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10-10-08, 08:07
Wechselspiele zwischen den Adlern und den Kassel Huskies
DEL: Colin Beardsmore kommt – Adam Hauser und Philipp Schlager zu den Nordhessen – Heute bei der „Wundertüte“ Duisburg

Von Rainer Kundel
Mannheim. Herbst_Depression statt Goldener Oktober: Schon im ersten Saisonviertel schrillen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) vielerorts die Alarmglocken. Zwei Drittel der Klubs beklagt in der neuen Spielzeit sinkende Zuschauerzahlen, wobei die jeweilige Kalkulation und auch der Vorjahresschnitt zum gleichen Zeitpunkt als Maßstab dienen. Dies wird (noch) mit der untypischen Puck-Zeit im Frühherbst begründet. Es mehren sich indes die Stimmen, dass die zweite Saison ohne sportlichen Abstieg, der Niveauverlust aufgrund der rar werdenden Einzelkönner und die wenig zugkräftigen Überraschungsteams auf den vorderen Rängen der Grund sind.
Während in Nürnberg, Düsseldorf, Hamburg und Ingolstadt das Gejammer schon groß ist, lockte der Überraschungs-Vierte Wolfsburg in der niedersächsischen Eishockey-Diaspora gerade mal 1.982 Zuschauer in den Allerpark. Immerhin konnte das namenlose Team der Krefeld Pinguine am letzten Sonntag beim Spitzenspiel gegen Meister Eisbären Berlin mit 6.700 Fans die höchste Marke der letzen zwei Jahre verbuchen. Als Folge der seit drei Jahren anhaltenden Entwicklung im einstigen „Mekka“ Düsseldorf malt DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp, dessen Klub nach dem Umzug von der Brehmstraße in den ISS Dome Marketing-strategisch allerdings auf allen Ebenen versagte, ein düsteres Bild: „Nach den derzeitigen Strukturen, Modi und Regelungen der DEL hat Eishockey in zehn Jahren keinen bedeutenden Stellenwert mehr“, sagte der Jurist. Und Günther Hertel, 67_jähriger Unternehmer und seit zwei Jahren Einmann-Gesellschafter im Zuschussbetrieb der Nürnberg Ice Tigers, hat die Hoffnung aufgegeben, mit dem Kufensport noch einmal auf eine schwarze Null zu kommen. „Wenn jemand unsere Lizenz erwerben will, sind wir gesprächsbereit“, ließ der Unternehmer verlauten.
Die einzigen „Biotope“ der Liga sind (noch) die Kölner Haie und bisher unbeeindruckt jeglicher Liga-hausgemachter Krisen die Adler Mannheim und der dreifache Meister Eisbären Berlin nach dem Umzug vom kleinen „Welli“ tief im Osten in die hochmoderne, 14.000 Besucher fassende O2-World Arena in der Hauptstadtmitte. „Im Vergleich der letzten vier Jahre gibt es nur einem Klub, dem es heute besser geht als 2004, das sind die Adler Mannheim“, so Schmellenkamp. Nicht von ungefähr schreibt die sportliche Nummer eins der nördlichen Metropolregion Rhein-Neckar seit dem Umzug in die SAP Arena bei einem Etat von rund acht Millionen Euro dauerhaft schwarze Zahlen.
Der Liga weder sportlich noch im Geschäftsgebaren würdig sind auch heuer die Duisburg Füchse, die schon über 2.000 Fans im Schnitt froh wären und von den Launen ihres Eigentümers Ralf Pape alimentiert werden. Nach zwei Siegen in Folge müssen ausgerechnet die Adler heute (19.30 Uhr) in die schmuddelige Scania-Arena. „Duisburg ist eine Wundertüte“, so Teal Fowler, „man weiß nie, was drin ist.“ So geht der Assistenztrainer davon aus, dass der Auftritt beim Vorletzten „eine enge Sache“ wird. „Auswärts bekommt man weniger Überzahlspiele, also muss man diese besser nutzen.“ Kein Wunder, dass auch in dieser Woche jene zehn Cracks besonders gefordert wurden, die abwechselnd in numerischer Überlegenheit aufs Eis gehen. Denn die Defensive stand ja bisher fest wie Beton: Fredy Brathwaite weist mit 95,6 Prozent eine europaweit beachtenswerte Fangquote auf, die Unterzahlbilanz von 96,6 Prozent (2 Gegentore bei 59 Überzahl-Situationen für den Gegner) klingt noch bemerkenswerter.
Die Adler reisten bereits gestern an, Fowler und Dave King beobachteten im nahen Krefeld die Partie der Pinguine gegen Hannover. Die Scorpions sind am Sonntag (18.30 Uhr) in Mannheim zu Gast. Auch nach der Rückkehr von Marcus Kink (Spieldauer-Diszi) verbleibt Frank Mauer bei Colin Forbes in der dritten Reihe, Kink wechselt in die vierte Linie zu Girard und Flache/Abstreiter. Die Adler haben am Donnerstag die Verträge mit Adam Hauser und Philipp Schlager aufgelöst. Der nicht mehr erwünschte Torhüter und der Förderlizenzspieler, zuletzt nur noch für die Heilbronner Falken im Einsatz, wechseln mit sofortiger Wirkung zu den Kassel Huskies. Im Gegenzug kommt Colin Beardsmore nach Mannheim wechseln und wird aller Voraussicht nach gegen Hannover erstmals zum Einsatz kommen. Der 30-jährige Stürmer spielte in der vergangenen Saison noch für die Sinupret Ice Tigers und erzielte in 61 Spielen 20 Punkte (10 Tore/10 Assists). Im Sommer wechselte Beardsmore von Nürnberg nach Kassel. Der in Kanada geborene Beardsmore verfügt über einen deutschen Pass und wird bei den Adlern mit der Rückennummer 11 auflaufen. Beardsmores Vertrag in Mannheim läuft bis 2011.

