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Fazit 2025/2026 und Ausblick

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  • Fazit 2025/2026 und Ausblick



    Ich habe das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen.

    Seit Dallas Eakins bei den Adler Mannheim Trainer und Manager in Personalunion ist und damit die Ära von Jan-Axel Alavaara beendet wurde, hören wir immer wieder dieselben Schlagworte: Struktur, Stabilität, Kontinuität, langfristiger Aufbau. Klingt alles vernünftig. Klingt nach Plan. Klingt nach Geduld.

    Aber irgendwann muss man sich ehrlich fragen: Aufbau wofür eigentlich?

    Wir stehen sportlich seit zwei Jahren immer am selben Punkt. Gut genug für oben. Gut genug für Finalserien. Gut genug, um Hoffnung zu haben. Aber eben nicht gut genug, um den letzten Schritt zu gehen. Und spätestens in den Serien gegen die Eisbären Berlin sieht man jedes Mal dieselben Symptome. Nicht zufällig. Nicht Pech. Sondern strukturell.

    Eakins hat dem Team Ordnung gegeben. Das muss man anerkennen. Das Spiel ist strukturierter, disziplinierter, nordamerikanischer. Dump-and-Chase, Forecheck, klare Rollen. Das Problem ist nur: Dieses System verlangt ein physisches, unangenehmes Team. Einen Gegner, gegen den man nicht spielen will. Und genau das sind wir nicht.

    Wir sind organisiert. Wir sind fleißig. Wir sind diszipliniert.
    Wir sind angenehm.

    Und jetzt kommen wir zum Punkt, der mich wirklich wahnsinnig macht: die frühzeitigen Vertragsverlängerungen.

    Ich verstehe Kontinuität. Wirklich. Aber Kontinuität ist etwas, das sich Meister erlauben. Nicht Teams, die noch auf der Suche nach ihrer Identität sind. Wir haben zentrale Importrollen frühzeitig verlängert – und damit genau die Flexibilität aufgegeben, die man braucht, um den letzten Schritt zu machen.

    Die Verlängerungen mit Esposito, Gilmour und Bennett sind das perfekte Beispiel für dieses Sicherheitsdenken. Das sind keine schlechten Spieler. Keiner davon fällt negativ auf. Keiner ist ein Problem. Aber genau das ist der Punkt: Sie sind auch nicht der Grund, warum man Meister wird.

    Das sind „komfortable“ Entscheidungen.
    Und Komfort gewinnt keine Titel.

    Diese Deals zementieren einen Kader, der gut funktioniert, aber nicht vollständig ist. Wir haben Import-Spots gebunden, bevor wir überhaupt die zentrale Baustelle des Teams geschlossen haben. Und damit haben wir uns selbst die Handlungsfreiheit genommen. Jeder, der jetzt über neue Spielertypen spricht, muss sich die simple Frage stellen: Wo sollen die überhaupt spielen?

    Der Kader ist zu. Fast komplett. Und zwar freiwillig.

    Sportlich fehlt diesem Team keine Struktur und keine Tiefe. Was fehlt, ist eine klare physische Identität. Wir erzeugen Zonenzeit, aber zu wenig Chaos. Wir spielen viel an der Bande, aber zu selten im Slot. Wir haben Scheibenbesitz, aber zu wenig Rebounds. Wir fahren den Puck tief, aber niemand macht vor dem Tor wirklich Terror.

    Und das ist im Playoff-Hockey tödlich.

    Serien werden vor dem Tor gewonnen. Mit Screens, mit Rebounds, mit Strafen, mit Emotion. Mit Spielern, die Checks zu Ende fahren und Gegner zur Weißglut treiben. Spieler, gegen die man nicht spielen will. Spieler, die Spiele hässlich machen.

    Genau diese Komponente fehlt uns seit Jahren. Und genau diese Komponente wurde durch die Vertragsverlängerungen faktisch auf Eis gelegt.

