München in die Allianz-Arena, die Jugend wird in der Allianz FC Bayern Akademie herangezogen und auf der Tribüne sitzen eine Handvoll Zuschauer mit weißen Parkas, um das Telekom-T zu formen. Im Eishockey ist Red Bull (noch) eine Insel-Erscheinung, aber ohne entsprechende Gegen-Konzepte wird Red Bull die DEL über Jahre hinweg dominieren. Ich hoffe, dass die Adler die Zeichen der Zeit erkannt haben - und dass der Kommerz nicht irgendwelchen ganz bedenklichen Konstrukten führt. Mir reicht es jedenfalls, dass wir in der SAP-Arena mit SAP-Banden, Bullykreisen und SAP-Logo an der Außenwand spielen - und nebenbei den Sohn des SAP-Gründers als Geschäftsführer haben. Und mich nervt es, dass die letzten zwei Minuten von einem Sponsor präsentiert werden, genau so wie Overtimes oder Tore. Aber am Ende muss man das heutzutage in Kauf nehmen. Sponsoren machen ein Sponsorship eben nicht aus altruistischen Gründen. Aber wenn dann das Sponsorengeld über Jahre verblasen wird, ist es mir lieber man macht es eben wie Red Bull. Professionell, gut organisiert - und eben so, dass die entsprechenden Bereiche von Personen verwaltet werden, die Vollprofis in ihren Feldern sind.
    Geändert von metro81 (21-04-18 um 22:15 Uhr)

  4. Die folgenden 4 User haben sich bei metro81 für diesen Beitrag bedankt:

    dss (22-04-18), saschaD (21-04-18), stevieg (27-04-18), waYne (21-04-18)

  5. #3
    Dr. Eagle Avatar von saschaD
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    Zitat Zitat von metro81 Beitrag anzeigen
    Sollten die Ausrufezeichen hinter Red Bull und Österreich sich in irgendeiner Weise auf meine Posts beziehen: Ja, selbstverständlich ist Red Bull der Geldgeber, und ja, das Projekt ist in Österreich angesiedelt. Aber bereits jetzt sieht man, dass es eben nicht darum geht, hier eine österreichische Insellösung zu schaffen - vielmehr sind deutsche und österreichische Jugendspieler in fast gleichem Verhältnis aktiv. Das Projekt Red Bull Academy ist keinesfalls ein Marketing-Gag für drittklassige österreichische Jugendspieler - sondern ein international ausgerichtetes Nachwuchs-Programm mit Top-Bedingungen.

    Natürlich geht es bei einem Sponsorship am Ende um die Bewerbung einer Marke. Aber wer mal mit Herrn Mateschitz über seine Ideen und Visionen reden konnte - dieses Vergnügen hatte ich bereits ein paar Mal - merkt relativ schnell die Ernsthaftigkeit, mit der man an solche Engagements herangeht. Alles läuft unter dem Credo "wenn wir es machen, dann richtig" - und das mit fast unerschöpflichen finanziellen Möglichkeiten. Aber anders als andere Geldgeber hält sich Mateschitz aus dem Tagesgeschäft der sportlichen Engagements raus und überlässt dies den Profis, wie eben z.B. Helmut de Raaf im Eishockey oder Christian Horner bei Red Bull Racing. Klar unterstützt man nach wie vor auch Fun-Sportarten, dies dann aber tatsächlich aus Loyalitätsgründen und mit geringen Budgets. Zusätzlich sind dann noch die Engagement im Extremsport-Bereich oder bei PR-Stunts wie z.B. den Stratosphere-Jump. Wobei letzterer für Reichweiten in den Medien gesorgt hat, die einfach traumhaft waren.

