Viele Zuschauer als Belohnung

Eishockey: Starke Adler empfangen morgen Eisbären Berlin – Raedeke wieder fit


Von Oliver Wehner


Mannheim. Erst die Pflicht, dann die Kür. „Ich will hier das Finale spielen und dann zur WM“, sagt Sinan Akdag bestimmt. Der Verteidiger der Adler Mannheim weiß, dass die Chancen auf beides durchaus gut stehen – weil sowohl seine als auch die Leistungen des Teams in dieser Saison stimmen.

Pünktlich zur klaren Ansage des 29-Jährigen veröffentlichte die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) nun auch die Play-off-Termine. Nach jetzigem Stand – und damit darf man angesichts der souveränen Tabellenführung ruhig mal rechnen – würden die Adler am 12. oder 13. März mit einem Heimspiel ins Viertelfinale starten. Die Finalserie beginnt am 18. April. „Bis dahin“, befand Trainer Pavel Gross gestern aber lapidar und lächelnd, „haben wir noch viel Eishockey zu spielen ...“Zum Beispiel morgen gegen die Eisbären Berlin (19.30 Uhr, SAP-Arena). 11.200 Karten waren gestern bereits verkauft – ein erneut guter Wert, zumal für einen Donnerstag. Die vielen Fans in der immer vollen Halle rund um Weihnachten haben den Zuschauerschnitt auf über 11.000 gehievt – Rang zwei in der Publikumsrangliste der Liga, knapp hinter dem morgigen Gegner Berlin. „Das haben wir uns erarbeitet, und es ist doch schön, wenn man so belohnt wird“, findet Kapitän Marcus Kink.

Zurück zu Sinan Akdag, dem Schützen des siegbringenden Tores am Sonntag beim 2:1 in Iserlohn. „Natürlich schön, aber gewonnen haben wir durch unser Unterzahlspiel“, betont der deutsche Nationalverteidiger türkischer Herkunft. Er gehörte zu jenen sechs Adlern, die vor nicht ganz einem Jahr in Pyeongchang sensationell Olympia-Silber gewannen und kurz vor Weihnachten in Baden-Baden mit den Kollegen des Nationalteams als Mannschaft des Jahres geehrt wurden. Mit dabei: Marcus Kink, den am meisten freute, „dass wir mit und für unsere Sportart so viel Aufmerksamkeit bekommen haben“. Mit dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm hatten beide, Kink und Akdag, noch keinen Kontakt – anders als Moritz Seider, Phil Hungerecker und Markus Eisenschmid. Was schlichtweg daran liegt, dass dieses Adler-Trio für einen U24/25-Lehrgang kommende Woche in Dingolfing eingeladen wurde. Das Fernziel WM in der Slowakei im Mai haben alle, auch Kink und Akdag.

Doch bis dahin zählen nur die Adler, und gerade Akdag spielt eine ausgesprochen gute Saison. Was sich auch in seiner durchschnittliche Zeit auf dem Eis widerspiegelt: 18:46 Minuten pro Spiel, der Spitzenwert im Team. „Ich könnte noch mehr spielen“, sagt Akdag lachend. Im Powerplay allerdings sind, wenn fit, Mark Katic und Joonas Lehtivuori als Defender an der blauen Linie gesetzt. „Und wir versuchen, die Eiszeit über alle sieben Verteidiger gut zu verteilen“, sagte Co-Trainer Mike Pellegrims, der für die Defensive zuständig ist.

Das Unterzahlspiel – wie in Iserlohn – als Schlüssel zum Sieg, das ist natürlich eine Notlösung. Besser ist es, gar nicht erst Strafzeiten nehmen zu müssen. Aber in den ersten beiden Saisonpartien gegen die Eisbären, die beide unnötigerweise verloren gingen, war’s ein Thema: Vier Powerplay-Tore gelangen den Eisbären. „Eine kleine offene Rechnung“ sieht Pavel Gross, der Stürmer Brent Raedeke wieder im Kader weiß, während Verteidiger Thomas Larkin gestern im Training fehlte. Er hat nach seinem Comeback einen Rückfall erlitten.

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