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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Presse vom 5.9.09



Paige
05-09-09, 09:39
Rheinpfalz: (http://www.rheinpfalz.de)

Schmutz auf der Bühne

Eishockey: Adler leiden noch an Lampenfieber

Von Oliver Wehner

Schauspieler auf den großen Theaterbühnen sind Künstler. Bei Sportlern sollte man mit dieser Bezeichnung sparsam, ja vorsichtig umgehen. Unterhaltungskünstler trifft es wohl eher. Doug Mason, der Trainer der Mannheimer Adler, wähnt jedenfalls einige Künstler in seinem Kader, sprach er doch am Donnerstagabend mehrfach von „stage fright“, die seine Stars zu Beginn des ersten Eishockey-Saisonspiels gegen die Nürnberg Ice Tigers (4:1) befallen habe. Und dann wollte er wissen, was das auf Deutsch heißt: Lampenfieber.

„Sie sind Topspieler, aber sie sind auch Menschen“, warb Mason um Verständnis für die uninspirierte Vorstellung, die seine Protagonisten lange Zeit auf der Bühne SAP-Arena darboten. „Wir hatten sechs Wochen auf diesen Moment des ersten Spiels gewartet, dann sind wir etwas verkrampft“, erklärte Stürmer Justin Papineau. 0:1 stand‘s nach 31 Minuten, und es hätte 0:2 oder 0:3 stehen können, wenn nicht Torwart Freddy Brathwaite in seine altbekannte Rolle geschlüpft wäre und mal wieder den Saubermann im Chaos vor seinem Tor gegeben hätte. Dann aber kam „Schmutzis“ großer Moment. Schmutzi, das ist der originelle Spitzname von Tomas Martinec, der manchmal etwas schmutzig spielt, ansonsten aber ein netter Kerl ist. Beim 1:1 ging dabei alles mit rechten Dingen zu, aber für Doug Mason war es „ein schmutziges Tor“. Weil es erzwungen war, mit der Brechstange, ohne künstlerischen Wert.

Den hatten dann das fulminante 2:1 François Methots und der clevere Abstauber Papineaus zum 3:1. Aber vor der Kür, das haben die hochdotierten Adler in diesem Auftaktspiel erfahren, steht die Pflicht. Die eben die Arbeiter-Sturmreihe um Colin Beardsmore erledigte, ehe die Unterhaltungskünstler ran durften. Einer von ihnen: Scott King. „Einer der schlauesten Spieler der Liga“, findet Mason. King war zu Beginn der Vorbereitung krank, überzeugte in den Testspielen nicht immer – und war dann gegen Nürnberg voll da.

Und so war eine alte Eishockey-Weisheit wieder gültig: Die besten Spieler müssen die besten Spieler sein. Was klingt, wie ein Satz, der sich hinten in den Schwanz beißt, besagt nur: Wenn es eng zugeht, müssen die Topleute mit ihren individuellen Fähigkeiten den Unterschied ausmachen. „So kann man auch mit einer weniger starken Leistung gewinnen“, befand Doug Mason. Der Vorhang fiel. Nächster Akt: am Sonntag, 18.30 Uhr, bei den Krefeld Pinguinen.

Mr. Moose
05-09-09, 11:24
Mannheimer Morgen (http://www.morgenweb.de/nachrichten/sport/eishockey/artikel/20090905_srv0000004711982.html)

Eishockey: Adler-Trainer Doug Mason redet Mannheimer 4:1-Sieg gegen lange gleichwertige Nürnberger nicht schön

"Baseballer" Martinec löst Blockade

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Mannheim. 4:1 gewonnen, erster Saisonsieg in der Tasche, Soll erfüllt: Doug Mason wollte trotz des Auftakterfolgs in der DEL nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Das Spiel hätte auch ganz anders ausgehen können", sagte der Trainer der Mannheimer Adler und traf damit den Nagel auf den Kopf.

30 Minuten lang lief bei den Blau-Weiß-Roten wenig bis nichts zusammen. Sie durften sich bei Torhüter Freddy Brathwaite bedanken, dass es nach Andre Savages 0:1 (9.) bei diesem knappen Rückstand blieb - bis Tomas Martinec zuschlug. Zuvor hatte der Coach Colin Beardsmore in Überzahl nicht gebracht. "Doch dann hatte ich so ein Gefühl", meinte Mason. Und die zahlte sich aus. Beardsmore schickte Ronny Arendt, der Martinec vor dem Tor mustergültig bediente. In bester Baseballer-Manier versenkte der 33-Jährige den Puck im Netz und brachte mit dem 1:1 (32.) sein Team zurück auf Kurs.

