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Thema: Presse vom 6.4.18

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    Presse vom 6.4.18

    Adler wollen noch nicht in Urlaub fliegen

    EISHOCKEY: Nur ein Sieg heute in München hält die Mannheimer in den Play-offs am Leben – Keine Sperre gegen Plachta


    Von Philipp Koehl


    MANNHEIM. Siegen oder (raus)fliegen – letzteres gehört zwar zur Natur des Adlers, ist aber in diesem Fall unerwünscht. Die Mannheimer Eishockeyprofis haben sich mit der am Mittwoch erlittenen 3:6-Niederlage gegen Titelverteidiger EHC Red Bull München in der Best-of-seven-Serie des Play-off-Halbfinales in bedrohliche Lage gebracht. Nur ein Erfolg heute (19.30 Uhr) in München hält die Adler angesichts des 1:3-Serienrückstands am Leben. Ansonsten ist ihre Saison vorbei.

    Trainer Bill Stewart wollte sich auf der äußerst kurzen Pressekonferenz dann auch nur indirekt zu den gerade erlebten 60 Minuten äußern. „Mein Vater hat mal zu mir gesagt: Wenn du nichts Gutes zu sagen hast, dann lass es ganz“, bemerkte Stewart und beließ es bei der Weisheit seines Erzeugers. Dass sich seine Mannschaft nach der unglücklichen 1:2-Niederlage vom Ostermontag nun auch am Mittwoch durch drei Gegentreffer in Unterzahl selbst aus dem Spiel nahm, stieß dem Italo-Kanadier sichtlich bitter auf.Der Schlüsselmoment war die 24. Minute, als Adler-Stürmer Matthias Plachta, in Spiel eins von Steve Pinizzotto übel per Ellbogencheck niedergestreckt und in Spiel drei vom Münchner Publikum dafür noch verhöhnt, beim 1:2-Anschlusstreffer der Gäste die Nerven verlor. Die Folge seines Stockschlags mit Verletzungsfolge gegen Lauridsen: Das Unparteiischenduo Rohatsch/Schukies schickte ihn mit einer Fünf-plus-Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen. Seine Mitspieler fielen daraufhin in längst vergessene Zeiten aus der Hauptrunde zurück und gaben die Begegnung – ohne die benötigte Hilfe des bis dato so stark haltenden Schlussmanns Dennis Endras – in der Unterzahlsituation aus der Hand. Patrick Hager (25.) und Michael Wolf (27.) drehten die Partie – 2:3.

    „Ich habe nicht genau gesehen, was vorgefallen war, aber die Tore in Unterzahl haben uns sehr wehgetan und gaben München das Momentum“, meinte Adler-Stürmer Andrew Desjardins. „Es war absolut nicht notwendig, dieses Spiel zu verlieren“, fand auch Sturmkollege David Wolf.

    Er ergänzte tiefergehend: „Wir sind nach der Fünf-Minuten-Strafe von unserem Spiel abgekommen. Nach den beiden Toren für München wurde es dann natürlich auch schwer, wieder zurück zu finden.“ Für Wolf, der zum 3:6-Endstand traf (49.), war selbst nicht ganz nachzuvollziehen, wie und warum sich die Adler in dieser Serie die Pistole auf die Brust setzen ließen. Denn: In den ersten 20 Minuten der Begegnung zeigten die Mannheimer sehenswertes und vor allem effektives Eishockey. Brent Raedeke mit der Führung (8.) und Patrick Mullen in Überzahl (16.) halfen ihrer Mannschaft, sich die Münchener „zurecht zu legen“. Allein der Gnadenschuss wollte nicht gelingen – aus bekannten Gründen, siehe Minute 24.