www.rnz.de

Paige
10-10-08, 08:28
Rheinpfalz: (http://www.rheinpfalz.de)

Vom Abstellgleis direkt ins Derby-Tor

Eishockey: Adler tauschen Hauser und Schlager im Doppelpack gegen Kassels Stürmer Colin Beardsmore

Von Oliver Wehner

MANNHEIM. Überraschendes Tauschgeschäft: Die Mannheimer Adler geben Torwart Adam Hauser und Stürmer Philipp Schlager im Doppelpack an die Kassel Huskies ab. Dafür kommt Angreifer Colin Beardsmore, der für die kommende Eishockey-Saison und darüber hinaus bis 2011 ohnehin schon verpflichtet war, sofort nach Mannheim.

Beardsmore soll am Samstag das erste Mal mit seinem neuen Team trainieren, „dann entscheiden wir, ob wir ihn am Sonntag gegen Hannover schon einsetzen“, sagte Adler-Manager Marcus Kuhl. „Ich bin bereit“, betonte Beardsmore gestern gegenüber der RHEINPFALZ – immerhin bestritt er bisher alle zehn Punktspiele der Huskies (ein Tor, zwei Assists), ist topfit. „Jeder wusste, dass ich bereits in Mannheim für zwei Jahre unterschrieben habe. Jetzt werden es fast drei Jahre. Der Zeitpunkt ist also perfekt“, findet der Stürmer.

Beardsmore gilt als typischer Mannschaftsspieler, uneitel, unaufgeregt. „In Kassel habe ich mit zwei jungen Kerlen (Heinrich und Saggau, die Red.) an der Seite gespielt, solch eine Aufgabe erwarte ich durchaus auch in Mannheim“, sagt er. Der Neuzugang ist 30 Jahre alt, gebürtiger Kanadier mit deutschem Pass. Er spielt seit 2000 in der DEL (Iserlohn, Augsburg, Köln, Nürnberg, Kassel). „Ein Top-Profi“, lobt Huskies-Trainer Stéphane Richer den Mann aus Ontario. Doch eine Verbesserung auf der Torwartposition genieße in Kassel Priorität: Boris Rousson ist mit einer Fangquote von 88,3 Prozent bescheiden in die Saison gestartet. Hauser soll bereits heute im Derby bei den Frankfurt Lions im Huskies-Tor stehen. „Ich stelle mich darauf ein“, betonte der 28-Jährige gestern. Richer unterstreicht: „Er hat bewiesen, dass er ein Top-Torwart der Liga ist.“ Hauser ist froh, dass die quälende Zeit auf dem Mannheimer Abstellgleis nun vorbei ist. „Es bleibt aber nicht viel Zeit, über die ganze Situation nachzudenken“, meinte er gestern, nachdem nun doch alles sehr schnell gegangen war.

