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Thema: Deutscher Meister 2019 - eine Zusammenfassung der Saison

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    Deutscher Meister 2019 - eine Zusammenfassung der Saison

    Die Adler Mannheim 2018/19

    Einer historischen Hauptrunde wird in den Playoffs die Krone aufgesetzt – endlich kommt der Meisterpokal wieder nach Mannheim!


    Was war das bitte für eine erfrischende Spielzeit, im Jahr 1 unter der neuen sportlichen Leitung?!

    Sagenhafte 116 Punkte in 52 Hauptrundenspielen gesammelt und damit den alten Rekord pulverisiert. Mit 194 Toren den mit Abstand besten Angriff der Liga gestellt. Lediglich 117 Gegentore bedeuteten gleichzeitig statistisch gesehen die beste Abwehr aller DEL-Teams. Beste Heimmannschaft und beste Auswärtsmannschaft der Hauptrunde. Erfolgreichstes Überzahlspiel etc…

    Das sind nur einige Zahlen, die diese tolle Saison der Adler beschrieben - aber wie wir alle wissen, sind Statistiken im Sport nicht alles. Nein, nicht nur auf dem Zettel stachen die Mannheimer heraus, selbst die spielerischen Auftritte waren zumeist von einem attraktiven Offensiveishockey geprägt und ließen bei den Zuschauern wenig bis keine Langeweile aufkommen. Ob die Anhänger gegnerischer Teams ebenfalls ihre Freude mit der Adler-Mannschaft hatten, sei jetzt mal dahingestellt…

    Im Folgenden lasse ich meinen Eindrücken über die Saison einfach einmal freien Lauf und versuche zumindest einigermaßen sachlich (die „Fan-Brille“ wird man mir nicht ganz nehmen können) auf eine ereignisreiche Spielzeit zurückzublicken. Nichtsdestotrotz, völlig ohne Emotionen wäre es doch auch irgendwie ein bisschen eintönig, wenn man in einem Adler-Forum unterwegs ist. Vermutlich werden einige Highlights sogar zu kurz kommen, weil ich sonst schon fast ein Buch über die Saison 2018/19 der Adler schreiben könnte, insofern bitte ich um etwas Nachsicht.


    Der neue Weg mit alten Bekannten hinter der Bande

    Was würde man aus einer derart verkorksten Vorsaison, die mit dem Halbfinal-Aus gegen den späteren Meister München noch einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss fand, für Konsequenzen in Hinblick auf die neue Saison 2018/19 ziehen. Es gab ganz und gar nichts schönzureden. Unter Sean Simpson stand keine Mannschaft auf dem Eis und der Trainer litt – so leid es mir tut, es an dieser Stelle so auszudrücken – ebenfalls unter einer ziemlich vernebelten Auffassung. Für solche kraftlosen Auftritte dann noch mit der Forderung heranzutreten, seinen Vertrag vorzeitig zu verlängern, grenzte schon an blanken Hohn. Gott sei Dank kam dann, was schon viel, viel früher hätte geschehen müssen. Die sportliche Führung samt des langjährigen Managers Teal Fowler wurde komplett ausgetauscht. Auch wenn es noch keine schnelle Wirkung entfachte und ein neuer alter Bekannter hinter der Bande mit der schwierigen Aufgabe bedacht war, eine nicht nur konditionell desaströse Truppe wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken, war es in gewisser Weise der Startschuss für eine bessere Zukunft. Bill Stewart, man kann ihn mögen oder nicht, hatte einen nicht zu vernachlässigenden Anteil am sich später einstellenden Aufschwung der Adler – nicht nur als Übergangstrainer bis Saisonende, sondern vor allem auch mit seinen schonungslosen Analysen.

    DER Knackpunkt, der wieder Hoffnung sowie Aufbruchsstimmung verbreitete, war jedoch die Verpflichtung von Pavel Gross, Mike Pellegrims und wenig später Jan-Axel Alavaara. Über Gross´ braucht man wenig Worte verlieren. Ein Toptrainer, jemand der seine ganz eigene Philosophie vom Eishockey hat und mitunter auch mal etwas unbequemer sein kann. Dennoch, wenn es teamintern läuft ein Trainer, der immer für seine Jungs da ist, aber auch weiß, wann er die Zügel wieder zu straffen hat. Ein positiv eishockeyverrückter!