    Natürlich assoziieren viele Red Bull per se mit Kommerz und dämonisieren den Brauseproduzenten - gerade in den vermeintlichen Traditions-Sportarten. Nur weil Red Bull versucht, das Maximum aus den Engagements rauszuholen ist das erstmal nichts Schlechtes sondern nur konsequent und vom professionellen Standpunkt betrachtet wirklich stark. Im Fußball ist die Kommerzialisierung aber schon so weit fortgeschritten, dass ich es für scheinheilig halte, wenn man in den Stadien von Bullenschweinen singt, von Red Bull unterstützte Vereine als Kommerz-Produkte beschimpfen und gleichzeitig zutiefst beeindruckt ist von den Kadern in England oder Spanien und dem Erfolg der dortigen Vereine. Und dann am besten noch Bayern-Fan ist - also Unterstützer eines Vereins, der als erstes verstanden hat, wie der Mix aus Vermarktung, Sponsoren und sportlichem Erfolg zu funktionieren hat. Nicht umsonst geht man in München in die Allianz-Arena, die Jugend wird in der Allianz FC Bayern Akademie herangezogen und auf der Tribüne sitzen eine Handvoll Zuschauer mit weißen Parkas, um das Telekom-T zu formen. Im Eishockey ist Red Bull (noch) eine Insel-Erscheinung, aber ohne entsprechende Gegen-Konzepte wird Red Bull die DEL über Jahre hinweg dominieren. Ich hoffe, dass die Adler die Zeichen der Zeit erkannt haben - und dass der Kommerz nicht irgendwelchen ganz bedenklichen Konstrukten führt. Mir reicht es jedenfalls, dass wir in der SAP-Arena mit SAP-Banden, Bullykreisen und SAP-Logo an der Außenwand spielen - und nebenbei den Sohn des SAP-Gründers als Geschäftsführer haben. Und mich nervt es, dass die letzten zwei Minuten von einem Sponsor präsentiert werden, genau so wie Overtimes oder Tore. Aber am Ende muss man das heutzutage in Kauf nehmen. Sponsoren machen ein Sponsorship eben nicht aus altruistischen Gründen. Aber wenn dann das Sponsorengeld über Jahre verblasen wird, ist es mir lieber man macht es eben wie Red Bull. Professionell, gut organisiert - und eben so, dass die entsprechenden Bereiche von Personen verwaltet werden, die Vollprofis in ihren Feldern sind.
    Ich respektiere dein dezidiertes Wissen und finde es ausserordentlich bewundernswert wie sachkundig du dich mit diesemThema auseinandersetzt.
    Trotzdem unterstelle ich dir eine gewisse Naivität.
    Die Einflussnahme durch pekunär gesegnete Besitzer und Konzerne im Sport hat, v.a. im Fussball ein unerträgliches Maß angenommen. Nochmal, ich sehe bei Red Bull keinerlei Anzeichen eines sozial motivierten Sponsorings, und genau das ist für mich der Knackpunkt. Wenn der Effekt und Gewinn fürs deutsche Eishockey wirklich langfristig ausfällt, lasse ich mich eines besseren belehren. Ein Herr Mateschitz ist aber definitiv kein Wohltäter und mir widerstrebt es solch eine Person in der Öffentlichkeit als solch eine zu verkaufen. Internettrolle, welche da übernehmen, sind für ihn sicherlich leicht zu gewinnen.

  6. Die folgenden 2 User haben sich bei saschaD für diesen Beitrag bedankt:

    Otto (22-04-18), Wayne's Office (22-04-18)

