Von der Nummer 2 zum Torwart 1b

Eishockey: In den nächsten Wochen ist Chet Pickard bei den Adlern gesetzt


Von Oliver Wehner


Mannheim. 16 Hauptrundenspiele absolvierte Chet Pickard in der vergangenen Eishockey-Saison für die Adler Mannheim. Diesmal sind es wieder 16 – aber schon Mitte Januar. Und in den kommenden zweieinhalb Wochen bis zur Länderspielpause werden, wenn alles normal läuft, sechs weitere für den Torwart hinzukommen.

Im Prinzip könnte man den gebürtigen Kanadier mit deutschen Wurzeln und deutschem Pass also schon jetzt als Gewinner der recht konsequenten Torwartrotation von Cheftrainer Pavel Gross bezeichnen. 16 Spiele hat er – wie gesagt – bestritten, auf 25 kommt der wohl noch rund drei Wochen verletzte Dennis Endras. Pickard ist sozusagen von Torwart Nummer zwei zum Keeper 1b aufgestiegen – ohne dass er wirklich am Thron Endras’, der auch die etwas besseren statistischen Werte und meist spektakuläreren Saves hat, rütteln würde. Allerdings kann Pickard, 2009 mit Kanada U20-Weltmeister, eine bisherige Saisonbestmarke für sich beanspruchen: neun Siege am Stück, wenn er im Tor stand. „Das war schön, aber eine Teamleistung“, wehrt der ältere Bruder des NHL-Goalies Calvin Pickard (Arizona Coyotes/Tucson Roadrunners) das Lob sofort ab.Trotzdem freut es ihn natürlich, dass er in dieser Saison bisher öfter zum Einsatz kommt als vor einem Jahr. Und deshalb versichert Pickard nun vor den kommenden Wochen, in denen er die Nummer 1 sein wird: „Ich bin im Rhythmus.“ Heute wird im Flugzeug Richtung Berlin, wo die Adler morgen (19.30 Uhr) auf den kriselnden Vizemeister Eisbären treffen, wohl Jungadler Jonas Gähr (17) als Back-up sitzen, da Mirko Pantkowski immer noch krank ist. Der 20-Jährige ist die Nummer 1 bei Kooperationspartner Heilbronner Falken und in der etatmäßigen Torwarthierarchie der Adler die Nummer 3.

Gähr wiederum verzichtete für seinen Noteinsatz bei den Profis auf die Nordamerika-Reise seiner Jungadler. „Wenn er reingeschmissen würde, hätte ich keine Bedenken“, betont Torwarttrainer Benedikt Weichert, der gestern vor dem Mannschaftstraining noch eine Extraschicht mit dem nachlizenzierten Talent einlegte. Seine beiden „Hauptkunden“ beschreibt Weichert so: „Sie sind in ihrem Stil sehr verschieden. Dennis Endras ist eher der reaktive Torhüter, der sehr von seiner Intuition lebt. Chet Pickard ist der physische, athletische Typ, der mit seiner Größe das Tor ausfüllt.“

Morgen in Berlin und am Sonntag (16.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters, für das 11.600 Karten verkauft sind, wird Verteidiger Moritz Seider laut Pavel Gross weiter angeschlagen fehlen. Deshalb verpasste er in dieser Woche wie Pantkowski den Perspektivkaderlehrgang der deutschen Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm. Powerplay-Torschützenkönig Markus Eisenschmid (neun Treffer) blieb ebenfalls in Mannheim, trainierte gestern aber nach zuvor zwei freien Tagen fürs Team normal mit. Phil Hungerecker wird heute zurückerwartet. Der Stürmer, Entdeckung der vergangenen Saison, hat in den zurückliegenden Wochen eine starke Entwicklung hingelegt.

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