    Doch was wusste man großartig über Jan-Axel Alavaara? Als Spieler kannte man ihn aus seiner Zeit in Wolfsburg. Ein gut ausgebildeter Verteidiger, der sowohl offensiv Punkte produzierte und hinten in der Defensive verlässlich seinen Mann stand; zudem ein absoluter Teamplayer, zu dem besonders die jüngeren Spieler bei den Grizzlys hinaufschauten. Gerade diese Art, diese Persönlichkeit war es, die Pavel Gross an seinem damaligen Abwehrmann so schätzte und weshalb er den Schweden damals schon gerne als Co-Trainer an der Bande der Wolfsburger integriert hätte. Doch Alavaaras Weg führte über Schweden und später Nordamerika erst einige Jahre später zurück nach Deutschland und dann nach Mannheim. Am meisten dazugelernt, so sagt er selbst, hat Alavaara als Europa-Scout der Buffalo Sabres. Das Gefühl dafür zu bekommen, ausgewählte Spieler genau zu analysieren, Potenzial zu erkennen und sich eine Meinung davon zu bilden, ob besagter Spieler auch charakterlich in das Teamgefüge passt. Es wurden Kontakte geknüpft, ein Scouting-Netzwerk aufgebaut und weiterentwickelt.

    Als Alavaara dann neuer Sport-Manager bei den Adlern wurde, mögen manche Bedenken gehabt haben, ob der Schwede bereits der richtige Mann für diesen wichtigen Posten sei. Jemand, der vorher noch nicht als Manager gearbeitet hatte und nun dabei mithelfen soll, einen arg strauchelnden Verein wieder durch geschickte Transfers neues Leben einzuhauchen?!

    Die Antwort darauf gab Alavaara schnell und eindrucksvoll. Ruhig und besonnen begann der sympathische Schwede bereits Anfang 2018 eine Liste an Spielern abzuklappern, die durchaus interessant werden könnten und befand sich darüber hinaus im ständigen Austausch mit Pavel Gross. Marcus Kuhl sowie Bill Stewart hielten ihm den Rücken frei und unterstützten. Neu dabei war, dass nicht mehr nur ein Augenmerk auf den Spielermarkt in Nordamerika gelegt wurde, wie zu Zeiten von Teal Fowler, sondern auch neue Wege eingeschlagen wurden und man sich nach Spielern in Schweden sowie Finnland umsah. Letzteres waren Märkte, die in all den Jahren zuvor gänzlich vernachlässigt wurden…

    So gelang es einerseits starke Spieler wie Ben Smith vom AHL-Meister Toronto Marlies für 3 Jahre unter Vertrag zu nehmen als auch die beiden Finnen Tommi Huhtala und Joonas Lehtivuori von ihren finnischen Clubs loszueisen. Glücksgriffe, wie sich herausstellte. Wobei man hier fragen darf, ob es tatsächlich Glück oder nicht viel mehr Können sowie Verstand war.

    Damit nicht genug. Es sickerte ja bereits durch, dass Daniel Hopp und Manager Alavaara beide Finnen in ihrer Heimat besuchten, um ihnen in persönlichen Gesprächen eine Karriere in Deutschland schmackhaft zu machen. Ein Konzept, welches auch bei dem zum damaligen Zeitpunkt etwas unerwarteten Transfer von Senkrechtstarter Markus Eisenschmid Früchte trug. Es war nicht nur rein die finanzielle Seite, sondern in gewisser Weise auch die menschliche, die dabei half, die Spieler für die eigene Organisation zu gewinnen.

    Mit Mark Katic und Brendan Mikkelson holte man wohlgemerkt noch 2 Kanadier aus Schweden, die hier auch definitiv ihre Beachtung finden sollen, weil sie das zeigten, wofür sie geholt wurden und innerhalb des Teams zügig ihren Platz/ ihre Rolle fanden/ annahmen.

    Der personelle Grundstein war gelegt. Pavel Gross war beim Kaderumbau über alle Spieler in Kenntnis gesetzt und konnte sich bereits frühzeitig an den Plan bzw. das Spielsystem begeben. Das zwischenzeitlich abgehaltene Prospect Camp war ein weiterer absolut positiver und willkommener Fingerzeig, dass junge deutsche Spieler in Zukunft wieder vermehrt eine Zukunft in Mannheim erhalten sollen. Ein gewisser Lean Bergmann, der anwesend war und wenig später für 1 Saison in Iserlohn anheuerte, wird in der kommenden Saison beispielsweise das Adler-Trikot tragen. Weitere Talente wie zum Beispiel Julian Napravnik stehen unter ständiger Beobachtung der Scouts um Todd Hlushko und Bill Stewart.