  7. #4
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    Man mnuß klipp und klar mal sehen, welchen Kundenkreis SAP und Red Bull ansprechen. Bei Red Bull simnd es meist junge Menschen, die sich ihr Getränk meist für den aktuellen Bedarf kaufen und diese Zielgruppe muß mit direkter Werbung und markigen Sprüchen "Red Bull verleiht Flügel" angesprochen werden. Diesen Kunden ist es auch egal, welche soziale Komponenten die Firma vertritt, der Kunde, hier besser Verbraucher wird direkt angesprochen durch massive Offentlichkeit des Artikels (Formel 1, Fußball, Eishockey usw.) und hauptsache, immer präsent.
    Bei SAP ist es hingegen anders, hier entscheidet der Kunde nicht kurzfristig, ich kann mir auch kaum vorstellen, daß sich eine Firma seine Software überhaupt aufgrund von Werbung und Sponsoring überhaupt bestellt, hier spielt vielmehr die Leistung und die soziale komponente und Ausrichtung der Firma eine entscheidende Rolle.
    Was hier auch noch eine wichtige Rolle spielt, ist vor allem auch die politische Einstewllung der zu sponsorendenden Vereine. Umsonst wurde damals SAP nicht als offizieller Sponsor des Waldhofs vorgestellt, obwohl sie meines Wissens etwa 3 Millionen jedes Jahr in das Jugendprojekt stekt, konnte aber wegen der rechten Fanszene nicht offiziell als Waldhof trikot Sponsor auftreten, während dies füpr einen Getränkehersteller unbedeutend ist, er eher hier noch eine Kundenzielgruppe anspricht.
    Zur Jugenarbeit beider Vereine kann ich nur meinen Hut ziehen, beide Modelle scheinen erfolgreich zu sein und ich hoffe, daß sich andere Vereine, die es sich leisten können, hier ein Beispiel nehmen.
    Das Berliner Jungeisbären Modell (oder so ähnlich) scheint auch nicht von schlechten Eltern sein

  8. #5
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    Ich kann das Geschwäötz vom Geld nicht mehr hören. Was meint Ihr, wieviel Prozent des Etats eines Vereins oder GmbH überhaupt noch von den Zuschauern kommt. Wollt Ihr guten Sport sehen, egal, ob Eishockey, Fußball oder Handball, dann geht es ohne Sponsoren, sei es Firmen oder auch Privatpersonen nicht mehr. Wenn ein Herr Mateschitz meint, er müsse sein Produkt über Sponsoring im Sport auf den Markt bringen, dann bitte. Dasselbe gilt auch für die Familie Hopp, Dietmar und Daniel sponsern ihr Hobby mit dem Resultat, daß man bei uns BUndesliga 1 Fußball sehen kann und daß es überhaupt noch Eishockey gibt und Spitzenhandball.
    Warum sollen nur "etablierte" Firmen ihre Werksmannschaften aufstellen dürfen und Privatpersonen nicht. Für mich gibt es keinen Unterschied, ob VW wolfsburg sponsert oder Mateschitz Leipzig oder München. Ob dann ein Verein Red Bull München oder EHC München mit Red Bull Trikot heißt, ist mir ehrlich gesagt, egal.
    Ich will, egal in welcher Sportart, gute Spieler in Deutschland sehen und da ist mir egal, wer sie sponsort oder bezahlt. WEnn der Sponsor dann namentlich in Erscheinung tritt, ist das sein gutes Recht, oder was ist der Unterschied, ob ein Herr Kühne jedes Jahr dem HSV 50 Millionen auf gut deutsch für nichts in den Rachen schmeißt.
    Ich erinnere mich noch gut an 1990, als fast die ganze Fußball Nationalmannschaft, die Weltmeister wurde, in Italien spielte und wie groß dann die Freude war, als Thomas Häßler zum KSC kam.
    Hätten wir im Eishockey diese Mäzene nicht, ist übrigens kein Momentum, es gab schon immer diese Gönner (Zamek bei der DEG, Klüh beim KEC), wo würden dann unsere Nationalspieler spielen (zweitklassig in Skandinavien, in der Schweiz oder sonstwo.)

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    stevieg (27-04-18)

  10. #6
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    Man sollte RB nicht auf die Brause reduzieren. Es ist ein Konzern. Und auch der Sport gehört zum Konzept

