Mehr Balance nötig

Eishockey: Aus ihrem zweigeteilten Saisonstart wollen die Adler lernen. Kurzzeit-„Heimkehrer“ Kreis darf lächeln.


Von Oliver Wehner


Mannheim. Mit Energie, Emotionen und Entschlossenheit starteten die Adler Mannheim in die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach der 1:2-Verlängerungsniederlage gegen die Düsseldorfer EG, war der Lerneffekt größer als die Punktausbeute.

Jene Adler-Fans, die den entscheidenden Treffer von Ken Andre Olimb nicht so genau hatten sehen können, durften noch einmal kurz hoffen – die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis, weil die Scheibe von den Kufen des DEG-Stürmers ins Tor geprallt war. Doch alle anderen, die freie Sicht hatten, wussten: reguläres Tor, keine Kickbewegung. Genauso ging's dem Mannheimer Goalie. „Mir war auf dem Eis klar, dass das Spiel beendet ist“, sagte Dennis Endras. Seine starke Leistung hätte durchaus mehr als nur einen Zähler verdient gehabt: Nach furiosem Beginn seiner Mannschaft mit der in Überzahl schön herausgespielten 1:0-Führung durch Chad Kolarik rettete Endras im Schlussdrittel die Adler sogar in die Overtime.

Adler-Coach Pavel Gross teilte die Partie in zwei Hälften. „Zunächst haben wir einfach gespielt und den Gegner zu Strafzeiten gezwungen. Das 1:1 an sich war ja kein Beinbruch. Aber dann waren wir auf einmal zu ungeduldig, haben an der blauen Linie viele Scheiben verloren“, analysierte er und schloss: „Wir müssen aus diesem Spiel lernen.“ Stürmer Markus Eisenschmid, der verheißungsvolle Ansätze seines in Nordamerika erworbenen Könnens verriet, versicherte: „An der Energie lag's am Ende nicht. Wir haben zu kompliziert gespielt, dadurch wird Energie dann falsch genutzt.“ Bessere Balance wird heute (19 Uhr) im Auswärtsspiel bei den Augsburger Panthern gefragt sein.

„Professionell“ hatte sich indes DEG-Trainer Harold Kreis auf seine Rückkehr in die SAP-Arena vorbereitet – mit so wenig Kontakt nach Mannheim wie möglich. Immerhin ist Adler-Teammanager Youri Ziffzer der Schwiegersohn der Eishockey-Legende der Kurpfalz. „Die besondere Emotion ergibt sich jetzt“, sagte Kreis nach dem Spiel mit einem Lächeln im Gesicht: „Mit den zwei Punkten ...“

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