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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DEL zu anspruchsvoll?



fly85
04-05-09, 22:56
Habe mir die letzten Tage, auch in Verbindung mit der Weltmeisterschaft mal meine Gedanken gemacht:

- Sinupret Ice Tigers --> grade so finanziell gerettet
- Kassel Huskies --> schwerer Kampf weiter finanziell in der Liga mitwirken zu können
- Kölner Haie --> nach EINEM schlechten Jahr finanzielle Probleme, die vl sogar größer sind als bekannt?
- Bietigheim Steelers --> benötigen Sondergenehmigung, da sonst nicht "DEL-tauglich"
- Füchse Duisburg --> nach vielen schweren Jahren, die Lizenz hingeschmissen
- Frankfurt Lions --> nach dem Tod von Schröder von einer Vereinigung Frankfurter Unternehmer "gerettet" um weiter erstklassiges und konkurrenzfähiges Eishockey anbieten zu können

Die Tendenz ist meiner Meinung nach erschreckend, sehr erschreckend sogar. Allein die Tatsache, dass ein Team das sich sportlich die DEL erkämpft hat vom Wohlwollen der anderen abhängig ist, ob es überhaupt DEL spielen darf ist ein Unding.
Abgesehen von den AEG Teams und unseren Adlern dürfte wohl überall der Baum brennen, bei den einen mehr, bei den anderen weniger.

Vielleicht sollte sich auch die Ligenleitung mal überlegen ob man mit jährlichen Regelneuerungen und Umstellungen neue Fans gewinnen kann?

Falk Herzig#23
04-05-09, 23:03
Die Tendenz ist meiner Meinung nach erschreckend, sehr erschreckend sogar.
Ist doch seit 20 Jahren das gleiche, irgendwo brennt immer der Baum. Kannst ja mal aus Spass an der Freude die letzten Jahre der Oberliga verfolgen, da sind die DEL Probleme ein Klacks dagegen!
Um es mal mit den Schlussworten von Günter Klein aus "Die Droge Eishockey" zu sagen:
Ist das Eishockey noch zu retten? Im Prinzip nicht. Dennoch: Es existiert, irgendwie. Wie durch ein Wunder geht es jeden August immer wieder los!

No. 62
05-05-09, 07:27
Naja ich finde da sollt eman mal die Kirch eim Dorf lassen. Was die finanzielle Seite angeht, sieht es im Handball oder Basketball auch nicht besser aus. Und wenn sich dann der Hauptsponsor vom Acker macht gehen ganz schnell die Lichter aus, dieses Gefühl ist uns in Mannheim ja nicht unbekannt, deswegen sollten wir nicht auf andere zeigen. Will nicht wissen, was in Mannheim für Geld verbrannt worden ist. Oder um es mal mit R.R.-Worten zu sagen, "Dietmar ich brauch mehr Schotter"

Mr. Moose
05-05-09, 09:00
Das Problem ist leider viel größer:

Der/Die Deutsche interessiert sich im Wesentlichen für den Fußball.

Das wissen die Sponsoren, die Geldgeber und die Medien.

Deshalb fließt so ziemlich alles Geld in den Fußball.

Die übrigen Sportarten können sich nur über Wasser halten, wenn Sie über Erfolge an die Öffentlichkeit kommen.
Handball über den Gewinn der WM, Eishockey über die Nationalmannschaft (WM oder Olympia). Selbst Biathlon als Wintersportphänomen oder Skispringen ist nur populär, wenn es deutsche Sportler sind, die auf dem Treppchen stehen.

Ansonsten: Fußball regiert die Fernsehübertragungen, selbst die Entlassung Klinsmanns bei den Bayern ist den Herren der ARD einen Brennpunkt wert.

K-Menki
05-05-09, 11:06
Das Problem ist leider viel größer:
selbst die Entlassung Klinsmanns bei den Bayern ist den Herren der ARD einen Brennpunkt wert.

Die Aktion verstehe ich bis heute auch nicht :xmas:

Aber zurück zum Thema. Ich denke die DEL muss einiges ändern. Aus meiner Sicht haben die letzten Playoffs die Saison noch gerettet. Da wurde auf einmal positiv von der DEL berichtet und an nahezu überall gesagt: Das war Werbung für das Eishockey. Und genau das ist es was die DEL benötigt. Was vor den Playoffs war, war in den meisten Fällen zwar irgendwas mit Eis und Puck, aber eben nicht das was es dann in den Playoffs gab.

