Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Presse vom 18.5.12

  1. #1
    bricht ice Avatar von icebrecher
    Registriert seit
    Feb 2009
    Ort
    Monnem
    Beiträge
    1.898
    Bedanken
    468
    329 Danksagung in 108 Beiträgen

    Presse vom 18.5.12

    Mannheimer Morgen

    Die Gründe für das frühe WM-Aus sind vielschichtig und nicht allein an der Taktik festzumachen

    Den Elchtest nicht bestanden

    Nur rund zehn Stunden nach dem bitteren 1:8 gegen Tschechien reiste die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft aus Stockholm ab. Um 4.15 Uhr ging es vom Flughafen Arlanda gen Heimat, wo sich die Spieler zum Urlaub in alle Richtungen zerstreuten. In den zwölf Tagen zuvor hatten sie den Elchtest bei der WM nicht bestanden. Die Gründe für das Scheitern:
    Die Erwartungshaltung

    Sie war definitiv zu hoch. Die beiden Viertelfinal-Teilnahmen 2010 und 2011 hatten den Glauben vermittelt, der DEB habe sich in den Top Acht der Eishockey-Welt etabliert. Ein Irrglaube, der durch ordentliche Testspielresultate dann auch noch fatal geschürt wurde. Doch Siege oder knappe Niederlagen gegen B-Teams aus Russland und Tschechien waren ebenso Blendung wie der trügerisch leichte Auftaktsieg gegen die harmlosen Italiener, der den Spielern eine nicht vorhandene Reife suggerierte. "Die Vorbereitung war eigentlich zu gut", hatte Torhüter Dennis Endras schon vor dem Turnier gesagt, und Angreifer Marcel Goc ergänzte damals: "Wir dürfen nicht zu viel erwarten." Beide sollten recht behalten.

    Kaderqualität

    Der Kader war für eine WM schlicht zu grün hinter den Ohren. Mit Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Alexander Sulzer, Korbinian Holzer, Constantin Braun und Frank Hördler fehlten aus unterschiedlichen Gründen gleich sechs Verteidiger von Format. So kamen Christopher Fischer, Sinan Akdag und Florian Ondruschka zu ihrer ersten WM und mussten teures Lehrgeld zahlen. In der Offensive konnte Bundestrainer Jakob Kölliker auf Leistungsträger wie Jochen Hecht, Marco Sturm, Michael Wolf und Eduard Lewandowski nicht zurückgreifen. Die Angriffsreihe mit Patrick Reimer, Christoph Ullmann und Philip Gogulla gefiel, aber eine Reihe reicht auf diesem Niveau nicht. Die Breite in der DEL aber gibt kaum viel mehr her.

    Konzentration und Zweikämpfe

    Viele kritisieren Kölliker wegen seiner Mann- statt Zonendeckung in der Abwehr, doch im Eishockey ist Taktik eher zweitrangig. Viel mehr entscheiden Konzentration und Zweikampfverhalten. Hier war auffällig, dass Deutschland nach dem 3:0 gegen Italien in allen Spielen stets und teilweise sehr früh in Rückstand lag. Darüber hinaus mussten gegnerische Spieler nur sehr selten auf die Strafbank. Letten, Schweden und Dänen kassierten zusammen nur vier Strafminuten! Dies belegt, dass dem deutschen Angriff mit recht einfachen und fairen Mitteln beizukommen war.

    Wie geht es weiter?

    Aktuell sieht es so aus, dass Kölliker als Sportdirektor für Basis-Strukturen sorgen soll. Den Schweizer zum Sündenbock für das Scheitern zu machen, wäre auch sicher falsch, allerdings scheint der 58-Jährige für das Amt des Trainers zu brav. Auf dieser Position könnte es durchaus Sinn machen, einen Mann nur für die Turniere zu verpflichten. Da lediglich im November, Februar und Mai größere Events anstehen, ist ein hauptamtlicher Trainer eigentlich überflüssig und zudem zu teuer. Es gilt nun, keine voreiligen und unüberlegten Schnellschüsse zu tätigen, sondern alles mit Bedacht zu überlegen, denn im Mai 2013 steht in Finnland und Schweden der nächste Elchtest an. Und zuvor soll im Februar noch das Olympia-Ticket nachgelöst werden. Für das Turnier, das in Deutschland stattfinden wird, stehen allerdings die Nordamerika-Legionäre erneut nicht zur Verfügung.