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  11. #7
    Dr. Eagle Avatar von saschaD
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    Zitat Zitat von sixpack Beitrag anzeigen
    Ich kann das Geschwäötz vom Geld nicht mehr hören. Was meint Ihr, wieviel Prozent des Etats eines Vereins oder GmbH überhaupt noch von den Zuschauern kommt. Wollt Ihr guten Sport sehen, egal, ob Eishockey, Fußball oder Handball, dann geht es ohne Sponsoren, sei es Firmen oder auch Privatpersonen nicht mehr. Wenn ein Herr Mateschitz meint, er müsse sein Produkt über Sponsoring im Sport auf den Markt bringen, dann bitte. Dasselbe gilt auch für die Familie Hopp, Dietmar und Daniel sponsern ihr Hobby mit dem Resultat, daß man bei uns BUndesliga 1 Fußball sehen kann und daß es überhaupt noch Eishockey gibt und Spitzenhandball.
    Warum sollen nur "etablierte" Firmen ihre Werksmannschaften aufstellen dürfen und Privatpersonen nicht. Für mich gibt es keinen Unterschied, ob VW wolfsburg sponsert oder Mateschitz Leipzig oder München. Ob dann ein Verein Red Bull München oder EHC München mit Red Bull Trikot heißt, ist mir ehrlich gesagt, egal.
    Ich will, egal in welcher Sportart, gute Spieler in Deutschland sehen und da ist mir egal, wer sie sponsort oder bezahlt. WEnn der Sponsor dann namentlich in Erscheinung tritt, ist das sein gutes Recht, oder was ist der Unterschied, ob ein Herr Kühne jedes Jahr dem HSV 50 Millionen auf gut deutsch für nichts in den Rachen schmeißt.
    Ich erinnere mich noch gut an 1990, als fast die ganze Fußball Nationalmannschaft, die Weltmeister wurde, in Italien spielte und wie groß dann die Freude war, als Thomas Häßler zum KSC kam.
    Hätten wir im Eishockey diese Mäzene nicht, ist übrigens kein Momentum, es gab schon immer diese Gönner (Zamek bei der DEG, Klüh beim KEC), wo würden dann unsere Nationalspieler spielen (zweitklassig in Skandinavien, in der Schweiz oder sonstwo.)
    Wenn du meinst, man kann ja jeden negativen Trend kritiklos hinnehmen
    ... irgendwann wundert sich unsereins "wie es soweit hat kommen können".

    P.S.: Sorry für die vielen "Tipfehler" im Bereich der Umlaute, scheint ein Problem zwischen deutscher und amerikanischer Tastatur zu sein.
    Geändert von saschaD (21-04-18 um 23:44 Uhr)

  12. Folgende User bedanken sich bei saschaD für diesen Beitrag:

    Otto (22-04-18)

  13. #8
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    Das ist der Lauf der Zeit und der läßt sich nicht umdrehen. Ich will spitzensport sehen und da ist Sponsoring unumgänglich.
    Wenn ich das nicht haben will, ist Eishockey nicht mehr drin und ich kann mir Fußball Unter- gegen Oberabtsteinach ansehen.

  14. #9
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    Zitat Zitat von sixpack Beitrag anzeigen
    Das ist der Lauf der Zeit und der läßt sich nicht umdrehen. Ich will spitzensport sehen und da ist Sponsoring unumgänglich.
    Wenn ich das nicht haben will, ist Eishockey nicht mehr drin und ich kann mir Fußball Unter- gegen Oberabtsteinach ansehen.
    Ich glaube nicht, daß wir vor - sagen wir einfach mal 30 Jahren - irgend etwas am BuLi-Eishockey vermißt haben, auch wenn es kein Spitzensport war.

  15. #10
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    Zitat Zitat von saschaD Beitrag anzeigen
    Ich respektiere dein dezidiertes Wissen und finde es ausserordentlich bewundernswert wie sachkundig du dich mit diesemThema auseinandersetzt.
    Trotzdem unterstelle ich dir eine gewisse Naivität.
    Die Einflussnahme durch pekunär gesegnete Besitzer und Konzerne im Sport hat, v.a. im Fussball ein unerträgliches Maß angenommen. Nochmal, ich sehe bei Red Bull keinerlei Anzeichen eines sozial motivierten Sponsorings, und genau das ist für mich der Knackpunkt. Wenn der Effekt und Gewinn fürs deutsche Eishockey wirklich langfristig ausfällt, lasse ich mich eines besseren belehren. Ein Herr Mateschitz ist aber definitiv kein Wohltäter und mir widerstrebt es solch eine Person in der Öffentlichkeit als solch eine zu verkaufen. Internettrolle, welche da übernehmen, sind für ihn sicherlich leicht zu gewinnen.
    Ich wäre dir durchaus dankbar mir zu erklären, in wieweit die faktische Schilderung einer bestehenden Situation mit Naivität zu tun hat. Selbstverständlich ist Mateschitz kein Wohltäter, er ist ein knallharter, professionell agierender Geschäftsmann. Aber er ist loyal gegenüber seinen Partnern und Mitarbeitern, sonst gäbe es Servus TV schon längst nicht mehr und die ganzen Fun-Sportarten stünden ohne Sponsoren da. Im Übrigen agieren die Hopps da keineswegs anders - oder glaubst du im Ernst, das Jungadler-Projekt sei entstanden, weil man es so toll findet, junge Eishockeyspieler zu unterstützen? Hinter jedem Sponsorship steht eine Strategie - und in die SAP-Strategie haben die Adler nunmal damals - aus unserer Sicht zum Glück - super reingepasst als der MERC kurz vor oder mitten in der Pleite stand.