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    **** Deutscher Meister 2019 ---- Alavaara - Ziffzer /// Hlushko - Stewart /// Gross - Pellegrims - Hasanen /// Haas - Weichert - Arendt - Müller - Högberg /// Endras - Pickard - Bernard - Pantkowski /// Katic - Reul - Seider - Larkin - Lehtivuori - Mikkelson - Akdag - Lampl - Möser /// Desjardins - Smith - Adam - Eisenschmid - Plachta - Kolarik - Huhtala - Festerling - Wolf - Goc - Hungerecker - Krämmer - Kink - Raedeke - Soramies - Brune ****

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  3. #2
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    Die Vorbereitung – gelingt der Umbruch?

    Da Gross ein Freund davon ist, seine Mannschaft zu Saisonbeginn bereits vervollständigt versammelt zu haben und nicht unbedingt als Fan von Nachverpflichtungen – sofern sie nicht notwendig sind – gilt, war die Eisfläche zu Vorbereitungsbeginn bereits gut gefüllt und auch der damals noch 17-jährige Moritz Seider tummelte sich unter den Spielern. Ein Junge, der die Saison nutzen sollte, um richtig auf sich aufmerksam zu machen. Auf den Rängen saß häufiger Manager Alavaara und machte sich ein Bild von der Mannschaft. Grundlagen für den fast täglichen Austausch mit den Trainern.

    Über allem schwebte allerdings noch immer die Frage, ob und wenn ja wie schnell der Umbruch in Mannheim gelingen würde und die Adler endlich wieder mehr als nur eine „Geldverbrennungsmaschine“ darstellten.

    Im Vergleich zum Vorjahr unter Sean Simpson kristallisierte sich schnell heraus, worauf im Training Wert gelegt wurde. Tempo, ein sauberes Passspiel und allgemein ein sauberer Aufbau. Zielsetzungen, für die man die richtigen Spieler verpflichtet hatte. Vorbei die Zeiten des ständigen Dump & Chase, was in meinen Augen von spielerischer Armut zeugt und schon gar nicht umsetzbar ist, wenn man keine austrainierte Mannschaft hat, gell Herr Simpson?

    Die ersten Testspiele im August in der Schweiz gaben dann die lang herbeigesehnten Aufschlüsse, dass sich Pavel Gross mit seiner Mannschaft auf einem guten Weg befand, dieser allerdings noch längst nicht sein Ende gefunden hatte. Nahezu ausgeglichen die Bilanz und gerade in Sachen Chancenverwertung war noch deutlich Luft nach oben. Gut eine Woche vor Saisonstart dann die 1:5 Testspielniederlage in Köln. Ein Grund zu grübeln oder gar ein kleiner Euphoriedämpfer?! Nein, aber ein zarter Wink, dass jeder zu Saisonstart bereit sein und 100% abrufen muss.


    Start der Saison 2018/19

    Endlich begann die neue Spielzeit am Freitag, den 14. September mit einem Heimspiel gegen die DEG aus Düsseldorf. Gleich zu Anfang vor heimischer Kulisse zeigen, worauf sich die Zuschauer endlich wieder freuen können. Aber für das Team auch ein erster richtiger Gradmesser, wo man denn nun im ligainternen Vergleich so steht. Die Partie ging jedoch leider mit 1:2 in der Overtime verloren. Dennoch hielt sich die Trauer über lediglich einen Punkt in Grenzen. Es wäre die falsche Reaktion gewesen, gleich wieder auf die Truppe oder einzelne Spieler draufzuhauen. Die Mannschaft hatte gekämpft, gute Spielzüge gezeigt, mehr Abschlüsse, aber wieder einmal machte das Thema Chancenverwertung einen Strich durch die Rechnung.

    Im restlichen September verstand es die Mannschaft dann jedoch, ihre Leistung zu liefern und gleichzeitig Punkte einzufahren, sodass man sich oben an der Tabellenspitze festsetzen konnte. Etwas wild könnte man die Erfolge in Straubing (6:5) sowie gegen Wolfsburg (6:3) betiteln. Offensiv war die Produktion langsam am Warmlaufen, hinten hakte es hingegen noch desöfteren.


    Der Weg nach oben, dann jedoch ein erstes Tief

    Von Mitte Oktober bis Mitte November erspielten sich die Adler 9 Siege in Serie und setzten sich am Platz an der Sonne fest. Defensiv kehrte eine gewisse Stabilität ein und die Abläufe griffen immer besser ineinander. Es machte einfach wieder richtig Spaß diesen Adlern beim Eishockey zuzusehen. Lange Zeit hatte man darauf warten müssen.