Schrecksekunde gestern im Training: Ein Schlagschuss von François Methot traf René Corbet am Kopf. Der Kanadier sank zu Boden, war danach wacklig auf den Beinen und beendete auf Geheiß von Physiotherapeut Marcus Fischer das Training. Corbet wird heute aber mit nach Duisburg zum Auswärtsspiel bei den Füchsen fahren. Torwart Danny aus den Birken wird am Abend in Heilbronn eingesetzt, der Ersatzmann des überragenden Freddy Brathwaite soll Spielpraxis bekommen. Felix Brückmann sitzt für ihn heute (19.30 Uhr) in Duisburg auf der Bank. Sturmtalent Frank Mauer bleibt an der Seite Arendts und Forbes‘.

Heute oder am Sonntag im Heimspiel gegen die Hannover Scorpions (18.30 Uhr) soll bei Jason Jaspers der Knoten platzen. „So lange das Team gewinnt, sind persönliche Dinge egal. Aber ich fühle den Druck schon anwachsen, die Last auf den Schultern wird schwerer“, berichtet der in dieser Saison noch torlose Stürmer. Trainer Teal Fowler deutete gestern an, dass er und Chefcoach Dave King den bisher gehemmten Angreifern Jaspers und Jason King klar gemacht haben, „dass wir mehr von ihnen erwarten.“

Paige
10-10-08, 08:31
Mannheimer Morgen: (http://www.morgenweb.de)

Eishockey: Im Tauschgeschäft mit den Kassel Huskies verlassen Torhüter Adam Hauser und Stürmer Philipp Schlager Mannheim

Adler räumen auf und krallen sich Beardsmore

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Mannheim. Colin Beardsmore wird ein Adler. Die Meldung an sich verblüffte gestern niemanden, schließlich war schon im September durchgesickert, dass der Stürmer bald für die Mannheimer auf Torejagd gehen würde. Eine Überraschung hatte Adler-Manager Marcus Kuhl allerdings parat: Der gebürtige Kanadier, der seit zwei Monaten einen deutschen Pass besitzt, wird das schon in dieser Saison tun - und bleibt bis 2011.

Der 30-Jährige wechselt von den Kassel Huskies zur Mannschaft von Trainer Dave King. Doch damit nicht genug: Im Gegenzug gab Mannheim seinen aussortierten Torhüter Adam hauser (28) und Stürmer Philipp Schlager (22) an die Nordhessen ab. Hauser soll schon heute im Hessen-Derby gegen Frankfurt spielen.

In der Marktwirtschaft spricht man bei einem solchen Deal von einer erhofften Win-Win-Situation, was bedeuten soll, dass beide Vertragspartner von dem Abkommen profitieren. Die Vorteile für die Adler liegen auf der Hand: Der sicher nicht ganz billige Hauser verschwindet von der Gehaltsliste, sie geben mit Schlager einen jungen Angreifer ab, der sich nie richtig durchsetzen konnte - aber auch selten eine echte Chance bekam - und holen sich dafür einen Rollenspieler, der ein wichtiges Puzzleteil werden kann. "Wenn wir Beardsmore nicht für Schlager und Hauser bekommen hätten, hätte ich die Tauschaktion nicht durchgeführt", sagt Kuhl, der große Stücke auf den Deutsch-Kanadier hält: "Er ist zwar kein Torjäger, aber ein Zwei-Wege-Stürmer, der sehr gut in der Defensive arbeitet."

Beardsmore wird die Auswärtsfahrt nach Duisburg, wo die Adler heute (19.30 Uhr) drei Punkte anpeilen, noch nicht mitmachen. Morgen steht er mit seinen neuen Teamkollegen zum ersten Mal im Training gemeinsam auf dem Eis, sein Debüt feiert er eventuell im Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr) gegen die Hannover Scorpions.

Mit dem Transfer ist nun definitiv klar, dass einer der beiden Probespieler Peter Flache und Peter Abstreiter die Adler verlassen wird. "Ich werde mich mit den Trainern zusammensetzen und diese Personalien diskutieren", betont Kuhl, der bis zum 14. Oktober eine Entscheidung getroffen haben will.

