Demütiger Nothelfer

EISHOCKEY: Adler setzen auf Talent Louis Brune


Mannheim. Klare Ansage: Wenn die Stars mal nicht funktionieren, muss mehr vom „Bodenpersonal“ kommen. Das formulierte Trainer Pavel Gross unmissverständlich nach der 1:2-Heimniederlage der Adler Mannheim gegen Ligaschlusslicht Schwenninger Wild Wings.

Gross betonte: „Das sind Eishockey-Spiele wo du auch Leute brauchst, die sonst vielleicht nur ein, zwei Tore schießen – und nicht nur die großen Namen.“ In der Tat, Chad Kolarik und Topscorer Andrew Desjardins (letzterer trotz gewohnt großen Aufwands) waren am Mittwoch keine Faktoren, aber es mangelte eben auch an „den Leuten aus der zweiten Reihe, die den Unterschied machen können“, befand Gross. Immerhin: Zwei der großen Namen stehen vor der Rückkehr ins Team, vielleicht sogar schon heute (19.30 Uhr) im Gastspiel bei den Krefeld Pinguinen. „Sie sind auf gutem Weg“, sagte der Trainer über den jüngst verletzten Stürmer David Wolf und Verteidiger Joonas Lehtivuori. Für die Fans war die Heimpleite gegen den Tabellenletzten natürlich eine herbe Enttäuschung. Aber Jungstürmer Louis Brune hat sich naturgemäß eine gesunde Portion Demut erhalten, auch vor einem solchen Gegner: „Erster gegen Letzter, das ist vielleicht für die Außenstehenden ein Punkt.“ Aber gerade für ihn ist jeder DEL-Gegner eine Nummer, schließlich hat der 18-Jährige erst seine zehnte Partie in der Topliga bestritten. „Es ist absolut keine Selbstverständlichkeit, dass ich hier spielen darf“, sagt der etatmäßige Jungadler, den die Verletzungsserie ins Team spülte. Der Sprung zum Männer-Eishockey sei riesig. „Wenn man im Nachwuchsbereich körperlich gut gebaut ist, setzt man sich leichter durch. Hier sind alle groß, kräftig, schnell und schlau“, sagt Brune lachend. Wenn etablierte Kräfte demnächst genesen zurückkehren sollten, „freue ich mich für die Jungs“, betont er, denn der Nothelfer weiß jetzt schon: „Für mich ist es optimal gelaufen.“ olw

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