    „Wir haben im ersten Drittel viele Sachen richtig gemacht, waren vor allem bei Fünf gegen Fünf die tonangebende Mannschaft“, betonte Desjardins. Er wusste aber auch: „Wir sind in den Play-offs, und da zählen nur Siege.“ Und sollte heute ein Adler-Erfolg in München ausbleiben, können die Mannheimer ihren Urlaub planen. Um ein eventuelles sechstes Spiel in der SAP-Arena (Sonntag, 18.30 Uhr) zu ermöglichen, müssen die Adler die vergangene Partie schnell abhaken, sich auf die heutige gut vorbereiten und ihre Energie in die richtigen Bahnen lenken, sagte Desjardins.

    Matthias Plachta kam ohne die erwartete Sperre davon. Der DEL-Disziplinarausschuss sah die während der Partie ausgesprochene Strafe als ausreichend an.

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  2. #2
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    Vom Opfer zum Täter

    Kommentar von Oliver Wehner



    Matthias Plachta hat mit seinem Aussetzer dem Team der Adler Mannheim extrem geschadet. Eine Alleinschuld am 3:6 trägt er trotzdem nicht.

    An Wucht und Wirkung auf dieser hohen Bedeutsamkeitsebene erinnerte der Einbruch der Adler am Mittwochabend fatal an jenen denkwürdigen und aus ihrer Sicht pechschwarzen 22. April 2012. Damals führten die Mannheimer in Spiel vier der Finalserie gegen die Eisbären im letzten Drittel 5:2, die deutsche Meisterschaft war zum Greifen nah – doch am Ende siegte Berlin nach Verlängerung und gewann auch das letzte Spiel der Serie. Ein Trauma, das nicht von jenem des vergangenen Mittwochs abgelöst, aber in Erinnerung gerufen wird.

    2012 versagte das Team, diesmal führte der Aussetzer eines Spielers zum kollektiven Zusammenbruch. Matthias Plachta, frisch mit Olympia-Silber dekoriert, hat den Adlern schon sehr viele Spiele gewonnen mit seiner (Schuss)-Technik, seiner körperlichen und mentalen Stärke. Am Mittwoch war seine Überreaktion, als er beim 1:2-Anschlusstreffer der Gäste erst Münchens Lauridsen mit einem Stockschlag den Finger brach und dann auch noch (ungeahndet) Kastner den Schläger mitgab, unentschuldbar. Sicher, der bösartige Kopfcheck Steve Pinizzottos gegen ihn in Partie eins der giftigen Halbfinalserie, die hirnlosen Schmähungen des Münchner Publikums am Montag – das steckt kein Profi einfach so weg. Vom Opfer zum Täter darf er dennoch nicht werden. Die Worte von David Wolf nach dem Untergang müssen Plachta in den Ohren klingeln – auch wenn der in den Play-offs ständig provozierte und bewundernswert gelassen damit umgehende Stürmerkollege Wolf diesen Satz vielleicht nur auf sich bezog: „Ich bin nach Mannheim gekommen, um Führungsspieler zu sein. Und wer das sein will, muss auch mal ein paar Dinge runterschlucken.“

    Die fünfminütige Unterzahl als Konsequenz des Fouls mit Verletzungsfolge war schlecht verteidigt, zwei Tore fielen, es hätten auch drei sein können – das enthebt Plachta von einer Alleinschuld. Das gesamte Team hat sich nach dem starken ersten Drittel mit der 2:0-Führung von einer cleveren und durchaus aggressiv gecoachten Truppe aus dem Konzept bringen und abkochen lassen. Dass der bis zum 1:2 in diesen Play-offs famose Dennis Endras dann auch mal einknickte, macht nicht allzu viel Hoffnung, dass die Adler heute in München zumindest ein weiteres Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr) erzwingen können. Andererseits: Nach dem Alptraum vom 22. April 2012 führten die Mannheimer zwei Tage später im „Endspiel“ von Berlin immerhin sogar mit 1:0. Nur eine Trotzreaktion und ein guter Start können jetzt noch helfen.

    www.rheinpfalz.de

  3. #3
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