    Nach einem 3:0 Sieg gegen Krefeld am 23.11. 2018 sowie einem OT-Sieg in Bremerhaven, folgte jedoch eine unerwartete Niederlagenserie. 4 aufeinander folgende Spiele gingen an die Gegner. Vielen ist vielleicht noch der Satz von Meistertrainer Geoff Ward im Ohr: „Good teams don´t lose two in a row!“

    Waren die Adler nun doch etwa noch kein gefestigtes Topteam in der Liga oder konnte man die Niederlagenserie mitunter an etwas anderem festmachen? Und hier sage ich ganz eindeutig: „Ja!“
    Es wäre verkehrt zu behaupten, dass die Adler sich nicht auch an die eigene Nase fassen mussten, aber durch die Verletzung von Joonas Lehtivuori brach ein enormer Pfeiler in der Defensive für mehrere Wochen weg. Der Finne spielte zwar längst nicht zu spektakulär wie Verteidigerkollege Mark Katic, aber Lehtivuori war der Spieler, den man immer und in jeder Situation aufs Eis stellen konnte und man wusste, dass der Finne eine Lösung parat hat oder finden würde. Sein Fehlen hat sich anfangs deutlich bemerkbar gemacht. Ähnlich gestaltete sich leider die Situation mit seinem Landsmann Tommi Huhtala, der mit seinem Ausfall zum damaligen Zeitpunkt zunächst eine genauso tiefe Kerbe in den Angriff der Adler riss.


    Mein erster echter Gedanke, dass es diese Saison klappen könnte

    Der Dezember hatte dann 3 echte Kracher parat, die eine richtungsweisende Rolle einnehmen würden. Am 26. Spieltag setzten sich die Adler mit einem 1:0 im Penaltyschießen gegen den großen Rivalen aus München durch, wohlgemerkt in der bayerischen Landeshauptstadt. Überragender Mann in dieser Partie war ohne wenn und aber Dennis Endras, der die Münchner reihenweise mit seinen Saves zur Verzweiflung brachte.

    Am 29. Spieltag dann das Kräftemessen in Köln.
    Ich habe es nicht ganz so vernommen, aber in den ersten 10 Minuten mag Köln vielleicht die aktivere (bessere?) Mannschaft gewesen sein, jedoch hatte Pavel Gross seine Mannen derart gut eingestellt, dass die Adler mit zunehmender Zeit auftraten wie eine echte Spitzenmannschaft und nahezu ein perfektes Auswärtsspiel zeigten. Ich war an diesem Abend selbst vor Ort und schon beim Aufwärmen konnte man spüren, wie sehr die Jungs fokussiert waren. Zwar fehlte Joonas Lehtivuori nach wie vor, aber alle anderen Rädchen griffen ineinander. Gestützt durch einen wiederum stark haltenden Dennis Endras, blieb mir eine Szene vornehmlich in Erinnerung. Eine Kleinigkeit, aber sie zeigte mir, wie sehr es innerhalb der kompletten Mannschaft stimmt. Nachdem Chad Kolarik den 5:1 Endstand im letzten Drittel markierte, klatschte er seine Kollegen an der Bande ab, fuhr dann zu Pavel Gross, klatschte diesen noch einmal emotional ab und holte sich mit einem breiten Grinsen selbst einen Schulterklopfer vom Trainer. Es war der Wille, es war Leben in der Mannschaft, die Truppe war erfolgshungrig!

    3 Tage später folgte dann der nächte beeindruckende Akt, der mir aufzeigte, dass sich die Adler 2018/19 vor niemandem verstecken müssen und das Zeug haben, ganz oben mitzuspielen. Ein 3:1 in München. Clever, diszipliniert und mit den Nadelstichen zur rechten Zeit. So spielt eine Topmannschaft!


    Der Motor läuft lange Zeit auf Hochtouren

    Vom 30.12.2018 bis zum 17.02.2019 – unterbrochen von einer Niederlage nach Penaltyschießen in Straubing – folgten 12 Siege (Erwähnung sollte hier verdientermaßen Chet Pickard finden, der den verletzten Dennis Endras hervorragend vertrat). Darunter ein 7:0 in Berlin und in 6:1 in Ingolstadt. Die Mannschaft lieferte ab und legte den Grundstein dafür, dass man die Hauptrunde als Tabellenerster abschloss; und dies mit beachtlichen Werten, die ich zu Beginn meiner Ausführungen bereits aufgelistet hatte.