    Das ist der strategische Widerspruch, den ich einfach nicht verstehe:
    Der Trainer installiert ein System, das Physis verlangt.
    Der Klub baut einen Kader, der auf Stabilität ausgelegt ist.

    Beides gleichzeitig funktioniert nicht.


    Wir sind aktuell gut genug, um jedes Jahr mitzuspielen. Aber solange niemand bereit ist, funktionierende Importrollen aufzubrechen und Platz für die fehlenden Spielertypen zu schaffen, werden wir immer wieder an derselben Stelle stehen bleiben.

    Nicht weil wir schlecht sind.
    Sondern weil wir zu angenehm zu spielen sind.
    ?
    14.10.1993 - 10.09.2025

  • #2
    Ausblick:
    Der Blick auf 2026/27 fühlt sich aus meiner Perspektive ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd an. Wenn der Kader zu 99 % steht, bedeutet das im Klartext: Die sportliche Entwicklung hängt fast ausschließlich davon ab, dass ein bestehender Kern plötzlich Dinge liefert, die er in den letzten Jahren eben nicht geliefert hat. Und genau hier liegt der wunde Punkt.

    Bei den Adler Mannheim ist die Ausgangslage paradox: Man hat Stabilität geschaffen – aber keine echte Aufbruchsstimmung. Kontinuität ist im Sport nur dann ein Vorteil, wenn die Basis stimmt. Wenn sie nicht stimmt, konserviert man Mittelmaß.

    Die kommende Saison wird deshalb sehr wahrscheinlich von einem bekannten Muster geprägt sein. Mannheim wird defensiv ordentlich stehen, strukturiert spielen und über weite Strecken schwer zu schlagen sein. Man wird viele enge Spiele sehen, viele 2:1- und 3:2-Partien. Das Problem: Genau dieses Profil hatte die Mannschaft bereits – und es hat nicht gereicht, um wirklich gefährlich zu sein.

    Der Angriff bleibt das strukturelle Risiko. Die Punkteproduktion der aktuellen Offensivspieler lässt nicht plötzlich einen Sprung erwarten. Ohne externe Top-Scorer muss intern ein Leistungssprung passieren. Und genau darauf zu hoffen ist im Profisport die unsicherste Strategie überhaupt. Spieler entwickeln sich, ja – aber ganze Kader sprengen selten kollektiv ihre bisherige Output-Decke.

    Dazu kommt ein taktisches Folgeproblem: Gegner kennen Mannheim inzwischen sehr genau. Das Spiel ist berechenbar geworden. Viel Struktur, viel Arbeit, wenig Kreativität, wenig Chaos im Angriffsdrittel. Playoff-Hockey verlangt aber genau dieses Chaos, diese „Gamebreaker-Momente“. Momentan gibt es im Kader zu wenige Spieler, die Spiele individuell kippen können.

    Die größte Gefahr für 2026/27 ist deshalb nicht der Absturz – sondern die Stagnation. Mannheim wird sehr wahrscheinlich ein gutes Hauptrundenteam bleiben. Platzierungen im oberen Drittel sind realistisch. Aber der Abstand zu echten Meisterschaftskandidaten droht bestehen zu bleiben, weil die offensive Spitzenqualität fehlt.

    Und genau hier rächt sich die festgezurrte Kaderplanung: Wenn während der Saison sichtbar wird, dass Punch fehlt, gibt es kaum Stellschrauben. Wenig Spielraum, wenig Import-Slots, wenig Flexibilität. Man hat sich bewusst in eine Position gebracht, in der Hoffnung ein zentraler Bestandteil der sportlichen Strategie ist.

    Der Ausblick ist daher nüchtern: solide Hauptrunde, gute Struktur, stabile Defensive – aber weiterhin das Risiko, dass in entscheidenden Momenten die offensive Durchschlagskraft fehlt. Die Saison 2026/27 wirkt weniger wie ein Angriff auf den Titel und mehr wie der Versuch, mit einem bekannten Fundament endlich den Schritt zu schaffen, den man eigentlich schon in den letzten Jahren gebraucht hätte.