    Was die Wenigsten wissen: Red Bull ist bei weitem nicht nur im Sport aktiv. Mit Illume organisiert man einen der größten internationalen Amateur- und Profi-Fotowettbewerbe, in Montreal eine Musical- und Pop-Akademie, man organisiert Livekonzerte, Festivals, hat ein weltumspannendes Netzwerk an Tonstudios und Nachwuchskünstlern. Nun stellt sich die Frage: Ab wann beginnt für dich "sozial motiviertes Sponsoring"? Vielleicht genau dann, wenn man einem Künstler die Möglichkeit gibt, kostenfrei ein Debut-Album (Studio + Red Bull Records als Label) zu produzieren? Oder wenn man Stipendien für besonders talentierte Musiker vergibt? Wenn man junge Startups unterstützt und weltweit Diskussionsveranstaltung für junge Entrepeneure veranstaltet (Amaphiko)?

    Nicht falsch verstehen - ich stehe der Entwicklung im Sport ebenfalls kritisch gegenüber. Aber wie soll die Gegenbewegung aussehen? So wie beim Fußball, dass Ultra-Gruppierungen mittlerweile nicht mehr die Bundesliga-Spiele besuchen sondern die Amateurspiele? Oder wie in England, wo sich Fans von den Premier-League-Vereinen abwenden und lieber Amateur-Fußball supporten? Ganz ehrlich: Das ist alles nur Pseudo-Romantik. Keiner von uns hier im Forum wäre super-begeistert, wenn die Adler plötzlich ohne SAP dastünden und in der Oberliga spielen müssten. Und genau das ist das Paradoxon: Red Bull verteufeln - aber selbst billigend in Kauf nehmen, dass die Adler eben doch ganz nah an SAP dran sind.

    Und was genau meinst du mit "Internettrollen"? Ein Troll ist par Definition jemand, der wenig Fachwissen hat, einer Diskussion keine inhaltlichen Impulse ist sondern sein Handeln und seine Posts einzig darauf ausrichtet, zu provozieren. Die Diskussionen, die in Hinblick auf Red Bull derzeit ablaufen sind weit davon entfernt, ausschließlich von Trollen geführt zu werden. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Frage, wohin sich der Hochleistungs-Breitensport entwickelt und wohin die Kommerzialisierung am Ende führt. Im Eishockey sind wir noch Lichtjahre davon entfernt - aber wenn im Fußball das Financial Fair Play unterlaufen wird, wenn sich die beiden Red Bull-Vereine Spielermaterial unter der Hand zuschieben, an das sie auf 100%ig legalem Weg nicht rangekommen währen oder wenn in der Formel 1 Techniker und Ingenieure - mutmaßlich mit Zahlungen unter der Hand - zum Wechsel motiviert werden, um Technologien zu Red Bull Racing mitzubringen, ist es "drüber". Und dann reden wir darüber, dass finanzielle Mittel vernünftig, mit Augenmaß und vor allem fair eingesetzt werden. Aber diese ganze "Früher war es noch echter Sport"-Romantik ist - sorry - einfach nur Bullshit. Die Zeiten sind andere, und Geld regiert die Welt. Das muss man nicht gutfinden, aber als Einzelperson hat man so gut wie keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern.