    Die letzten 6 Partien der Hauptrunde beendeten die Adler mit jeweils 3 Siegen sowie 3 Niederlagen und sollten im Viertelfinale auf die Thomas Sabo Ice Tigers treffen.


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  5. #3
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    Ein Strich unter die Hauptrunde

    Als Abschluss für die historische Hauptrunde, könnte ich jetzt natürlich noch eine kurze Einzelbewertung eines jeden Teammitgliedes vornehmen; verzichte diesmal jedoch bewusst darauf, jedem Spieler ein Zeugnis auszustellen und versuche mich stattdessen vornehmlich auf eine Mannschaftsteil-Bewertung zu beschränken. Schließlich war auch das Team der Star der 52 Spieltage zuvor.

    Im Tor, einer Position im Eishockey, die unter besonderer Beobachtung steht, war man insgesamt gut aufgestellt. Dennis Endras hielt im Wechsel mit Chet Pickard anfangs solide, hatte im fortdauernden Saisonverlauf jedoch eine richtig starke Phase und wurde schließlich durch eine Beinverletzung längere Zeit aus dem Spiel genommen. Sein Vertreter Chet Pickard nutzte diese Chance, sich über einen längeren Zeitraum präsentieren zu dürfen/ können und war ein Garant für zahlreiche Siege.
    Ich möchte an dieser Stelle mal meine Meinung kundtun: Es hätte mich zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der gezeigte Leistungen wahrlich nicht überrascht, hätte sich Pickard als neue Nummer 1a im Kasten der Adler festgespielt. Dem war allerdings nicht so und die Trainer entschieden sich dafür, Endras das Vertrauen als Nummer 1 im Saisonendspurt als auch zum Start der Playoffs auszusprechen. Bereitete mir persönlich diese Entscheidung jetzt Sorgen oder Bauchschmerzen? Antwort: Nein! Das Vertrauen in den Trainerstab war und ist einfach zu groß, als dass man jetzt an einer Personalie rummäkeln sollte.

    Vielleicht beim Thema Torhüter noch eine Anmerkung, mit der ich unter Umständen etwas anecken könnte: Ich verstehe es ohnehin nicht, aber diese ständige Fehlersuche bei Dennis Endras von manchen Leuten hat teilweise schon sehr genervt. Er ließ desöfteren Pucks abprallen und wirkte manchmal auch mir zu hektisch, aber Dennis ist alles andere als ein – überspitzt gesagt – Fliegenfänger. Diese (über-) kritische Betrachtung seiner Leistungen finde ich an einigen Stellen einfach überzogen, aber nun gut…

    In der Verteidigung bestand nach der Vorsaison großer Handlungsbedarf. Mit Lehtivuori, Katic, Mikkelson, Lampl wurden passende Verpflichtungen getätigt, wobei letzterer noch auf das Wirken von Teal Fowler zurückfiel. Wie dem auch sei, man hatte sich nicht nur läuferisch, sondern ebenfalls spielerisch enorm verbessert. Nicht umsonst zählten insbesondere Lehtivuori als Verteidiger des Jahres und Mark Katic zu den besten ihres Faches in der Deutschen Eishockeyliga! Nicht zu vergessen Thomas Larkin, Brendan Mikkelson und nach anfänglichen Problemen Cody Lampl. Allesamt erfüllen die Erwartungen. Toll auch, wie sich Sinan Akdag nach Jahren des „Schlendrians“ wieder unter der Regie von Mike Pellegrims gefangen hat; ebenso ein Denis Reul, den ich jedoch immer noch nicht ganz dort sehe, wo er leistungsmäßig im Meisterjahr 2014/15 unter Geoff Ward bzw. Jay Leach stand. Zu fehlerbehaftet erscheint mir häufiger noch der erste Pass (meine Meinung)…
    Schön zu sehen war weiterhin die Entwicklung Moritz Seiders. Wenn man ihn während des Spiels beobachtet, möchte man meinen, dass dort kein 17-jähriger auf dem Eis steht, sondern ein gestandener Verteidiger. Einzig sein Gitter gab Aufschluss darüber, das dem nicht so war. Sein NHL-Draft in der ersten Runde ist allerdings vorgezeichnet.