Viele Spiele in der letzen Saison die ich selbst gesehen habe, waren leidenschaftslos und ohne die Intensität die ein gutes Eishockeyspiel auszeichnet - ob das jetzt an Dave King lag will ich jetzt nicht weiter diskutieren, da Zuschauer die eher selten zum Eishockey gehen dies auch nicht als Grund sehen würden. Es wurde mittlerweile eine Spezies namens Playoff-Zuschauer geboren. Das ist wohl nicht gerade zufällig, sondern ist wohl eben auf diese Eishockeydurchschnittskost zurückzuführen.

Ein Hauptproblem in der DEL ist der Spielmodus der eben solche Spiele fördert, die niemand sehen will. Es gibt je nach Jahr und Wirtschaftslage mal 14-16 Teams, die Spielen dann zwischen 40-60 Spielen. Dann sind die ersten 6-8 in den Playoffs, aber evtl. gibts auch noch für den 9. oder 10. einen Chance. Die Teams jenseits der 10 haben dann Urlaub oder spielen noch den Depp der Nation aus, der im schlimmsten Fall absteigt. Evtl. aber auch nicht.
Noch dazu kommt, da die Liga nicht wirklich ausgeglichen ist, schon viel zusammen kommen muss, dass nicht jeder Halbhockeyexperte schon vorher die Playoffteilnehmer vorhersagen kann.

Das ist nicht gerade förderlich für den Wettkampf. Und ohne Wettkampf werden diese Spiele zu Freundschaftsspielen abgewertet und laufen dann eben entsprechend ab. D.h. man müsste aus meiner Sicht für mehr Wettkampf in der Vorrunde sorgen. Das geht entweder durch eine Angleichung der Stärken der Teams, so dass die Liga möglichst ausgeglichen wird oder was vermutlich eher durchzusetzten ist: Eine Reduzierung der Anzahl der Playoffplätze. Wenn z.B. nur noch 4 Playoffplätze vorhanden wären und man dann konsequent Best-Of-Seven spielen würde, wäre dies aus meiner Sicht eine gute Maßnahme. Ob das die DEL Teams aus finanziellen Interessen befürworten würden, steht auf einem anderen Blatt.

Ein weiteres Problem der Liga sind die Regeln bzw. das was die Schiedsrichtern dann daraus machen. Man sollte sehen das die Regeln den Sport attraktiver machen. Von daher sollte man das Spiel schnell machen und die richtige Mischung zwischen intensiven/aggressiven Spiel und Schutz der Gesundheit der Spieler finden. Vielleicht sollte man um den Entwicklungsprozess einer solchen Regelfindung und -auslegung zu verkürzen ganz einfach sich am Vorbild NHL bedienen und von dort die Regeln übernehmen. Dazu zähle ich also auch kleinere Eisfläche, das One-Touch Icing und der verbotenen Zone hinter dem Tor für den Torhüter. Ein Vorteil der Übernahme der Reglen wäre es, dass man evtl. dann auch Schiedsrichter importieren könnte bzw. eigene Schiedsrichter dort zur Ausbildung schicken könnte.

Wenn es politisch durchsetzbar wäre, so könnte man auch über die Einführung einer Salary Cap wie in der NHL nachdenken. Das würde falls die Obergrenze für ein Team nicht zu hoch angesetzt wird, zu einer spanenderen, engen Liga beitragen und auch das finanzielle Risiko der "kleineren" DEL Teams senken.

Ich bin überzeugt, dass wenn die Liga attraktiver wird, es langfristig auch ein größeres Interesse an der Liga geben wird und somit der Zuschauerzuspruch und das Sponsoreninteresse zunehmen dürften. Es sollte auf keinen Fall einfach so weitergehen wie bisher.

Mr. Moose
05-05-09, 11:40
Ich zweifle, dass Best-of-7 die Lösung ist.