    Zudem sind alle ein Jahr älter…
    ?
    14.10.1993 - 10.09.2025

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    • #3
      Der Impuls kann ja noch kommen. Es war keine schlechte Saison, die Mannschaft hat oft Charakter bewiesen. Es gibt einen soliden Kern, es fehlte der letzte Schritt. Wenn man den Verlauf der Serie sieht, kann man hoffen, dass der Manager die Kraft hat, zu erkennen, dass das System des Coaches zu limitiert war. Da könnte man ansetzen

      Kommentar


      • #4
        Irgendwann eventuell ausführlich, aber die Prognosse sieht schwarz aus, sollte das Gerücht um Schütz stimmen und er fällt wohl auch bis September aus dann macht es das nicht rosiger.
        Wir haben einen Trainer, der sein eigner Manager ist und wohl nur DH über ihn entscheiden kann…
        Wir geben nun doch wieder Rentnerverträge.
        Wir haben nun einen neuen Kern an Spielern mit Berlintrauma.
        Wir haben einen Trainer der für Negativrekorde steht anstatt Titel zu gewinnen.

        Kommentar


        • #5
          Die Eisbären haben verdient gewonnen, auch wenn sie nicht die große Übermannschaft sind, wie ich bereits im ersten Finalspiel geschrieben habe. Mit der miserablen Chancenverwertung haben wir sie erst richtig aufgebaut und stark gemacht. Wer keine Tore schießt kann nicht gewinnen. Dieses Problem begleitet uns schon die letzten Jahre. Keine Ahnung ob es Unfähigkeit oder Dummheit ist, bzw. auf die oftmals zu zahme Spielweise zurückzuführen ist. Ein gerüttelt Maß ist dem Trainergespann zuzuschreiben. Nach dieser katastrophalen Finalserie wird es den Adlern nicht so leicht fallen Änderungen und Preiserhöhungen bei gleich hohen Zuschauerzahlen durchzusetzen. Es tat zeitweise richtig weh, dem Treiben auf dem Eis zuzuschauen. Eine logische Fortsetzung der Hauptrunde. Ich rechne nicht mit einer Besserung im nächsten Jahr. Leider.

          Kommentar


          • #6
            Hm, klar sind wir jetzt alle frustriert das gerade mal wider gegen Berlin man krachend gescheitert ist (ja so kannmal das leider formulieren).
            Auf der anderen Seiten gibt es aber auch Aspekte in dieser Saison, die schon gut waren. IM ersten Drittel hat man alle an die Wand gespielt, und auch in Playoffs eigentlich Souverän ins Finale vorgerückt. Sowohl BHV als auch München wurden gefühlt in den jeweils ersten drei Partien überrannt. Berlin hat es dann so mit uns gemacht.

            Frage, was ist nun der große Unterschied zwischen Ostgoten und uns ? Erfahrung. Berlin spielt eine schwache Hauptrunde und schafft es gerade so in Top 6. Dann aber scheint alles wie am Schnürchen zu laufen. MM ist das nicht an einzelne Topscorere festzumachen sondern auch das ein Kern existiert der in Teilen x Meisterschaften geholt hat. Und auch Berlin setzt auf Kontinuität sonst wäre Aubin schon längst weg (wir erinnern uns an deren Saison wo sie fast abgestiegen sind).

            Von daher ist meine Hoffnung, das man auf der Basis die man jetzt hat über den Sommer das Spielsystem verfeinert.
            Weil das was die Vorredner anprangern haben wir ja alles mal gesehen, es ist aber nicht immer präsent. Sobald man nämlich Screens setzte, hart vorn Tor arbeitet oder faire harte Checks austeilt ist man öfter Erfolgreich.