    Die Abteilung Attacke erhielt ebenfalls an wichtigen Stellen eine Blutauffrischung. Tommi Huhtala, Ben Smith und Markus Eisenschmid schlugen allesamt auf ihre Art ein und unterstreichen ein weiteres Mal die herausragende Arbeit von Manager Jan-Axel Alavaara im Frühjahr/ Sommer 2018. Huhtala ist mit seinem Einsatz vor dem Tor sowie in Unterzahl kaum mehr wegzudenken. Smith spielt zwar überwiegend unspektakulär, aber macht die kleinen, oftmals unbemerkten Dinge richtig und ist der Motor seiner Reihe („unsung hero“). Eisenschmid glänzt hingegen nicht nur mit seinen läuferischen Fähigkeiten, sondern hat sich zu Mr. Powerplay entwickelt.

    Ein Faustpfand in der Hauptrunde war sicherlich auch, dass die Reihe um Wolf und Plachta mit Desjardins als Center zusammenblieb und verlässliche Punktelieferanten darstellen. Wobei ich eine Person hier ganz besonders hervorheben möchte – Andrew Desjardins. Er hat es sich mehr als verdient. Für mich das Sinnbild eines kompletten Stürmers. Gar nicht einmal unbedingt der ganz große Goalgetter, aber was er auf dem Eis als verlängerter Arm des Trainers Pavel Gross zeigt ist spitze. Fleißig wie eine Arbeitsbiene und wenn es gefährlich wird, ist er auch fast immer auf dem Eis. Der Vergleich ist jetzt natürlich etwas hochgegriffen, aber was man einst über Steve Yzerman bei den Detroit Red Wings sagte, könnte man auch – selbstverständlich nicht auf demselben Niveau – über Andrew Desjardins sagen: „Leading by example!“

    Nach anfänglichem Sand im Getriebe kamen auch Spieler wie Chad Kolarik und Luke Adam mit zunehmendem Saisonverlauf immer besser in Form. Beide Akteure gerieten bis dahin allerdings auch häufiger in die Schusslinie einiger Fans. Nicht gänzlich unbegründet, da stimme ich zu. Kolarik tauchte oftmals zu sehr ab und hatte zu Beginn mit der geforderten Rückwärtsbewegung von Pavel Gross ein paar Schwierigkeiten. Es ist der Nummer 42 jedoch hoch anzurechnen, dass er diese Forderung mehr und mehr verinnerlichte und nun neben seinem allseits bekannten Punkteriecher auch (endlich) den Rückwärtsgang in seinem Spiel gefunden hat.

    So ein bisschen ein Rätsel ist und bleibt Luke Adam für mich. Nicht unbedingt derjenige, der dafür bekannt ist, topfit aus dem Sommerurlaub nach Mannheim zurückzukehren, aber ab der 2. Saisonhälfte hat er wirklich angefangen in hohem Maße zum liefern. Ähnlich wie bei Kolarik dürfte eine Standpauke über die bis dato gezeigten Auftritte von Pavel Gross geholfen haben. Wahrscheinlich hat er die Zeichen der Zeit aber etwas zu spät erkannt. Schade, da Adam rein vom Potenzial einer der Stars der Liga sein könnte, aber die Einstellung sowie der Fleiß offenbar nicht damit im Einklang stehen.

    Abschließend wird noch einmal kurz die sportliche Führung von mir unter die Lupe genommen. Bereits weiter oben habe ich alle Protagonisten hinreichend gelobt für ihre tolle Arbeit. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass die Adler gleich so durchstarten würden, aber genau das ist der Verdienst der harten Arbeit auf und neben dem Eis. Diese professionelle Herangehensweise hat direkt Früchte getragen und stellt den Hauptverantwortlichen der letzten Jahre – ausgenommen 2014/15 – ein Armutszeugnis aus.

    Einziger Kritikpunkt meinerseits ist die Tatsache, wie man an Spiele gegen kleinere Mannschaften herangegangen ist, die sich außerhalb der Top 10 befanden. Es war unnötig und darf eigentlich nicht vorkommen, dass man nicht nur einmal gegen ein Tabellenschlusslicht den Punktelieferanten gab. Das wird Pavel und sein Trainerteam sicherlich auch besonders gefuchst haben, aber es bewahrheitet sich, dass lediglich 90 bis 95% Leistung nicht ausreichen, um „einen ruhigen Puck“ zu schieben.


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    Das Viertelfinale mit Lieblingsgegner Nürnberg

    4:1 in der Serie spricht eigentlich eine deutliche Sprache, doch so waren es mehr oder weniger nur die ersten beiden Partien und die letzten 30 Minuten in Spiel 5, die in meinen Augen eine überwiegend gute Leistung darstellten. Ansonsten wurde zu pomadig, ja vielleicht sogar zu arrogant versucht das Spiel im „Schongang“ gegen die Ice Tigers über die Bühne zu bringen. Mit Ausnahme des 2. Spiels in Nürnberg konnte man zwar zulegen, wenn es erforderlich wurde, aber dieser Schuss kann auch schnell mal nach hinten losgehen. Darauf verlassen sollte man sich jedenfalls nicht.

