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Thema: Leon Draisaitl

  1. #1
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    Leon Draisaitl

    spox.com

    Eishockey-Nachwuchshoffnung Leon Draisaitl im Porträt

    Donnerstag, 21.06.2012

    Mit "Gretzky like numbers" in die NHL

    Leon Draisaitl gilt als eines der größten Talente im deutschen Eishockey und hat sein Ziel fest im Blick: die NHL. Im vergangenen Jahr schnupperte der 1,87 Meter große und 91 Kilogramm schwere Linksschütze zum ersten Mal nordamerikanische Eishockey-Luft. Durch seinen Wechsel nach Mannheim steht Leon Draisaitl zum ersten Mal gezwungenermaßen auf eigenen Füßen - und dabei stellt er absolute Fabelzahlen auf.

    Aus dem Schatten eines berühmten Vaters zu treten, ist nie leicht. Leon Draisaitl arbeitet seit einigen Jahren allerdings daran - und das durchaus eindrucksvoll. Mit seiner ersten DNL-Saison hat er einen weiteren Schritt getan und hinterließ bereits Eindruck in Nordamerika.

    Dort soll die Reise mittelfristig für Draisaitl auch enden: in der NHL. Vor einem möglichen Draft muss er allerdings die internationalen Scouts auf sich aufmerksam machen. Derzeit befindet er sich auf einem guten Weg.

    Von den Haien nach Mannheim: auf eigenen Füßen stehen

    2009 entschied sich der 16-Jährige für einen Wechsel von der Jugend der Kölner Haie zu den Adler Mannheim, ein erster Schritt, um auf eigenen Füßen zu stehen. "In Köln war die Situation schwierig. Da man in Mannheim die beste Ausbildung bekommt, war die Entscheidung leicht", sagt Draisaitl.

    Es war eine Entscheidung, die ihn zwang, auf eigenen Füßen zu stehen, wie er im "Mannheimer Morgen" zugibt: "Früher haben immer Mama und Papa alles für mich erledigt, jetzt muss ich es selbst in die Hand nehmen." Aber, und das betont Leon Draisaitl, es war auch eine Entscheidung, die er ohne seinen Vater fällte: "Als ich die Chance hatte, nach Mannheim zu gehen, hat er gesagt, ich solle selbst entscheiden."

    Ein Aspekt, der Draisaitl wichtig ist, schließlich geht es für ihn auch darum, aus dem langen Schatten seines Vaters Peter (Adler Mannheim, Kölner Haie, Moskitos Essen, Revierlöwen Oberhausen) zu treten - auch wenn er gleichzeitig betont: "Wenn es um Eishockey geht, ist er immer für mich da. Wenn mein Vater mir etwas sagt, glaube ich ihm, weil ich weiß, dass er mein Bestes im Sinn hat."

    Erste sportliche Ausrufezeichen

    Sportlich hat der gebürtige Kölner den Wechsel definitiv nicht bereut. 97 Tore und 95 Assists in 29 Spielen? Klingt wie eine absolute Fabelzahl, war aber tatsächlich Draisaitls Bilanz in seiner zweiten Saison (2009-2010) für die U-16 der Adler. Bereits in der Saison davor gelangen ihm 48 Tore und 55 Assists in 26 Spielen.

    Es folgte der Sprung zu den Jungadlern in die DNL (Deutsche Nachwuchs Liga), wo er sein Talent bestätigte: 21 Tore und 35 Vorlagen in 35 Spielen bedeuteten den zweitbesten Wert der Liga, nur sein Mannschaftskamerad Dominik Kahun war besser. "Besser hätte es kaum laufen können. Ich denke, dass ich meinem Trainer gezeigt habe, dass er auf mich zählen kann", zeigte Draisaitl sich nach seiner ersten DNL-Saison stolz.

    Und auch außerhalb des Sportplatzes hat er sich mittlerweile eingelebt. Er besucht die Integrierte Gesamtschule Mannheim und fühlt sich pudelwohl in der Mannschaft. "Die Jungs sind super!", betont Draisaitl.

    In Dominik Kahun hat er auch bereits einen guten Freund gefunden: "Schon in der vergangenen Saison stand ich mit Dominik in einer Reihe, damals meist in der Schüler-Bundesliga. Wir verstehen uns sehr gut." Und so kann er seinem Mitspieler, der nur einen Assist mehr lieferte als Draisaitl selbst, auch problemlos den Sieg in der Scorer-Wertung gönnen: "Dass er die Topscorer-Wertung gewonnen hat, freut mich für Dominik. Ich weiß meistens, wo er steht, obwohl ich ihn nicht sehe."

    Das erste Mal nach Kanada

    Sein Ziel bleibt allerdings weiterhin die NHL. "Das ist mein größter Wunsch", macht der Linksschütze keinen Hehl um den lange geplanten nächsten Schritt, den er fest im Visier hat. "Es wird schneller und härter gespielt, das gefällt mir."

    Einen ersten Vorgeschmack bekam Draisaitl bereits Ende des letzten Jahres, als es mit den Jungadlern zum Challenge Midget AAA-Turnier und dann mit der Nationalmannschaft zur U-17-Hockey-Challenge nach Kanada ging.