            Problem zwei ist, m.E., das unser System keinen zweiten Plan hat und man nicht reagieren kann, wenn das System vom Gegner "geknackt" wurde. Berlin hat mit dem Vorcheck uns genau in Schwierigkeiten gebracht und somit uns leider immer zu ungünstigen Zeitpunkten einen eingeschenkt. Insgesamt sind wir da oft vom eigenen Spielsystem abgekommen und dann war es extrem schwer Spiele zu drehen. Aber hier könnte man mit einem Kernkader deutlich besser arbeiten als wenn jetzt die Hälfte der Mannschaft neu ist man die erstmal wieder auf Stand bringen muss.

            Wir werden sehen, was der Sommer bringt.

            Kommentar


            • #7
              Zitat von fhansi Beitrag anzeigen
              Auf der anderen Seiten gibt es aber auch Aspekte in dieser Saison, die schon gut waren. IM ersten Drittel hat man alle an die Wand gespielt, und auch in Playoffs eigentlich Souverän ins Finale vorgerückt. Sowohl BHV als auch München wurden gefühlt in den jeweils ersten drei Partien überrannt. Berlin hat es dann so mit uns
              Wir haben München in den ersten drei Spielen überrannt? In Spiel 1 hätten wir ohne Franzreb und Papst in der Tasche spätestens in der Verlängerung verloren und in Spiel 2 waren wir bis zum 2:2 durch Plachta aus dem nichts auch überhaupt nicht im Spiel.

              Die Zeit ist ein Dieb...

              Kommentar


              • #8
                Zitat von fhansi Beitrag anzeigen
                Frage, was ist nun der große Unterschied zwischen Ostgoten und uns ? Erfahrung. Berlin spielt eine schwache Hauptrunde und schafft es gerade so in Top 6. Dann aber scheint alles wie am Schnürchen zu laufen. MM ist das nicht an einzelne Topscorere festzumachen sondern auch das ein Kern existiert der in Teilen x Meisterschaften geholt hat.
                Genau die Topscorer sind der Unterschied Kirk und Ronning liefern in der Finalserie ab und unser bester Stürmer verdreht sich ohne Fremdeinwirkung den Fuß. Nach dem ersten verlorenen Spiel hätte DE die Taktik defensiver einstellen müssen und Kirk / Ronning den Spaß am Spiel durch häufiges Checken nehmen. Stattdessen verstärkt man die Offensiven Bemühungen und spielt damit den Berlinern in die Karten.

                Der Unterschied ist: Wir haben unser bestes Hockey am Anfang der Saison gespielt und Berlin am Ende in den Playoffs.

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                • #9
                  Zitat von fhansi Beitrag anzeigen
                  Hm, klar sind wir jetzt alle frustriert das gerade mal wider gegen Berlin man krachend gescheitert ist (ja so kannmal das leider formulieren).
                  Auf der anderen Seiten gibt es aber auch Aspekte in dieser Saison, die schon gut waren. IM ersten Drittel hat man alle an die Wand gespielt, und auch in Playoffs eigentlich Souverän ins Finale vorgerückt. Sowohl BHV als auch München wurden gefühlt in den jeweils ersten drei Partien überrannt. Berlin hat es dann so mit uns gemacht.

                  Frage, was ist nun der große Unterschied zwischen Ostgoten und uns ? Erfahrung. Berlin spielt eine schwache Hauptrunde und schafft es gerade so in Top 6. Dann aber scheint alles wie am Schnürchen zu laufen. MM ist das nicht an einzelne Topscorere festzumachen sondern auch das ein Kern existiert der in Teilen x Meisterschaften geholt hat. Und auch Berlin setzt auf Kontinuität sonst wäre Aubin schon längst weg (wir erinnern uns an deren Saison wo sie fast abgestiegen sind).

                  Von daher ist meine Hoffnung, das man auf der Basis die man jetzt hat über den Sommer das Spielsystem verfeinert.
                  Weil das was die Vorredner anprangern haben wir ja alles mal gesehen, es ist aber nicht immer präsent. Sobald man nämlich Screens setzte, hart vorn Tor arbeitet oder faire harte Checks austeilt ist man öfter Erfolgreich.