    Der Mann der Serie dürfte nicht nur für mich Markus Eisenschmid gewesen sein. Andrew Desjardins mit seinem Hattrick in Spiel 1, oder Luke Adam sowie Mark Katic als damalige Topscorer mit 8 Punkten aus 5 Spielen sollten hier ebenfalls Erwähnung finden, aber 6 Tore in lediglich 5 Aufeinandertreffen waren schon eine echte Hausmarke!


    Halbfinale gegen Köln – der Klassiker

    Besser hätte man nach einer solch langen Pause und dem Warten auf den Halbfinalgegner wohl kaum in eine Serie starten können. Bereits nach nicht einmal einer Minute Spielzeit war es Ben Smith der die Adler mit einer geschickt abgefälschten Scheibe in Front brachte. Womit die Wenigsten gerechnet hätten - es sollte der letzte Torerfolg an dem gesamten Abend bleiben. Stattdessen wurde es ein hauptsächlich von der Defensive geprägtes Spiel, was den Adlern nicht unbedingt zugutekam. Am Ende konnte man Dennis Endras dafür danken, dass die Partie nach einem zwei auf eins Unterzahlkonter der Haie nicht doch noch in andere (falsche) Bahnen gelenkt wurde. Man soll ja immer vorsichtig mit solchen Behauptungen sein, aber gerade das zeichnet einen Topakteur aus: er ist da, wenn man ihn braucht! Somit ging Spiel 1 der Serie mit 1:0 an die Adler.

    In Spiel 2 folgte die dringend benötigte Leistungssteigerung, nachdem Pavel Gross vor allem das 2. Drittel aus der vorangegangenen Partie sauer aufstieß. Abzüglich der ersten 5 Minuten des Aufeinandertreffens war es eine souveräne Vorstellung der Adler. Gestützt auf einer cleveren, starken Defensive und funktionierenden Special Teams ließen die Jungs eigentlich zu keinem Zeitpunkt etwas anbrennen. Zumindest hatte ich nie Zweifel daran, wer am Abend des 5. April als Sieger vom Eis gehen würde; selbst nicht, als nach dem 1:3 Anschlusstreffer der Kölner wieder Hoffnung im weiten Rund der Lanxess Arena aufkeimte. Dank des 4:1 Auswärtssieges stellten die Jungs von Pavel Gross also auf eine 2:0 Serienführung.

    Spiel 3 der Serie begann ohne spielerischen Glanz. Die Adler spielten die ersten 20 Minuten verhalten und ließen die Haie erst einmal machen. Konsequent jedoch das Abwehrverhalten, besonders die Vielzahl der geblockten Schüsse. Ernsthaft in Gefahr war das Adler-Gehäuse in meinen Augen aber nicht und wenn es doch etwas gefährlicher wurde, stand hinten immer noch ein bislang schier unüberwindbare Dennis Endras.
    Mitte des 2. Spielabschnitts besorgte der starke Mark Katic – nicht umsonst Playoff-Topscorer der Adler – mit einem präzisen Schuss die ersehnte Führung. Aufgrund einer fahrig (schlampig) verspielten siebenminütigen (!!!) Überzahlgelegenheit, gelang es der Truppe von Pavel Gross allerdings nicht, frühzeitig für mehr Entspannung der Fan-Seele zu sorgen. Dies sollte hingegen mit einem Powerplay zu Beginn des Schlussabschnittes geschehen. Nach wiederum starker Arbeit vor dem Tor von Haie-Keeper Gustaf Wesslau bugsierte Matthias Plachta die Scheibe ins Tornetz. Von dort an senkten sich die Köpfe der gegnerischen Akteure, die Adler zogen ihr Spiel souverän durch und sorgten in Person von Andrew Desjardins nach einem wunderbar herausgespielten Angriff sowie Luke Adam nach dickem Schnitzer von Haie-Kapitän Moritz Müller für den 4:0 Endstand – gleichbedeutend mit Halbfinal-Shutout-Nr. 2 für Dennis Endras.