    Entsprechend groß war auch die Vorfreude bei der Nachwuchshoffnung vor dem Flug in das Hockey-Land: "Für mich ist es das erste Mal, dass es nach Kanada geht. Bei einem solchen Turnier mitzuspielen, ist schon ein Höhepunkt." Mit den Jungadlern sprang die respektable Teilnahme am Halbfinale raus, bei der U-17-Challenge reichte es nur zu Platz neun, wobei Draisaitl an fünf von elf Toren direkt beteiligt war.

    Selbstkritik, Verbesserungspotential, Lob

    Bei all dem Lob, das auf den Teenager einprasselt, hat Leon Draisaitl aber nicht vergessen, dass auch noch viel Arbeit vor ihm liegt: "Glücklicherweise habe ich von meinem Papa das Spielverständnis und die Hände in die Wiege gelegt bekommen - aber leider auch seine läuferischen Fähigkeiten. Das Skaten und das Körperspiel muss ich noch verbessern."

    Dem stimmt auch sein Trainer Helmut de Raaf zu: "Leon hat eine sehr gute Übersicht. Er muss aber noch daran arbeiten, die Intensität kontinuierlich aufrecht zu halten. Manchmal neigt er dazu, das Tempo herauszunehmen."

    Darüber hinaus sieht Draisaitl seine Stärken im Torabschluss: "Ich spiele nicht einfach Dump'n'Chase, das ist nicht mein Spiel. Mein Spiel ist eher das Eins-gegen-Eins. Und ich bin eher ein Torschütze als ein Vorlagengeber."

    Auch sein Nationaltrainer Ron Chyzowski hält große Stücke auf die Nachwuchshoffnung: "Er ist extrem begabt. Er bewegt sich gut und findet in der Offensive die Lücken. Er ist auf jeden Fall einer der wenigen besonderen Spieler, die wir in Deutschland haben."

    Datsyuk ist wie Gott

    Das große Idol des Jungadlers ist Pavel Datsyuk von den Detroit Red Wings, ebenfalls ein Linksschütze. "Pavel Datsyuk ist für mich wie ein Gott. Er macht auf dem Eis so viele außergewöhnliche Sachen", schwärmt Draisaitl von dem Russen - während die kanadische Presse im Zusammenhang mit seinen beeindruckenden Statistiken bereits von "Gretzky-like numbers" spricht.

    Chyzowski dagegen vergleicht seinen Spieler mit einem Superstar der Pittsburgh Penguins: Evgeni Malkin. "Er ist eher wie Malkin, ein großer und technisch starker Offensivspieler."

    Über allem schwebt natürlich der Traum von der NHL, 2014 könnte sich der Traum vom NHL-Draft erfüllen. Davor muss er weiter auch bei internationalen Turnieren beeindrucken. So wie bei der U-18-WM, bei der Deutschland Sechster wurde und Draisaitl zwei Tore und fünf Assists beisteuerte. "Mal öffnet es Türen, mal weckt es große Erwartungen", weiß er um die Bedeutung seines Namens. Mit dem Sprung in die NHL würde er aber Neuland in der familiären Eishockey-Geschichte betreten.
    „Glaube nie oben angekommen zu sein - denn so fängt der Weg nach unten an.“

    „Das Entscheidende ist nicht Deutscher oder Ausländer, das Entscheidende ist die Einstellung für jedes Spiel.“ [Hans Zach]

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  2. Die folgenden 4 User haben sich bei Steve Kelly #11 für diesen Beitrag bedankt:

    Animus (25-06-12), Faceoff (22-06-12)

  3. #2
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    Leon Draisaitl ist im CHL Import Draft 2012 in der 1. Runde an 2. Stelle von den Prince Albert Raiders (WHL) gezogen worden.

    Quelle: www.chl.ca/draft/chl

    ______________

    CHL-Import-Draft: Leon Draisaitl an zweiter Stelle ausgewählt

    Der Import-Draft der kanadischen Juniorenligen (CHL) begann am Mittwoch fast mit einem Paukenschlag aus deutscher Sicht. Denn nach dem Russen Ivan Barbashev wurde der 16-jährige Linksaußen Leon Draisaitl an zweiter Stelle gezogen. Die Rechte am Sohn von Peter Draisaitl sicherten sich die Prince Albert Raiders aus der WHL, in der vergangenen Saison mit 48 Punkten in 72 Spielen das schwächste Team der Liga.

    Draisaitl war in der vergangenen Saison im Trikot von DNL-Meister Mannheim der zweitbeste Scorer der Liga mit 56 Punkten in 35 Spielen. In den Play-offs steuerte Draisaitl dann noch einmal 12 Punkte zum Titelgewinn bei. Zudem spielte Draisaitl bei den U16 und U17-Weltmeisterschaften mit der DEB-Auswahl. Dem Vernehmen nach will der 184 cm große und 81 kg große Stürmer die Chance in den nordamerikanischen Juniorenligen wahrnehmen.