                  Problem zwei ist, m.E., das unser System keinen zweiten Plan hat und man nicht reagieren kann, wenn das System vom Gegner "geknackt" wurde. Berlin hat mit dem Vorcheck uns genau in Schwierigkeiten gebracht und somit uns leider immer zu ungünstigen Zeitpunkten einen eingeschenkt. Insgesamt sind wir da oft vom eigenen Spielsystem abgekommen und dann war es extrem schwer Spiele zu drehen. Aber hier könnte man mit einem Kernkader deutlich besser arbeiten als wenn jetzt die Hälfte der Mannschaft neu ist man die erstmal wieder auf Stand bringen muss.

                  Wir werden sehen, was der Sommer bringt.
                  Wie schon jemand geschrieben hat; wir haben München überrannt?

                  Dieses Berlin hat an ihm fest gehalten etc geht mir so auf den Sack. Der Trainer Aubin konnte auch 2 Meisterschaften mit seinem Team nachweisen, DE kann nichts nachweisen außer negativrekorde.

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                  • #10
                    Ich checke mit einem positiven Gesamtfazit aus der Saison aus.
                    Ich habe einen deutlichen Fortschritt zur Vorsaison gesehen und traue dem Team zu, in der nächsten Saison noch einen Schritt weiter zu gehen.
                    Berlin nächste Saison mit zwei neuen Goalies, ohne Noebels und (wohl) neuem Trainer.
                    Köln mit einem überaltertem Kader und neuem Trainer.
                    Wir haben ein Team im besten Alter und setzen auf Kontinuität.
                    Trotzdem werden wohl (hoffentlich) , auch wegen der CHL, zwei neue Stürmer kommen. Wenn diese Transfers ähnlich sitzen wie Renouf und Solow, dann kann ich den Pessimismus einiger Mitforisten nicht teilen.

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                    • #11
                      Zitat von Eisdenker68 Beitrag anzeigen

                      Ich habe das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen.

                      Seit Dallas Eakins bei den Adler Mannheim Trainer und Manager in Personalunion ist und damit die Ära von Jan-Axel Alavaara beendet wurde, hören wir immer wieder dieselben Schlagworte: Struktur, Stabilität, Kontinuität, langfristiger Aufbau. Klingt alles vernünftig. Klingt nach Plan. Klingt nach Geduld.

                      Aber irgendwann muss man sich ehrlich fragen: Aufbau wofür eigentlich?

                      Wir stehen sportlich seit zwei Jahren immer am selben Punkt. Gut genug für oben. Gut genug für Finalserien. Gut genug, um Hoffnung zu haben. Aber eben nicht gut genug, um den letzten Schritt zu gehen. Und spätestens in den Serien gegen die Eisbären Berlin sieht man jedes Mal dieselben Symptome. Nicht zufällig. Nicht Pech. Sondern strukturell.

                      Eakins hat dem Team Ordnung gegeben. Das muss man anerkennen. Das Spiel ist strukturierter, disziplinierter, nordamerikanischer. Dump-and-Chase, Forecheck, klare Rollen. Das Problem ist nur: Dieses System verlangt ein physisches, unangenehmes Team. Einen Gegner, gegen den man nicht spielen will. Und genau das sind wir nicht.

                      Wir sind organisiert. Wir sind fleißig. Wir sind diszipliniert.
                      Wir sind angenehm.

                      Und jetzt kommen wir zum Punkt, der mich wirklich wahnsinnig macht: die frühzeitigen Vertragsverlängerungen.

                      Ich verstehe Kontinuität. Wirklich. Aber Kontinuität ist etwas, das sich Meister erlauben. Nicht Teams, die noch auf der Suche nach ihrer Identität sind. Wir haben zentrale Importrollen frühzeitig verlängert – und damit genau die Flexibilität aufgegeben, die man braucht, um den letzten Schritt zu machen.