Ich höre doch jetzt schon Leute sagen im Viertelfinale, dass ich mir die ersten beiden Spiele sparen kann, es entscheidet sich ja eh noch nichts. Mir hat hat auch noch keine glaubhaft machen können, wieso eine best-of-7 Serie besser ist als eine best-of-5 . Da ist doch auch kein sportlicher Mehrwehrt. Nur Abzocke.

Was den Spielern letztendlich fehlt ist die Spielpraxis und die Erfahrung. Die Technik kann man den 18-19jährigen, die auf einen Einsatz bei einem DEL-Spiel hoffen, nicht mehr beibringen. Das ist doch so wie das Erlernen und praktizieren einer Fremdsprache: Irgendwie vergisst man sie nie; aber richtig gut mitreden, den Feinschliff bekommen und auch die Bringer wie Redewendungen etc. hat man nur, wenn man sich regelmäßig auseinander setzt.

Und das ist halt die Krux. Das mit Durchbeißen in der Profi-Mannschaft funktioniert nicht immer. Die Trainingsleistung kann super sein, aber wenn du einen Sturkopf wie z.B. Dave King hast, dann darfst du halt nicht ran.

Und in unserer nationalmannschaft fehlt eben diese Erfahrung die die notwendige Sicherheit beim Spielaufbau oder in den Special Teams gibt.

Andruff
05-05-09, 12:24
in der aktuellen Form in Deutschland in den aktuellen Eventhallen hat aus meiner Sicht keine (sich rechnende) Zukunft.

Ich möchte nicht wissen, wie sich der Zuschauerschnitt z.B. der Adler ohne Aktionskarten in der Vorrunde entwickeln würde und ich will auch nicht wissen was rein ertragsmäßig hinter der "Blackbox-Verflechtung" Arena/Adler verbirgt.

Was den Eishockeysport in Mannheim angeht, so sei die Uhr ins Frühjahr 1998 zurückgedreht: Mannheim sportlich über allem schwebend und finanziell quasi weg.

Insofern denke ich, dass der Hockeysport an sich in der Regel ein Zuschußgeschäft ist, da spielt es keine Rolle, ob hier oder da mal einé positive GuV rausgehauen wird:]

Wie und wo Verbesserungen fruchten ist müßig. Wichtig ist, wieviel potenziell Interessierte (incl. Sponsoren!) es überhaupt in den Regionen der jeweiligen Organisationen überhaupt da sind und wieviele Firmen künftig bereit sind, wieviel zu zahlen

Play-Offs sind sicher das Salz in der Suppe, aber auch die Vorrunde muß jemand besuchen und dafür auch zahlen, ansonsten ist zumindest der "Mittelbau" der Liga auch nicht überlebensfähig und den braucht es, um zumindest ein paar Mitstreiter zu finden.

Vielleicht lösen sich auch die Probleme der zu großen Liga viel viel schneller als erwartet....

ExXx
05-05-09, 15:33
Also das Eishockey für jeglichen Investor ein Zuschussgeschäft ist, sollte klar sein. Ohne Hopp wären wir nicht da, und ohne Hertel tun sich auch die Nürnberger schwer. Eishockey ist und bleibt in Deutschland Randgruppensport. Fussball ist die Nummer eins, und daran wird sich nichts ändern. Danach kommt Handball. Interessant hierbei ist der Vergleich zur deutschen Handball-Bundesliga, die finanziell sich auf einem ähnlichen Level bewegt wie die DEL, mitunter bei manchen Vereinen sogar noch schlechter, und dennoch weitesgehend die Beste Liga der Welt ist. Warum? Handball hat in Deutschland durch seine Erfolge einen anderen Stellenwert als in anderen europäischen Ligen. Oder nehmen wir die Schwedische Eishockeyliga: In Schweden diskutieren gerade die 5 Topclubs in die KHL zu wechseln, da ihnen 2 Millionen an TV-Geldern pro Jahr zu wenig ist(Zahlen von dem wir hier nur träumen können)
Was ich damit sagen will: solang das deutsche Eishockey nicht an Stellenwert beim breiten Publikum zurückgewinnt, ist es finanziell nicht wirklich zu retten. Und damit war diese WM, das Letzte was wir gebrauchen konnten.
Zu Wünschen wäre, dass man die Heim-WM nutzt, um Eishockey wieder nach vorne zu bringen. Dazu gehört aber eine gute Vermarktung, eine TV übertragung im Free-TV, ein versöhnliches Abschneiten der Nationalmannschaft, und im Zuge dessen endlich eine konstante Regelung der DEL über Lizenzen, Abstieg und Anzahl der Spiele. Ebenso sollte man seine Rolle als "Vorbild-Liga" in Bezug auf Doping aufspielen, und sich mit breiter Brust präsentieren, da man die einzige Liga mit Kooperationsvertrag mit der NADA ist. Und auch die Darstellung in Bezug auf einheimische Spieler könnte verbessert werden: Man spielt zwar mit 10-12 Ausländern, aber andersrum betrachtet fällt mir auch keine Liga ein, weder Handball, Fussball noch Basketball, in der 10 deutsche Spieler pro Mannschaft regelmässig eingesetzt werden. Es gäbe selbst in diesen Zeiten genug Punkte die richtig vermarktet werden können, um dass deutsche Eishockey ins positive Licht zurücken, nur leider wird dies meistens versäumt.

Barbarossa
05-05-09, 16:13
Zunächst finde ich den Titel des Threads unpassend.
Die DEL ist sicher nicht zu anspruchsvoll, eher im Gegenteil. Es wurde (und wird offenbar noch) teils haarsträubendes Finanzgebahren geduldet, das genau zu diesen erwähnten finanziellen Problemen einiger Teams geführt hat.
Neu ist das auch nicht:
- die DEG hatte in den 90er Jahren über 20 Mio. DM Schulden angehäuft, indem man dort über Jahre hinweg viel zu viel Geld für die Spielergehälter ausgegeben hat, sich eine Top-Truppe zusammengekauft hat, die man sich eigentlich nicht leisten konnte.
- Egon Banghard, der Berlin Capitals an die Wand gefahren hat, ist rechtskräftig wegen Betrugs verurteilt und sass im Gefängnis. Auch hier hat ein äusserst unsolides Finanzgebahren das Team ruiniert.
- Rosenheim. Nach dem Tod des Mäzen Josef März war die Finanzlage angespannt, man hätte eigentlich jede Mark zweimal umdrehen müssen. Hat man aber nicht. Das Ende ist bekannt.
- Hedos/Maddogs München. Mitten in der Saison ist nichtmal mehr genügend Kohle da, die Gehälter zu zahlen. 15 Mio. DM Schulden. Wie haben die eine Lizenz bekommen können? Aber in der Vorsaison einen superteuren Kader gehabt.
- Die Kaufbeurer Adler. Sind nach nur ein paar Wochen DEL-Saison pleite.
- Riessersee. Waren in den letzten 10 Jahren viermal! insolvent.
Gibt noch ein paar andere, die in dieses Schema passen, die Moskitos Essen beispielsweise, Iserlohn, der EC Hannover oder auch Oberhausen.

Die Fälle aber ähneln sich alle irgendwo: Viel mehr Geld ausgegeben, als man hatte, pleite gegangen und hinterher war das Wehklagen groß. Auch lässt sich in allen Fällen prima fragen, warum die überhaupt eine Lizenz für die jeweilig letzte Saison bekommen haben.

Dass es auch anders geht, zeigen Teams wie Augsburg, die spielen seit Jahren mit einem Low-budget Kader, vermutlich ist das auch der einzige Grund, warum es die noch gibt.

Ich denke, das Zauberwort heißt da "Transparenz". Die Etats müssen offengelegt werden und von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft werden. Wenn keine Kohle da ist, dürfen eben auch keine Spieler (nach) verpflichtet werden.

Rossi

Falk Herzig#23
05-05-09, 17:39
Die DEL wollte ja mit Ihrer Gründung weg vom reinen Sport hin zum Event. Die Fans der etablierten Vereine wollten aber weder Spiele gegen Weisswasser, EC in Hannover noch irgendwelche dämmlichen Tiernamen in neuen Logos.
Dazu kamen die schönen neuen (Einheits)Arenen, wo man sich manchmal Fragen muss in welcher Stadt man denn heute eigentlich zu Gast ist.
Früher hatte man bei 5.000 Zuschauer auch eine Einnahme die bis auf die Verbandsabgaben fast zu 100% in die Vereinskasse floss. Heute haben manche GmbH`s bei 10.000 Zuschauern noch nicht mal eine schwarze Null auf dem Konto!

