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Thema: Presse vom 5.2.19

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    Presse vom 5.2.19

    Tore schießen – ohne zu schießen

    Eishockey: Warum die Adler Mannheim einmal mehr in dieser Saison ihre Ligarivalen staunen und stöhnen lassen


    Von Oliver Wehner


    In ihrem Jubiläumsjahr – die 25. Saison seit der Gründung 1994 – wird in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gleichermaßen gestaunt und gestöhnt. Die Adler Mannheim ziehen an der Tabellenspitze ihre Kreise, nicht ganz einsam, dafür sorgt Titelverteidiger EHC Red Bull München als Halbwegs-Verfolger. Aber doch mit zuweilen erdrückender Dominanz. Und am Sonntagabend wird mancher sinngemäß geklagt haben: Jetzt schießen die Adler sogar schon Tore, selbst wenn sie gar nicht schießen.Was war geschehen? Tommi Huhtala hatte beim 4:0-Sieg in Schwenningen im ersten Spieldrittel einen der kuriosesten und in seiner charmanten Frechheit kaum zu überbietenden Treffer in der Geschichte der Liga erzielt. Und zwar indem er den Puck beim „Torschuss“ überhaupt nicht berührte. Ganz neu ist das nicht, in Nordamerika nennt man das „No Move Move“, Experte dafür ist beispielsweise der russische NHL-All-Star Nikita Kucherov in Diensten der Tampa Bay Lightning. Eigentlich trifft’s aber „No Shot Move“ besser. Denn bewegt hat sich Huhtala ja, nur traf die Kelle seines Stocks die Hartgummischeibe nicht – absichtlich.

    Also, zum (hoffentlich) Nachvollziehen im Kopfkino: Die Adler in Unterzahl, Denis Reul entsorgt die Scheibe aus dem eigenen Drittel, Marcus Kink leitet sie gekonnt zu Huhtala, der stürmt allein aufs Tor zu, führt den Puck vor sich. Als er zum Abschluss kommen sollte, huscht die Kelle über das Hartgummi, berührt es aber nicht. Der Puck rutscht also unbeirrt und mit demselben Tempo des sie zuvor führenden und nun abdrehenden Spielers über die Torlinie. Und der Goalie, fragen Sie jetzt zu Recht? Man muss wissen, dass die Schwenninger zwar Tabellenletzter sind, doch Torwart Dustin Strahlmeier ein echter Könner seines Fachs ist. Aber damit, dass Huhtala gar nicht schießt so frei vor seinem Kasten, konnte er nun wirklich nicht rechnen. Schlichtweg wohl auch deshalb, weil dieser Trick in 25 Jahren DEL in dieser Form noch nicht gesehen ward.

    Und was sagte Huhtala zu seinem Geniestreich? Der 31-Jährige entspricht ja sonst eher nicht dem Klischee des melancholischen, wortkargen Finnen, hat eigentlich immer ein Grinsen im Gesicht. Aber Geniestreiche wie diesen hängt er auch nicht gerade an die große Glocke. „Im Training habe ich es schon ein paar Mal probiert“, erzählte er nur. Nun habe es eben auch im Spiel funktioniert.

    Dass es ein Unterzahltor war, also ein „Shorthander“, macht den Treffer noch wertvoller, überrascht aber nicht. Denn für Adler-Trainer Pavel Gross ist Huhtala einer der besten „Penalty Killer“, also Experte für das Spiel mit einem oder zwei Mann weniger, der gesamten Liga. Drei seiner bisher elf Saisontore sind „Shorthander.“ Ungezählt hingegen die „Blocks“, also die Szenen, in denen sich der Finne furchtlos in die Schüsse des Gegners wirft. Vielleicht sollte es die Konkurrenz ja auch mal mit Schüssen versuchen, die gar keine sind ...

    www.rheinpfalz.de

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