                      Die Verlängerungen mit Esposito, Gilmour und Bennett sind das perfekte Beispiel für dieses Sicherheitsdenken. Das sind keine schlechten Spieler. Keiner davon fällt negativ auf. Keiner ist ein Problem. Aber genau das ist der Punkt: Sie sind auch nicht der Grund, warum man Meister wird.

                      Das sind „komfortable“ Entscheidungen.
                      Und Komfort gewinnt keine Titel.

                      Diese Deals zementieren einen Kader, der gut funktioniert, aber nicht vollständig ist. Wir haben Import-Spots gebunden, bevor wir überhaupt die zentrale Baustelle des Teams geschlossen haben. Und damit haben wir uns selbst die Handlungsfreiheit genommen. Jeder, der jetzt über neue Spielertypen spricht, muss sich die simple Frage stellen: Wo sollen die überhaupt spielen?

                      Der Kader ist zu. Fast komplett. Und zwar freiwillig.

                      Sportlich fehlt diesem Team keine Struktur und keine Tiefe. Was fehlt, ist eine klare physische Identität. Wir erzeugen Zonenzeit, aber zu wenig Chaos. Wir spielen viel an der Bande, aber zu selten im Slot. Wir haben Scheibenbesitz, aber zu wenig Rebounds. Wir fahren den Puck tief, aber niemand macht vor dem Tor wirklich Terror.

                      Und das ist im Playoff-Hockey tödlich.

                      Serien werden vor dem Tor gewonnen. Mit Screens, mit Rebounds, mit Strafen, mit Emotion. Mit Spielern, die Checks zu Ende fahren und Gegner zur Weißglut treiben. Spieler, gegen die man nicht spielen will. Spieler, die Spiele hässlich machen.

                      Genau diese Komponente fehlt uns seit Jahren. Und genau diese Komponente wurde durch die Vertragsverlängerungen faktisch auf Eis gelegt.

                      Das ist der strategische Widerspruch, den ich einfach nicht verstehe:
                      Der Trainer installiert ein System, das Physis verlangt.
                      Der Klub baut einen Kader, der auf Stabilität ausgelegt ist.

                      Beides gleichzeitig funktioniert nicht.


                      Wir sind aktuell gut genug, um jedes Jahr mitzuspielen. Aber solange niemand bereit ist, funktionierende Importrollen aufzubrechen und Platz für die fehlenden Spielertypen zu schaffen, werden wir immer wieder an derselben Stelle stehen bleiben.

                      Nicht weil wir schlecht sind.
                      Sondern weil wir zu angenehm zu spielen sind.
                      ?
                      ich kann Dir in vielen Punkten zustimmen. Wir hatten dies 2007-08 mal so ähnlich. Einer der besten Spieler, Nathan Robinson, wurde an Berlin abgegeben, die Mannschaft weitgehend zusammengehalten anstatt die Schwachpunkte zu analysieren und abzustellen . Ergebnis, statt Titelverteidigung? Platz 6 und das Aus im Viertelfinale. Robinson wurde dann wieder zurückgeholt war aber bei weitem nicht mehr der Gleiche.

                      Was ich nicht kapiere ist das die Verlängerungen mit Gilmour kritisiert wird. Bei den anderen + Plachta stimme ich zu, unnötige Verlängerung. Es fehlen 1-2 mit Gardemaß für das physische Spiel und 2 Topscorer, Schwerpunkt Tore.

                      Wir haben heute wegen des Chancenwuchers und des unglaublich schlechten Paßspiels verloren. Ansonsten war es soweit ok, bemerkenswert wie viele Leistungsträger heute abgetaucht sind.

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                      • #12
                        Warum manche immer so darauf erpicht sind, einen verdienten Spieler wie Plachta rauszuwerfen. Ohne ihn wäre man schon gegen München rausgeflogen und er verteilt schon seit Anfang des Jahres die härtesten Checks im ganzen Kader. So lange wir noch 2 bis 3 Importspieler haben, die schlechter spielen, sollte man erst mal da ansetzen.