Damit wurden die Basis an Fans über die Jahre hinweg immer kleiner, was zunächst ja auch kein Problem war, durch neue Hallen und in den Anfangsjahren durchaus ansehnlichem Sport wurde das aufgefangen.
Leider ist das Event nach dem 25. Besuch auch kein Event mehr, und das sportlichen Niveau ist in steilem Sinkflug.

Also hat man im Moment folgendes: Ein Event das keinen mehr hinter dem Ofen hervorlockt, ein sportlich schlechtes Niveau und teure Arenamietverträge die erfüllt werden müssen!!

ExXx
05-05-09, 17:55
Um aber mal zum Anfang des Threads zurück zu kehren. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es bei allen genannten Vereinen so düster aussieht.

Ich weiß nicht warum, aber Kassel kommt mir irgendwie wie Panikmache vor um an mehr Sponsoring zu kommen. Ich weiß halt auch nicht in wie weit der letztjährige Kader so unmengen gekostet haben soll.

Duisburg isses eig nur das Pape kein Bock mehr hatte, nach drei so bescheidenen Jahren nochmal Geld rein zu pumpen. Wäre Duisburg dieses Jahr nur in die Nähe der Play-offs gekommen, dann denke ich, wäre es weiter gegangen.

In Bietigheim gehts ja weniger um das Geld, der Porsche-Chef soll ja ein Fan der Steelers sein, als vielmehr um die Stadionuntauglichkeit, da ja dort der 9000-Punkte-Plan nicht erfüllt wird.

Und Köln ist mir persönlich eh ein Rätsel. Am Anfang hieß es nur man müsse den Etat zurück schrauben, da letztes Jahr die Einnahmen nicht so hoch waren, was ja im Sport mal passieren kann, und auf einmal bricht die totale Panik aus.

Ich will ja nix schön reden, aber leichte Zeifel kommen mir bei der Darstellung mancher Probleme auch auf...

Barbarossa
05-05-09, 18:26
Ich will ja nix schön reden, aber leichte Zweifel kommen mir bei der Darstellung mancher Probleme auch auf...

Ich bezweifle vor allen Dingen, dass das alles 'neue' Probleme sind.
Ich kann mir eher vorstellen, dass die genannten Teams einen Berg an Altschulden vor sich herschieben.
Gerade Kassel. In der Saison 06/07 dürften sie den mit Abstand teuersten Kader der 2. Liga gehabt haben, haben aber den Aufstieg verpasst. In der Folgesaison mit einem ähnlich überlegenen Kader der Wiederaufstieg. Ist für mich zumindest schwer vorstellbar, dass diese Spielzeiten mit Gewinn abgeschlossen wurden.

Und Köln... wer weiß, ob da nicht auch Altlasten drücken?

Duisburg. Naja. Ist für mich ein ähnliches Projekt wie einst die Revierlöwen. Man hat's versucht, es läuft einfach nicht da. Insofern nur konsequent, das Projekt einzustellen.


Damit wurden die Basis an Fans über die Jahre hinweg immer kleiner, was zunächst ja auch kein Problem war, durch neue Hallen und in den Anfangsjahren durchaus ansehnlichem Sport wurde das aufgefangen.
Leider ist das Event nach dem 25. Besuch auch kein Event mehr, und das sportlichen Niveau ist in steilem Sinkflug.

Die Basis an Fans wurde m.E. vor Allem wegen der seit Jahren anhaltenden Nicht-Präsenz in Fernsehen und Radio immer kleiner.

