Erfolgreich gezittert

Von Philipp Koehl



MANNHEIM. Die Adler Mannheim haben mit dem 3:2-Erfolg nach Verlängerung über den ERC Ingolstadt am Freitagabend nicht nur den zweiten Sieg im zweiten Play-off-Viertelfinalspiel eingefahren, sondern auch einen großen Schritt Richtung Halbfinale gemacht. Und das, obwohl dem entscheidenden Torschützen zuvor noch die Hände ordentlich zitterten.

Es ist die Angst vom Schützen vor dem entscheidenden Treffer. Als Adler-Angreifer Daniel Sparre in der 64. Minute der kräftezehrenden Begegnung gegen den ERC Ingolstadt zum Penalty anlief, hatte er jene Entscheidung auf dem Schläger. Doch statt die 13.600 Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena zu erlösen, scheiterte Sparre zunächst noch am überragend agierenden ERC-Torwart Timo Pielmeier. „Da haben meine Hände ganz schön gezittert. Wenn man realisiert, dass man die Entscheidung der Partie auf dem Schläger hat, ist das nicht ohne“, gab Sparre zu. Es war nur eine von vielen großen Gelegenheiten, die die Adler am Freitag liegen ließen.

Die Mannschaft von Cheftrainer Bill Stewart verpasste es nach Treffern von Luke Adam (22.) und Garrett Festerling (28.) immer wieder, den Sack endgültig zuzumachen. Die Gäste schöpften daraus Kraft und Mut und brachten die Partie nach den Toren von Thomas Greilinger (46.) und Ville Koistinen (54.) in die Verlängerung. „Die Mannschaft hat clever gespielt und Charakter bewiesen“, lobte Stewart nach dem Kraftakt. Denn Sparre wusste 20 Minuten nach seinem vergebenen Penalty dann doch ganz genau, wo das Tor stand, und traf zum 3:2 (84.). Die wegen seiner Bauart gerne als Ufo betitelte SAP-Arena hob ab. Bemerkenswert: Den Pass zum entscheidenden Treffer bekam Sparre mustergültig von Phil Hungerecker aufgelegt. Jener Hungerecker, der nach einem brutalen, vom Unparteiischen-Duo Daniel Piechaczek/Lasse Kopitz aber nicht geahndeten Foul von ERC-Verteidiger Fabio Wagner schon früh im Spiel mit nur noch wenig Eiszeit ausgestattet wurde, hob den Daumen. „Es ist alles in Ordnung“, gab der Jungstar Entwarnung, wollte das Foul an sich allerdings nicht genauer kommentieren.

Für den 23-Jährigen stand das Sportliche im Vordergrund. „Solch ein Sieg tut immer gut. Jetzt müssen wir gut regenerieren, viel trinken und greifen am Sonntag wieder an“, gab Hungerecker vor dem heutigen Spiel in Ingolstadt um 18.30 Uhr die Richtung vor. Und Sparres Zittern vor dem entscheidenden Schuss ist bis dahin auch schon längst vergessen.

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