  16. Die folgenden 2 User haben sich bei metro81 für diesen Beitrag bedankt:

    sixpack (22-04-18), stevieg (27-04-18)

  17. #11
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    Es sind ja nicht nur die Spieler und Mannschaften, die von den Firmen unterstützt werden. Es sind ja auch die Vereine, die einen gewissen Beitrag zur Renovierung und Erweiterung ihrer Sportanlagen erhalten. Anteile zu Kunstrasenplätzen, Verbesserung Sanitärer Einrichtungen (wo ja die Gemeinden kein Geld mehr herausrücken, da es ja wichtigere Gruppen gibt, die das Geld brauchen) und kostenlose Bereitstellung von Minibussen.
    Ich spielte in den 70ern Handball und, obwohl ich nicht empfindlich bin, kam mir in manchen Umkleiden der Ekel.
    Na klar, es ist ja auch die Sache der Vereine, sich um das zu kümmern, aber bei Monatsbeiträgen von teilweise unter 10 Euro, wo man dann fast jede Sportart machen kann, die der Verein anbietet, was soll da noch übrigbleiben, bzw. wie soll da ohne Sponsoren ein Minus vermieden werden. Auch Übungsleiter arbeiten heute nicht mehr für umme.
    Wenn man gerade auf die Seite der Dietmar Hopp Stiftung schaut, kann man Seitenweise Projekte nachlesen, die hier unterstützt und ´gegründet worden sind. Das ist bei Red Bull auch nicht anders und anderen Großfirmen.
    Also mal den Ball flachhalten, gerade Personen wie die SAP Gründer, Mateschitz und auch die Fuchs (Petrofuchs) sind in meinen Augen gerade, was das soziale Emgagement anbegeht, eine bereicherung und für unsere Gesellschaft extrem wichtig.

  18. #12
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    Bzgl. SAP: die sind Sponsor der Adler, einer von mehreren. Meines Wissens noch nicht mal Hauptsponsor. Und auch ohne SAP gaebe es die Adler garantiert noch, denn der Hauptgesellschafter ist nicht SAP Deutschland sondern Daniel Hopp, seines Zeichens damals (wie heute) Fan der Adler Mannheim und mit SAP selbst wenig bis gar nichts am Hut. Und auch ohne SAP wuerden wir bestimmt weiter in der DEL und nicht in der Oberliga spielen. Oder wie kommst Du auf diese Aussage?
    Geändert von steffen (22-04-18 um 21:24 Uhr)

  19. Folgende User bedanken sich bei steffen für diesen Beitrag:

    MagicEye (22-04-18)

  20. #13
    weiß alles, kann alles! Avatar von ZSK
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    Zitat Zitat von steffen Beitrag anzeigen
    Bzgl. SAP: die sind Sponsor der Adler, einer von mehreren. Meines Wissens noch nicht mal Hauptsponsor. Und auch ohne SAP gaebe es die Adler garantiert noch, denn der Hauptgesellschafter ist nicht SAP Deutschland sondern Daniel Hopp, seines Zeichens damals (wie heute) Fan der Adler Mannheim und mit SAP selbst wenig bis garnichts am Hut.
    Der Hauptgesellschafter von heute war damals noch nicht mal volljährig.
    ZSK - Never Forget

  21. #14
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    Zitat Zitat von ZSK Beitrag anzeigen
    Der Hauptgesellschafter von heute war damals noch nicht mal volljährig.
    Voellig irrelevant wie alt er da war. Nicht die SAP hat unser Defizit ausgeglichen, sondern sein Vater.

  22. #15
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    Zitat Zitat von steffen Beitrag anzeigen
    Voellig irrelevant wie alt er da war. Nicht die SAP hat unser Defizit ausgeglichen, sondern sein Vater.
    Das wiederum ist gehüpft wie gesprungen.

    Dennoch muss ich gestehen, dass ich überfragt bin wie genau die Rolle von SAP bei den Adlern sich im Detail definiert.
    Geändert von metro81 (23-04-18 um 09:34 Uhr)

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