  2. #2
    bricht ice Avatar von icebrecher
    Registriert seit
    Feb 2009
    Ort
    Monnem
    Beiträge
    1.898
    Bedanken
    468
    329 Danksagung in 108 Beiträgen
    Mannheimer Morgen

    Bruderduell statt Geburtstagsparty - Russen WM-Favorit

    Russland will den 26. Titel, Finnlands Matchwinner lebt seinen Traum, und der slowakische Coach verpasst wegen des «Bruder-Duells» die eigene Geburtstagsparty: Bei der Eishockey-WM in Helsinki steht der Showdown um die Medaillen an.

    Die beiden Partien am Samstag bergen reichlich Brisanz: Die Russen wollen sich gegen Gastgeber Finnland für das letztjährige Aus im Halbfinale revanchieren und setzen auf die geballte Kraft des NHL-Sturms um die Superstars Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin. «Im Halbfinale wird alles besser», kündigte Owetschkin forsch an.

    Bei den Auftritten in der Vorrunde und im Viertelfinale gegen starke Norweger (5:2) unterstrich die Sbornaja ihre Titelambitionen. Und das soll es für den Rekordchampion noch nicht gewesen sein. Die Finnen dürften vor heimischer Kulisse aber der größte Prüfstein werden. «Ein ernstzunehmender Gegner, Weltmeister», erinnerte Malkin: «Sie haben eine gute Mannschaft, und wir wissen, was uns erwartet.»

    Bei den Suomis herrschte nach dem ganz späten Siegtor im Viertelfinale gegen die USA pure Euphorie. Jesse Joensuu erzählte nach seinem 3:2 neun Sekunden vor der Schlusssirene: «Ich habe die Weltmeisterschaften 18 Jahre lang im Fernsehen angeguckt, und jetzt hier zu sein, ist fantastisch. Daran will ich aber nicht zu sehr denken, sondern mich auf meine Aufgabe fokussieren.»

    Finnlands Kapitän Mikko Koivu weiß, wie man Russland richtig weh tut: Vor fünf Jahren hatte der NHL-Profi im WM-Halbfinale in Moskau gegen die Russen das entscheidende Siegtor in der Verlängerung erzielt und ein ganzes Land in tiefe Eishockey-Trauer gestürzt.

    Für Tristesse in Stockholm hatten am Donnerstag auch die Tschechen gesorgt, die Co-Gastgeber Schweden dank Milan Michaleks Tor zum 4:3 29 Sekunden vor Schluss aus dem Turnier warfen. Dabei legte der Olympiasieger von 1998 einen regelrechten Fluch ab, wie Trainer Alois Hadamczik unterstrich: «Wir hatten schon so oft gegen die Schweden verloren und echt die Schnauze voll.» Dass es in der Vorschlussrunde nun zum brisanten Match gegen die Slowaken kommt (17.30 Uhr), ist eine Extra-Belohnung. «Nach dem Spiel hatte ich 184 Glückwunsch-SMS aus Prag auf dem Mobiltelefon», sagte Hadamczik.

    Slowaken-Coach Vladimir Vujtek ist kein Unbekannter, im Gegenteil: Die beiden Trainer kennen sich gut aus Ostrau und treffen sich gelegentlich sogar zum Bier. Nach der völlig verpatzten Heim-WM 2011 soll Vujtek die Slowaken um Stanley-Cup-Sieger und Abwehrriese Zdeno Chara erstmals nach dem Gold-Coup 2002 wieder ins Endspiel führen.

    Dafür lässt der Coach sogar seine Geburtstagsparty sausen. Vujtek wurde am Donnerstag 65 Jahre alt. «Ein schöneres Geschenk habe ich noch nicht bekommen. Ich wollte an diesem Samstag eigentlich in Prag mit vielen Gästen meinen 65. Geburtstag feiern. Das muss jetzt ohne mich stattfinden.»

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •