Die Rheinpfalz schreibt:

„Schweden waren extrem stark”

Interview: Eishockey-Nationalstürmer Christoph Ullmann über den WM-Verlauf


Stockholm. Christoph Ullmann ist der Center der bisher produktivsten deutschen Sturmreihe bei der Eishockey-WM in Schweden. Der bald 29-jährige Mannheimer, Patrick Reimer und Philip Gogulla waren an fünf der bisher sieben Turniertore beteiligt. Oliver Wehner sprach gestern mit dem 120-maligen Nationalspieler.

Christoph Ullmann, die beiden jüngsten WM-Spiele gingen gegen Russland und Schweden verloren. Eigentlich normal für eine deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Und trotzdem ärgert ihr euch, oder?

Gegen Russland waren wir nah dran, allein bei fünf ungenutzten Überzahlsituationen. Die schwedischen Jungs, das muss man aber sagen, waren schon extrem stark.

Merkt man, dass Deutschland nach zwei guten Turnieren von den Gegnern anders betrachtet und entsprechend anders bespielt wird?

Wir sind jetzt unter den ersten Acht der Welt. Also treffen wir nicht zum Auftakt auf die Russen, die gerade angereist und noch nicht eingespielt sind. Jetzt geht es für uns zum Start gegen Italien und Lettland, da sind wir nun Favorit. Aber diese neue Konstellation haben wir uns ja erarbeitet.

Um eine Chance aufs Viertelfinale zu haben, müssen nun Siege gegen Dänemark am Samstag und Norwegen am Sonntag her.

Klar, das sind Gegner, die wir schlagen können. Es wäre wichtig auch für die Stimmung im Team, im Hotel, fürs ganze Klima. Und wir wollen ja mit dem Einzug ins Viertelfinale die Olympia-Qualifikation sicher stellen.

Sie kamen als Topscorer der Liga-Play-offs zur WM, als Spieler des Monats April. Trotzdem sagten sie nach dem letzten Finale in Berlin, das die Adler Mannheim verloren, selbstkritisch: „Ich habe in diesem Spiel keinen Punkt gemacht, auch deshalb haben wir verloren.”

Es war eben nur eine fast perfekte Saison und kein krönender Abschluss. Im letzten Spiel konnten wir (Ullmann, Mitchell, Magowan - die überragende Sturmreihe der Play-offs, die Red.) der Mannschaft nicht helfen. Das wirft man sich vor. Das Feuer der Play-offs nimmt man dann aber schon mit ins WM-Turnier, auch wenn nach dem Finale erstmal viel Anspannung abgefallen war.

Anfang der Woche verlängerten die Adler die Verträge mit drei Verteidigern. Glauben Sie, dass das Team in der nächsten Saison fast unverändert erneut zum Angriff auf Meister Eisbären blasen kann?

Auf jeden Fall. Die Mannschaft ist ja sehr gut, auch menschlich - das habt ihr Journalisten ja auch festgestellt. Es gibt halt eine Schlüsselposition zu besetzen, das ist die von Verteidiger Chris Lee.