Beardsmore wird auch den teaminternen Konkurrenzkampf anheizen. Nicht nur Associated Coach Teal Fowler freut das. "Von einigen Spielern erwarten wir eine Steigerung. Leute, die gut spielen, werden auch mehr Eiszeit haben", sagt der 37-Jährige, der keine Namen nennen möchte aber bei dieser Aussage wohl auch die - zurzeit verhinderten - Torjäger Jason King und Jason Jaspers meint.

Profitieren wird Frank Mauer. Das 20-jährige Super-Talent, das schon zwei Saisontore auf seinem Konto hat, rückt an die Seite von Colin Forbes und Ronny Arendt. Marcus Kink stürmt mit Rick Girard und Peter Flache und soll nach seinen guten Leistungen auch in anderen Angriffsreihen zum Zug kommen.

Paige
10-10-08, 08:34
Lampertheimer Zeitung: (http://www.main-rheiner.de)

Adler holen Beardsmore

Eishockey: Hauser und Schlager gehen nach Kassel / Heute in Duisburg

Von Maik Richter

MANNHEIM Am Ende ging alles ganz schnell. Am Sonntag spielten die Adler Mannheim und die Kassel Huskies auf dem Eis der SAP Arena noch gegeneinander (3:0 für Mannheim), danach arbeiteten beide Management-Seiten aber eng zusammen. Somit konnten beide Klubs am gestrigen Tage Blitztransfers vermelden.

Im Einzelnen bedeutet dies: Die Adler haben die Verträge mit Adam Hauser und Philipp Schlager aufgelöst. Beide Akteure wechseln mit sofortiger Wirkung zu den Kassel Huskies. Im Gegenzug wird Colin Beardsmore nach Mannheim wechseln und aller Voraussicht nach am Sonntag beim Heimspiel in der SAP Arena gegen die Hannover Scorpions erstmals das Trikot der Adler tragen. Die Partie beginnt um 18.30 Uhr.

Der 30-jährige Stürmer spielte in der vergangenen Saison noch für die Nürnberg Ice Tigers und erzielte in 61 Spielen 20 Punkte (10 Tore/10 Assists). Im Sommer wechselte Beardsmore von Nürnberg nach Kassel. Der in Kanada Geborene verfügt über einen deutschen Pass und wird bei den Adlern mit der Nummer 11 auflaufen. Sein Vertrag in Mannheim läuft über die jetzige Saison 2008/09 hinaus bis 2011.

Für Adam Hauser ist also - man muss sagen: endlich - ein aufnehmender Klub gefunden worden. Hauser war bei den Mannheimern in Ungnade gefallen, als er in den Play-offs der Vorsaison Schwächen offenbarte und seinem Ruf als "Nervenbündel in wichtigen Spielen" gerecht wurde. Als die Adler in Köln bei den Haien die vierte und entscheidende Niederlage kassierten, stand schon der junge Danny aus den Birken für Hauser im Kasten. Schon damals war abzusehen, was folgen würde.

Manager Marcus Kuhl und Trainer Dave King lotsten schließlich den erfahrenen Fred Brathwaite an Rhein und Neckar, für Hauser war kein Platz mehr. Bislang war die Entscheidung kontra Hauser richtig, schließlich avancierte Brathwaite in den letzten Wochen zum besten Torhüter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Er hat in acht Spielen von Beginn an schon vier Shut-outs vorzuweisen und brilliert daneben mit einer phänomenalen Fangquote. Und weil sich Schlagers Eiszeit in Mannheim in einem überschaubaren Rahmen bewegte, schloss er sich Hauser gleich an.

Doch nicht nur die Adler haben in personellen Dingen Neuigkeiten zu vermelden. Auch der heutige Gegner, die Füchse aus Duisburg, haben gestern noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und ihren Kader in der Offensive erweitert. Mit sofortiger Wirkung wechselt Stürmer Grant Potulny von den Springfield Falcons aus der AHL an die Wedau.

Trainer Dave King warnte gestern noch einmal eindringlich davor, die Duisburger auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Füchse, die kürzlich ihren alten Coach Didi Hegen quasi re-verpflichtet haben, holten am vergangenen Wochenende fünf Punkte und haben sich damit vom letzten auf den drittletzten Tabellenplatz vorgearbeitet. In der Scania Arena kommt es dabei zum Duell der besten Abwehr (Adler) mit dem schlechtesten Sturm (Füchse) der DEL.