Rossi

No. 62
06-05-09, 07:33
Genau Rossi das ist das Problem. Die Nicht-Präsenz im Free-TV. Eishockey findet nur in den Standortstädten statt, sonst hörst Du nichts davon. Die DEL muss sich fragen, was ihr wichtiger ist, die paar Kröten von premiere oder ein bis zwei Spielzeiten darauf verzichten und dafür bereit sein im Free-TV für umme zu gehen (notfalls auch die Geschichte selbst zu produzieren)
Die neuen Hallen waren und sind notwendig, wenn Du als Sportart weiter wachsen willst. (Kannst heute keine 25 Euro verlangen und erwarten, dass sich der Kunde den Arsch abfriert) Das müssen alle anderen Sportarten (auch Königfussball) genauso machen. Wollte auch nicht mehr im strömenden Regen, wie vor 20 Jahren sitzen. Aber was nutzen die tollsten Hallen, wenn keiner weiß, was für ein Sport darin gespielt wird.

adler98
06-05-09, 12:50
Aber was nutzen die tollsten Hallen, wenn keiner weiß, was für ein Sport darin gespielt wird.
Ein anderer Sport als vor 19 Jahren, als ich zum Eishockey kam.
Zwei Punkte, wegen denen ich weiter dabei geblieben bin. Die Stimmung auf den Rängen und vor allem auf dem Eis. Beides heute nicht mehr vorhanden. Und das hat nix mit der fehlenden Fernsehpräsenz zu tun, "früher" konntest Du die Übertragungen im Free-TV auch an einer Hand abzählen. Das "Niveau" sinkt stetig, die DEL ist nicht zu anspruchsvoll, sie ist zu anspruchslos.
Wenn ich sehe, mit welchen Anti-Leistungen ein Spiel heutzutage über die Zeit gebracht wird, wird mir schlecht. Hauptsache nach dem Spiel im warmen Bus sitzen.

No. 62
06-05-09, 13:08
Gebe ich Dir recht, aber wie willst Du das ändern?
Ich komme oft in den Genuß drüben geschäftlich in den USA zu sein, dann könne ich mir ab und an NHL live. Ich will jetzt nur mal sagen, da sind in der Vorrunde Spiele dabei, da schläfst Du ein

adler98
06-05-09, 13:39
Gebe ich Dir recht, aber wie willst Du das ändern?
Das willst Du nicht wirklich wissen. :]
Ok, zu allererst würde ich als Trainer meinen Spielern beibringen (traurig, dass sie es nicht von selbst wissen), dass der nicht puckführende Spieler diese Stütze, die er Schläger nennt, auf dem verdammten Eis zu haben hat. Grausam mit anzusehn, dass das nicht funktioniert. Vergisst er es zweimal innerhalb von zehn Minuten, kann er nach der Drittelpause draußen bleiben. Er wird natürlich auch nur nach Leistung bezahlt. Wenn er keine erbringen kann, weil er ja nicht auf dem Eis steht, sein Pech.
Thema Checks: Du siehst, dass ein Gegenspieler angerauscht kommt und Dich kurz vor der Bande checken will? Begib Dich ganz an die Bande, gehe direkt an diese, nicht über "Los" oder sonstwas und füge Dich Deinem Schicksal! Dieses Wegdrehen oder "Buckelmachen" ist gefährlicher für einen selbst als den Check direkt an der Bande einzustecken. Darüber hinaus bekommt Dein Gegenspieler keine unverhältnismäßige (wenn überhaupt) Strafe aufgebrummt, was das ganze Spiel wieder actionreicher und damit unterhaltsamer macht. Schade, der Gegner darf noch mitspielen, denkt sich jetzt vielleicht die ein oder andere Pussy. Richtig, dafür bekommst Du als Pussy aber auch keine, solltest Du es ebenso machen.
Zwei kleine Ansätze (hab ja auch nicht den ganzen Tag Zeit :D), die das Spiel an sich wieder ein wenig attraktiver machen würden.
Was das Drumherum angeht -Einteilung der Liga, Anzahl der Spiele etc.- habe ich bis jetzt auch noch nicht der Weisheit letzten Schluss gefunden, ich arbeite aber dran. :pop:

ExXx
06-05-09, 15:15
Mal ne andere Frage zum Finanziellen Status der Vereine:

Was ich mich gefragt hab ist: Was hat es eig mit den Ligenlizensen auf sich?
So wie das der Alexander Brandt mal geschrieben hat, beträgt die Gebühr für die Lizens in der DEL: 800.000 Euro pro Jahr. Des is doch im endeffekt nur nen Wisch der mir die zugehörigkeit bestätigt? In der Oberliga kostet der "nur" 100.000 Euro. Warum is denn das Ding nötig? Die Lizens macht bei nem kleinen Team fast 1/4 des Etats aus. Und mit 800.000 könnt man sicherlich den ein oder anderen guten Spieler mehr finanzieren. (Ciernik zum beispiel soll bei köln jetzt angeblich 120.000netto pro Jahr bekommen, plus Dienstwagen, Wohnung etc.) Mit dem Geld könnten manche Vereine um einiges bessere Spieler verpflichten, oder eben benutzen um Schulden zu vermeiden, oder abzubezahlen. Laut Eishockeynews hat Straubing letztes Jahr geschätzte 500.000 Miese gemacht. Die wären ohne die Lizenz, oder zu nem Tarif wie in der Oberliga nicht da.
Und Vorallem was passiert denn mit dem Geld: Bei 16 Vereinen sind das immerhin 12,8Mio. Ich weiß ja net was nen Herr Tripke so verdient, und in welchen Luxushotels die ihre Hauptversammlung abhalten, aber dafür kann doch das ganze Geld nicht drauf gehen.

Kann mir also vlt jemand erklären was die Lizens so teuer macht, und wozu die genau notwendig ist?

Mr. Moose
07-05-09, 08:19
Zur momentanen Diskussion passt folgende Meldung des DSF. Das wird wohl noch ewig dauern, bis Eishockey soweit ist:

Sat und Kabel v. 7.05.09 (http://satundkabel.magnus.de/medien/artikel/update-handball-bundesliga-dsf-will-ard-und-zdf-ausstechen.html)

DSF bald Haussender für Handball-Bundesliga?

Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) könnte ARD und ZDF als wichtigster TV-Partner der Handball-Bundesliga (HBL) ablösen. Wie das "Handelsblatt" am späten Mittwochabend berichtete, plant die Tochter des Medienkonzerns Constantin neben einem 30- bis 45-minütigem Handball-Magazin für den Sonntag auch die Ausstrahlung zweier Live-Spiele pro Spieltag. Dafür wolle sich der Sender die TV-Erstverwertungsrechte für die Bundesliga sichern, die bislang bei den öffentlich-rechtlichen Sendern liegen, hieß es.

Das DSF kam bislang nur als Zweitverwerter zum Zuge und zeigt nur ein Live-Spiel pro Woche. "Handball ist eines der Top-Rechte im deutschen Fernsehen und das DSF ist der Handballsender Nummer eins in Deutschland", sagte Programmchef Torsten Haux der Zeitung. Man sei an den Rechten interessiert, könne aber zum jetzigen Zeitpunkt "keine Details bekannt geben".

Aktuell besitzt die Sportrechteagentur SportA das Erstzugriffsrecht für zwei Partien pro Spieltag und bezahlt dafür etwa 500.000 Euro jährlich. SportA gehört den gebührenfinanzierten Kanälen ARD und ZDF. Neben dem DSF soll sich auch der europäische Sportkanal Eurosport im Rennen befinden. Der kommende Vertrag wird für drei Spielzeiten von 2009 bis 2012 abgeschlossen.

Die Handball-Bundesliga könnte laut "Handelsblatt" mit dem Senderwechsel die Erlöse aus den TV-Rechten deutlich erhöhen. Bislang garantiert die laufende Vereinbarung der Liga Einnahmen in Höhe von einer Million Euro pro Jahr für die Inlandsvermarktung. Beim nächsten Vertrag sollen mindestens 1,5 Millionen Euro herausspringen, zitierte die Wirtschaftszeitung nicht genannte Insider.

Barbarossa
07-05-09, 18:25
Mal ne andere Frage zum Finanziellen Status der Vereine:

Was ich mich gefragt hab ist: Was hat es eig mit den Ligenlizensen auf sich?


Soweit mir bekannt, sind die 800.000 € eine Einmalzahlung, um sich "in die Liga einzukaufen", bzw. Anteile an der DEL zu erwerben - die Teams sind ja bekanntlich alle Miteigner.
Den Kooperationsvertrag (http://www.del.org/fileadmin/content/downloads/kooperationsvertrag.pdf) verstehe ich zumindest so.

Rossi

ExXx
07-05-09, 20:11
Ok, gut zu wissen, dank dir