"Das war purer Instinkt", meinte der Torschütze. "Wieso der Schiedsrichter so lange gebraucht hat, bis er den Treffer anerkannt hat, weiß ich aber auch nicht", sagte Martinec. Mason staunte nicht schlecht: "Es ist unglaublich, was ein einziges Tor bewirken kann. Das 1:1 hat uns die Energie gegeben, die wir vorher nicht hatten." Eine Blockade schien sich zu lösen. Hatten die Adler vorher kaum aufs gegnerische Gehäuse geschossen, zogen sie nun auch aus scheinbar aussichtslosen Lagen ab - und wurden dafür belohnt. Wie bei François Methots Schuss, der von Martin Ancicka abgefälscht wurde und zum 2:1 (35.) im Netz landete.

Dennoch mussten die Adler lange um den Dreier zittern. Erst in der Schlussphase schnürten Justin Papineau (57.) und der überragende Scott King (59.) per Penalty den Sack zu. Kein Wunder, dass der ehemalige Nürnberger nach seinem Tor und den beiden Vorlagen beim Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen ein Sonderlob bekam: "Scott ist einer der schlauesten Spieler der Liga. Gott sei Dank trägt er das Mannheimer Trikot", meinte Mason.

Dass sein Team im ersten Saisonspiel noch nicht bei 100 Prozent sein würde, hatte der 54-Jährige bereits erwartet. "Die Spieler hatten Lampenfieber. Sie haben sich selbst unter großen Druck gesetzt, das erste Saisonspiel in der eigenen Arena unbedingt gewinnen zu wollen. Meine Aufgabe ist es nun, die Mannschaft jeden Tag ein bisschen besser zu machen", sagte Mason.

Mr. Moose
05-09-09, 11:25
Lampertheimer Zeitung (http://www.lampertheimer-zeitung.de/sport/top-clubs/adler-mannheim/7370518.htm)

Stotter-Start

Von Martin Laus und Maik Richter

EISHOCKEY Doug Mason sucht keine Entschuldigungen / Adler Sonntag in Krefeld

Als es geschafft war, die ersten drei Punkte der Saison aufs Konto geschaufelt waren und im Bauch der Mannheimer Arena die Aufarbeitung des Saisoneröffnungsspiels in vollem Gange war, da versuchte Doug Mason erst gar nicht, nach Entschuldigungen zu suchen. Der Trainer der Mannheimer Adler wollte keine Ausflüchte parat halten für die doch mäßige Leistung seines Ensembles beim am Ende noch unerwartet klaren 4:1-Heimsieg gegen die Nürnberg Ice Tigers.

Derweil betonte der Kanadier, dass er in den Wochen der Vorbereitung den Spielern immer wieder eingebleut habe, dass - auch im Saisonverlauf - viel Arbeit vor der Mannschaft liegt. Die Betonung lag dabei auf Saisonverlauf, gemeint war hierbei nicht nur die Vorbereitung. "In jedem Spiel, an jedem Tag müssen wir uns verbessern", forderte Mason.

Der Motor der Star-Truppe hat am Donnerstag noch gehörig gestottert. Doch nicht zu unterschätzen ist, dass zehn der 20 Akteure, die gegen die Ice Tigers auf dem Eis standen, neu im Kader sind. Und das Zusammenwachsen braucht Zeit, darüber sollten auch die guten Ergebnisse der Vorbereitung nicht hinwegtäuschen. Ein erstes Urteil darf wohl erst in ein bis zwei Monaten gefällt werden.

Gegen Nürnberg dauerte es bis zum mehr oder weniger reingewürgten 1:1 durch Tomas Martinec, bis den Adlern die nötige Sicherheit zu eigen war. Zuvor hätten sich die Mannheimer nicht beschweren dürfen, wenn sie höher als nur 0:1 zurückgelegen hätten. Immerhin ist mit dem Auftaktsieg gegen den Viertelfinalgegner der letzten Saison der Druck ein wenig gewichen. "Jetzt können wir entspannter nach Krefeld fahren", gab Mason zu Protokoll. Je nach Ausgang der Auftaktpartie der Pinguine am Freitagabend gegen Wolfsburg haben die Rheinländer am Sonntagabend gegen die Adler, vor allem bei ihrer Heimpremiere, möglicherweise mehr Druck.

Nürnbergs Coach Andreas Brockmann resümierte derweil nach der Partie in Mannheim: "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben Mannheim unter Druck gesetzt, haben mehr Chancen gehabt. Aber das hat den Unterschied ausgemacht: Mannheim hat seine Chancen ausgenutzt. Wir können dennoch erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen."

Doug Mason kritisierte: "Die ersten 30 Minuten haben wir zu viel zugeschaut. Nürnberg hat viel Druck gemacht, wir haben nicht mitgespielt, haben dann aber langsam mehr Tempo gemacht. Wir haben manchmal zu kompliziert gespielt. Wir haben zu viel zugeschaut, nicht genug mitgespielt. "

Das "schmutzige" Tor von Martinec habe schließlich mehr Energie freigesetzt, in dessen Zuge die Adler die Partie drehten und durch zwei späte Tore von Justin Papineau und Scott King (Penalty) doch noch klar gewannen.