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    „Rotkäppchen“ als Dauerbrenner

    Eishockey: Warum Adler-Musterprofi Ben Smith einfach immer spielt

    Von Oliver Wehner

    Mannheim. 52 - 14 - 41. Das sind nicht die Maße von Adler-Stürmer Ben Smith. Aber die Zahlen verdeutlichen den hohen Stellenwert des Mannheimer Musterprofis mit der für Eishockeyspieler ungewöhnlichen musikalischen Ader.

    Thomas Müller spielt immer. Sagte einst Fußballtrainer Louis van Gaal. Ben Smith spielt definitiv immer. Auf seine Leistungen allein ist dieser Satz, anders als damals im Fall Müller, dabei gar nicht mal bezogen, denn das Können und die besondere Aura des US-Amerikaners sind sowieso unbestritten. Aber Smith spielt auch deshalb immer, weil er seit seiner Ankunft im Mannheimer Sommer 2018 noch nie verletzt zuschauen musste. Alle 52 Punktspiele der DEL bestritt er vergangene Saison, danach sämtliche 14 Play-off-Partien. Und nun sind es schon wieder alle 41 bisher absolvierten Hauptrundenpartien. Einzigartig.

    „Natürlich gehört Glück dazu“, weiß der 31-Jährige. Was auf dem Eis passiert, darauf kann selbst ein intelligenter Spieler wie er nur begrenzt Einfluss nehmen. Aber abseits des Rinks „ist es enorm wichtig, auf seinen Körper zu achten und ihn zu pflegen“, betont Smith: „Dafür haben wir hier optimale Möglichkeiten und einen starken Stab an Fitnesscoaches.“ Sein Trainer Pavel Gross sieht in dem Mittelstürmer „ein gutes Vorbild für die Jungen und die Alten“ – und auch diesmal gilt: auf und neben dem Eis.

    Tim Stützle kann das bestätigen. Der 18-Jährige ist der Zocker in der Sturmreihe mit dem ebenfalls gewitzten Tommi Huhtala sowie eben Denker und Lenker Smith. „Die beiden wollen mich besser machen“, hat das Supertalent des deutschen Eishockeys längst entdeckt. Dieses Trio, so scheint’s, versteht sich blind.

    Seit Wochen trägt Smith als Topscorer des Teams den obligatorischen roten Helm. Aber auch ohne dieses „Rotkäppchen“ wüsste in der Liga jeder, wer da gerade an der Scheibe ist oder aber in den Ecken für seine Mitspieler rackert. Als Ben Smith vor eineinhalb Jahren aus Nordamerika kam, wurde er sofort mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Ungewöhnlich, aber im Nachhinein nachvollziehbar. Das Vertrauen in diesen Führungsspieler war berechtigt. Seine Stimme hat in der Kabine Gewicht, als Kind verwendete er sie auch zum Singen. Smith stammt aus einer Musikerfamilie, seine Mutter ist Pianistin, sein Vater Komponist und Dirigent. Er selbst kann leidlich Posaune und Gitarre spielen, wie er bescheiden sagt.

    Am Freitag (19.30 Uhr) bei den Grizzlys Wolfsburg und am Sonntag in Bremerhaven (14 Uhr) sind seine Qualitäten mit dem Stock gefragt. Danach hat das Team fünf freie Tage – kurze Ligapause. „Die ist sehr wichtig, um mal den Kopf freizubekommen“, sagt Smith. Da seine Frau in der Woche arbeiten muss, wird er mit ein paar Teamkameraden nach Garmisch fahren, „für frische Bergluft und hoffentlich etwas Schnee.“ Vorher noch hoffen alle, dass am Sonntag der Bus aus Bremerhaven früh genug wieder in Mannheim eintrifft. Stichwort: Super Bowl. „Ich werde es mir ansehen, zur Not die erste Hälfte im Bus“, sagt Smith und schiebt etwas betrübt nach: „Auch wenn meine New England Patriots nicht dabei sind ...“


    www.rheinpfalz.de
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