Noch genügend kreative Reibung vorhanden

EISHOCKEY: Adler-Trainerduo Pavel Gross/Mike Pellegrims ist ein eingespieltes Team – Morgen bei DEG zu Gast


VON OLIVER WEHNER



Mannheim. Einmal kurz durchatmen nach stressigen Wochen mit sehr vielen Spielen – das haben sich die Profis der Adler Mannheim fürwahr verdient, zumal Cheftrainer Pavel Gross feststellt: „Seit November haben wir gutes Eishockey gespielt.“ Aber vor der kleinen Länderspielpause sind noch zwei Auswärtspartien zu bestreiten.

Gleich vorab: Obwohl Marcel Goc gestern ganz normal, also ohne Signaltrikot, mit der Mannschaft trainierte, gehen die Adler nach dem nun ausgeheilten Kniescheibenbruch des Kapitäns der deutschen Olympia-Helden von Südkorea kein Risiko ein. Goc soll sein lang ersehntes Comeback nach der Saisonunterbrechung geben, also im besten Fall am 15. Februar in Ingolstadt. „Ich will die Pause clever nutzen“, sagte der Stürmer.Da ist es kein Widerspruch, dass Pavel Gross dem Team nach den Partien morgen (19.30 Uhr) bei der Düsseldorfer EG und Sonntag (17 Uhr) bei den Schwenninger Wild Wings eine Woche frei gibt – im Prinzip jedenfalls. Denn: „Wir werden trotzdem jeden Tag Eis haben.“ Wer möchte, kann also trainieren, Marcel Goc will das natürlich. Er braucht keine Physiotherapeuten und Geräte mehr, er braucht das Gefühl für Eis, Stock und Scheibe. Übrigens, das deutete Gross gestern an, werden in der Länderspielpause wohl auch Verteidiger Thomas Larkin und Torwart Dennis Endras sich wieder näher an ihre Rückkehr herantasten. Am kommenden Wochenende fehlen wird Stürmer Brent Raedeke, er hatte in dieser Saison schon mehrfach angeschlagen passen müssen.

Beim morgigen Gegner DEG, in dieser Saison sehr erfolgreich von der Mannheimer Eishockey-Legende Harold Kreis gecoacht, stand Mike Pellegrims in der Runde 2017/18 als Cheftrainer unter Vertrag. Dass die Düsseldorfer derzeit Tabellendritter sind, „hat mich nicht sehr überrascht, wenn man sieht, welche Veränderungen sie im Personal vorgenommen haben“, betont der jetzige Assistenzcoach der Adler und verweist allein auf die beiden neuen Topscorer Philip Gogulla und Jaedon Descheneau.

Seine Zeit als Headcoach – auch zuvor beim Klagenfurter AC in Österreich – hat Pellegrims für seine erneute Zusammenarbeit mit Pavel Gross viel gebracht, beteuert der gebürtige Belgier: „Ich kann mich nun viel mehr in ihn hineindenken, habe noch mehr Fingerspitzengefühl.“ Von 2010 bis 2016 hatte Pellegrims bereits als Gross’ Co-Trainer in Wolfsburg gearbeitet, und als Spieler feierten die beiden gemeinsam drei Meistertitel mit den Adlern (1997, 1998, 1999).

Und dann sind beide auch noch gleich alt, nämlich 50. Gibt’s da eigentlich noch kreative Reibung zwischen diesem eingespielten Tandem hinter der Bande? „Da ist genug Reibung, glaub’s mir“, antwortet Pellegrims lachend. Sie seien schon mal unterschiedlicher Meinung, „dann diskutieren wir, ganz offen und ehrlich.“ Und wer gewinnt? Pellegrims grinst wieder: „Am Ende ist wichtig, dass die Mannschaft gewinnt.“ Tut sie ja meistens, vier Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellenführers auf Titelverteidiger München, der ein Spiel mehr absolviert hat. Am 22. Februar kommt’s in Mannheim zum vielleicht schon vorentscheidenden Duell der Ligagiganten im Kampf um die beste Ausgangsposition für die Play-offs.

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