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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Presse vom 21.04.2013



Al Birdy
21-04-13, 14:27
Florian Kettemer: Mir gehört die Zukunft

Florian Kettemer hat eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Doch der Verteidiger der Mannheimer Adler hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Aufzugeben ist nicht sein Ding.

Nein, das Schicksal meint es wahrlich nicht gut mit Florian Kettemer. Der Verteidiger der Mannheimer Adler hat ein verdammt schweres Jahr hinter sich. Erst musste er sich in den Kader der Blau-Weiß-Roten zurückkämpfen, nachdem er von seinem Vereinstrainer Harold Kreis als "zu weich" abgestempelt worden war. Dann kam das Play-off-Aus schon im Viertelfinale gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. Und jetzt, da er sich gerade wieder in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt hatte, war Kettemer das Glück erneut nicht hold: Im Training zog er sich eine Verletzung im rechten Knie zu. Der 26-Jährige musste die Testspiele des DEB-Teams am Wochenende gegen Schweden absagen und bangt nun um seine Teilnahme an der WM in Finnland und Schweden (3. bis 19. Mai).
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"Das haut mich auch nicht um", sagte Kettemer, der erst nach weiteren Untersuchungen in Mannheim erfahren wird, ob für ihn die Reise in den hohen Norden flach fällt. "Darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn es so weit ist", betonte der Mann mit der Rückennummer 69: "Ich habe in der abgelaufenen Saison in Mannheim so viel durchgemacht - das hat mich unglaublich gefestigt."

Stimmt: Kettemer hätte sich in ein Schneckenhaus zurückziehen könne, als Kreis ihn zu Saisonbeginn auf die Tribüne setzte - doch der gebürtige Kaufbeurer warf die Flinte nicht ins Korn, sondern überzeugte seinen Coach davon, dass dieser mit seiner Einschätzung falsch lag. Nicht nur, aber vor allem in den Play-offs übernahm er Verantwortung, als die vermeintlichen Führungsspieler abgetaucht waren. Er rettete die Adler mit seinem Tor in der Verlängerung ins sechste Spiel, er ging voran, er kämpfte bis zur letzten Sekunde.

Doch nicht erst Kettemers Leistungen in der K.o.-Runde überzeugten Teal Fowler davon, den Vertrag des Abwehrspielers um ein Jahr zu verlängern. Eine Entscheidung, die noch vor einem knappen halben Jahr so unwahrscheinlich war wie die absolute Mehrheit von Schwarz-Gelb bei den kommenden Bundestagswahlen. Doch nun sagt der Manager: "Niemand hat sich seine Vertragsverlängerung so sehr verdient wie ,Kette'. Er hatte in diesem Jahr viele Gelegenheiten, alles hinzuschmeißen, doch er hat es nicht getan."

Bereits im Februar, erinnert sich der Verteidiger, habe der Klub mit ihm über ein mögliches weiteres Engagement gesprochen. "Natürlich habe ich mich auch nach Alternativen umgehört", sagte Kettemer - doch er gab den Blau-Weiß-Roten das Ja-Wort. Das tat er vielleicht auch deshalb, weil er das Gefühl hat, mit den Adlern noch etwas zurechtrücken zu müssen. "Wir hatten in den Play-offs nicht unsere beste Zeit, Wolfsburg war einfach besser", betonte der 26-Jährige, der das Mannheimer Umfeld gleichzeitig zur Ruhe mahnt: "Was passiert ist, ist passiert. Jetzt sollte aber nicht gleich alles infrage gestellt und schlechtgemacht werden." Er wies darauf hin, wie die Berliner Eisbären 2010 auf das Play-off-Fiasko gegen die Augsburger Panther reagierten: "Damals gab es in Berlin auch keine Weltuntergangsstimmung. Und im Anschluss wurden die Eisbären zweimal Meister."

Von den Besten lernen, heißt siegen lernen: Auch in einem weiteren Punkt sieht Kettemer den Titelverteidiger als Vorbild: "Berlin startet jedes Jahr mit vielen guten Deutschen und mit wenigen Ausländern. Das ist der richtige Ansatz. In dieser Hinsicht sehe ich uns aber auf einem guten Weg. Mit Christopher Fischer, Kai Hospelt und Martin Buchwieser wechseln drei Klasse-Typen zu uns."

Von Bundestrainer Pat Cortina ist Kettemer ebenfalls überzeugt. Er kennt den 48-jährigen Italo-Kanadier aus gemeinsamen Tagen beim EHC München: "Cortina ist gut für die Nationalmannschaft. Er fährt eine ganz klare Linie und will, dass seine Spieler ständig an sich arbeiten." (cr)
Sonntag, 21.04.2013

Quelle:www.morgenweb.de