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                        • #13
                          Eisdenker68, MM16 und Otto haben die Situation ausführlich beschrieben. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich persönlich sehe die Mannheimmer Situation auch äußerst problematisch. Man muss ja den sportlichen Erfolg auch immer dem finanziellen Aufwand beimessen. Die Finalspiele waren ein Desaster. Es waren nur Drittel 3 in Spiel 4 und Drittel 2 in Spiel 5 (da hatte man wirklich Pech) finalwürdig. Wie soll die Truppe dieses Dilemma verarbeiten? Hätte Straubing nicht den 2. Platz verspielt wären wir sang- und klanglos im Viertelfinale ausgeschieden.


                          Da kommt auch schon die nächste Frage. D.E. scheint mit der Saison zufrieden zu sein. Aber wer ist jetzt dafür zuständig um die Schwachpunkte zu analysieren? Keine Torjäger vorhanden, kein Grinder vorhanden, kein Enforcer vorhanden, zu viele Querpässe, zu wenig Abschlüsse.


                          Die vielen Vertragsverlängerungen sehe ich vor allem im Angriff kritisch an. Zum einen haben wir da zu viele Ü30 Spieler und zum anderen sind wir auf den Kontingentstellen schwächer besetzt als andere Spitzenteams.


                          Bei Instagram dominieren dennoch die "Jubler". Da sehen die meisten die Situation komplett anders und sind mit der Saison voll zufrieden. Schreibt einer dagagen wird er sofort beschimpft, dass er kein richtiger Fan sei. Aber sich die Sache passend hinzudrehen, hilft in der nächsten Saison auch nicht weiter.
                          ?

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                          • #14
                            Zitat von Shorthandgoal Beitrag anzeigen
                            Warum manche immer so darauf erpicht sind, einen verdienten Spieler wie Plachta rauszuwerfen.
                            Von Rauswerfen war keine Rede. Man hätte ihn nicht verlängern sollen um neue, jüngere Spieler einbauen zu können. Im Finale abgetaucht und teilweise mit haarsträubenden Fehlern. Ein gutes Management zeichnet sich auch dadurch aus, dass man sich rechtzeitig von Spielern trennt. Jetzt ist die Sache erledigt.

                            Kommentar


                            • #15
                              Ich war anfangs auch sehr skeptisch gegenüber den zahlreichen Verlängerungen, und ein oder zwei davon sind meiner Meinung nach durchaus strittig. Mittlerweile sehe ich das Ganze jedoch nicht mehr so negativ. Dem Kader fehlt und da sind wir uns wohl alle einig ein „Arschloch“ im Sturm. Beispiele wie Pinizzotto (dreimal Meister) oder Veilleux (dreimal Meister) zeigen, dass man gerade in der Offensive jemanden braucht, der diese Rolle übernimmt. So jemand könnte beispielsweise für O’Donnell kommen.
                              Dann noch eine Verstärkung für Kreö in der Verteidigung, und der Kader sieht insgesamt doch ziemlich gut aus. Zu Beginn der Saison haben wir die Liga regelrecht schwindelig gespielt. Das heißt die Mannschaft kann es. Es hat im Finale lediglich an Reife auf dem Eis und teilweise auch hinter der Bande gefehlt.

                              Unter Fowler haben wir uns jahrelang darüber beschwert, dass es jede Saison einen Umbruch gibt. Als Johan Lundskog entlassen wurde, haben sich alle darüber aufgeregt, dass man nicht einmal an einem Trainer festhalten kann. Jetzt wird einfach ein neuer Weg eingeschlagen und ich finde, wir sollten diesem eine Chance geben. Die nächste Saison jetzt schon wie es einige hier tun abzuschreiben, halte ich für falsch.

                              Eine Regel bleibt immer bestehen: „Alles außer Mannheim ist Scheiße!“ Wir greifen nächste Jahr wieder an und diesmal gibt es nur ein Ziel und das ist die Meisterschaft.
                              ?

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