    Quelle: Eishockey News
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  4. #3
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    Es wird langsam Zeit, über ihn zunehmend zu diskutieren. Hier mal die aktuelle Bilanz seiner Saison bei den Raiders:

    http://whl.ca/stats/show/type/skater...42/ls_team/209

    Neben den Punkten lohnt ein Blick auf die +/- Statistik, die er teamintern mit Abstand klar anführt. Man schaue sich auch mal das Alter der anderen Topscorer an - die sind alle 1-3 Jahre älter als er. Schaut man in die Foren, wird er als potentieller Top5-10 Pick im nächsten Jahr gehandelt. So früh wurde bislang meines Wissens nach kein einziger Deutscher Spieler jemals gezogen. Ein potentieller deutscher Superstar?

    Kann mal jemand, der ihn die letzten Jahre gesehen hat, seine Stärken beschreiben? Habe bisher vor allem folgendes gelesen: relativ schlechter Skater, aber großartiger Spielmacher und Spielübersicht.

    Ich glaube bei den Adlern werden wir den Kerl die nächsten 15 Jahre nicht sehen.

    Edit: er ist übrigens auch Rookie des Jahres in der Eastern Conference geworden: http://www.whl.ca/article/2013-whl-e...ward-finalists . Zum Vergleich - der Rookie des Jahres in der Western Conference ist Seth Jones - der absolute Favorit auf den Nr.1 Pick im diesjährigen Draft.

    Highlightvideo: https://www.youtube.com/watch?v=0OgGePOnwNg

  5. Folgende User bedanken sich bei Bigeasy für diesen Beitrag:

    Tomlinson (28-03-13)

  6. #4
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    Ich glaube momentan sind einige junge deutsche in NA unterwegs die es in die NHL schaffen können.
    Neben Draisaitl haben für mich noch Dominik Kahun, Tobias Rieder (wurde von Edmonton schon 2011 gezogen) und auch Tom Kühnhackl (2010 gezogen von Pittsburgh, leider momentan lange verletzt) sehr gute Chancen auf die NHL. Dazu kann man auch noch Marcel Noebels (2011 von Philly gezogen) nehmen. Mittlerweile spielen viele gute Talente in den verschiedenen Junioren-Ligen.
    Es besteht also die große Chance dass Sturm und Hecht gute nachfolger haben werden.

    Ob es dann wirklich zum durchbruch langt wird man sehen.

  7. #5
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    Zu Jungadler-Zeiten hat Leon vor allem damit geglänzt mit Dominik Kahun ein absolutes Dreamteam zu sein. Die beiden wussten blind wo der Andere steht und konnten sich aus unmöglichen Situationen Pässe spielen. An Andere hat er den Puck nicht ganz so gerne abgegeben, sondern es dann oft lieber selbst gemacht.

    Es ist sehr beeindruckend wie weit er in dem jungen Alter schon war bzw. ist.

  8. #6
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    Ich finde Leon strahlte schon letztes Jahr eine unglaubliche Präsenz aus. Überblick und die Hände vom Vater ohne sich dabei dessen Auszeiten zu gönnen.

  9. #7
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    Die Frage ist ob wir ihn jemals in MA sehen werden

  10. #8
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    Das kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Leon war von erstem Tag an ein Ausnahmetalent. Er machte auch gleich in Amerika bei Gastspielen der Jungadler auf sich aufmerksam. Und noch vor Beendigung seiner Ausbildung bei den Jungadlern wechselte er über den großen Teich. Ich glaube, daß er dort seinen Weg machen wird.

  11. #9
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  12. #10
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    Der Deutschland-Dangler wird ne große Zukunft haben. Er hat alle Voraussetzungen!

  13. #11
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    Eine Ausnahme

    Von Christian Rotter zu Leon Draisaitls Karrierechancen

    Eines ist sicher: Leon Draisaitl wird im Juni bei der NHL-Talentziehung die bisher in der ersten Runde ausgewählten deutschen Spieler Marcel Goc und Marco Sturm überflügeln. Solange sich der gebürtige Kölner keine schwerwiegende Verletzung zuzieht, wird sein Name unter den Top Ten aufgerufen.

    Seine Vielseitigkeit macht Draisaitl so wertvoll. Es gibt nichts, was er nicht kann. Sein Schuss ist eine Waffe, und in der nordamerikanischen Juniorenliga hat er nach seinem Wechsel von den Mannheimer Jungadlern auch seine schlittschuhläuferischen Defizite aufgearbeitet.

    Ihn nun gar zum deutschen Wayne Gretzky zu machen, geht aber zu weit. Draisaitl wird kaum die Rekorde des kanadischen Idols brechen, außerdem tut man dem 18-Jährigen mit einem solchen Vergleich keinen Gefallen. Statt sich mit seinem Namen zu rühmen, muss das deutsche Eishockey seine Nachwuchsarbeit verbessern. Sonst bleibt Draisaitl bis auf weiteres eine Ausnahme.

  14. Folgende User bedanken sich bei ALausR für diesen Beitrag:

    tom7 (09-04-14)

  15. #12
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