    Das 4. Aufeinandertreffen zwischen Mannheim und Köln, diesmal wieder in der Lanxess Arena, ließ sich kurz und knapp zusammenfassen: 4:2 gewonnen und über 40 Minuten eine starke Leistung gezeigt. Im letzten Drittel wurde mit angezogener Handbremse mehr oder weniger der Spielstand verwaltet und die Uhr runter gespielt. Dieser Erfolg war natürlich gleichbedeutend mit einem Sweep! Lediglich 3 Gegentreffer in der gesamten Serie! Zu stark waren diese Adler und die Haie fanden einfach keine Mittel.
    Bereits am Abend des 9. April 2019 hatte sich das Tor zum Finale geöffnet. Für mich persönlich ein Triumpf zum Genießen – auf ganzer Ebene. Meine sehr „speziellen“ Freunde *hust* aus der Domstadt konnten nun endlich ihren Sommerurlaub antreten (sorry, kann die Haie einfach nicht ausstehen).
    Die Adler waren vom Trainerteam super eingestellt, mannschaftlich geschlossen und abgezockt (clever), wie ein Spitzenteam eben auftreten muss. Das Warten auf den Finalgegner konnte also beginnen...


    [...]
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    „Glaube nie oben angekommen zu sein, denn so fängt der Weg nach unten an.“

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    Das große Finale: Mannheim gegen München

    Die beiden besten Teams der DEL-Hauptrunde sollten den Titel also unter sich ausmachen. Es war von vornherein klar, dass diese Serie hart umkämpft werden würde – nach dem Viertelfinale gegen Nürnberg und dem Halbfinale gegen Köln wartete nun der erste richtig große Prüfstein auf die Mannschaft von Pavel Gross.
    Die Roten Bullen kamen mit 7 langen Spielen aus der Halbfinal-Serie gegen Augsburg in den Beinen nach Mannheim, wohingegen die Adler durch den Sweep gegen Köln genügend Zeit hatten, um kleinere Blessuren (z.B. bei Tommi Huhtala) ausheilen zu lassen.

    Am Ende der ersten Begegnung vom 18. April stand eine unglückliche 2:1 Overtime-Niederlage auf dem Papier. Unglücklich und in gewisser Weise selbst verschuldet – aber dazu im weiteren Verlauf mehr. Der Heimvorteil war also direkt futsch. Dennoch fällt es mir schwer der Truppe einen wirklichen Vorwurf zu machen. Die ersten 40 Minuten waren spielerisch absolut überzeugend. Mannheim war eindeutig die dominantere Mannschaft und hatte die Partie eigentlich zu jeder Zeit im Griff. Es dauerte aber bis zu Beginn des 2. Drittels, ehe nach dem Tor von Ben Smith (liebe „Kollegen“ Bernecker und Goldmann: Das war kein Glück, sondern Können, also nächstes Mal die Augen auf!) ein erster kleiner Stein vom Herzen fiel. Dennoch belohnte man sich in der Folgezeit mit keinem weiteren Treffer, sodass zum Schlussabschnitt nur eine hauchdünne Führung stand.
    Und es sollte ganz bitter werden: Ausgerechnet bei eigener Überzahl musste man nach einer Unachtsamkeit im Defensivverhalten den zu dem Zeitpunkt glücklichen Ausgleichstreffer hinnehmen. Ein Schock, womit nicht zu rechnen war. Für einen Moment wirkte sich dieser Schlag auch auf die Spielweise der Adler aus, aber hinten stand noch ein Mann im Tor, auf den man sich in den gesamten Playoffs bisher zu 100% verlassen konnte – so auch wieder am Abend des 18. Aprils!

    Es ging folglich in die erste Verlängerung. Dort hatte es zunächst den Anschein auf mich, als sei München etwas spritziger und entschlossener, aber glücklicherweise münzten sie diese kleine „Drangphase“ (noch) nicht in Zählbares um. So hatte u.a. Chad Kolarik an diesem Abend die große Chance zum Helden aufsteigen zu können. Der unauffällige sowie leider weit unter seinen Möglichkeiten spielende US-Amerikaner verzog jedoch seinen Schuss, sodass weiter gezittert werden musste. Und dieses Zittern endete kurz vor Ende der ersten Overtime in völliger Schockstarre. Ein abgefälschter (unhaltbarer) Schuss fand den Weg in das Tor von Dennis Endras, der ein paar Minuten zuvor noch bravourös gegen Patrick Hager seine Klasse zeigte.

    Unter dem Strich stand also die erste Niederlage und letztlich kann man sich von der insgesamt guten Leistung nichts mehr kaufen. Allerdings machte das Gezeigte Hoffnung und es muss keine Krisensitzung einberufen werden. Nichtsdestotrotz, die Chancenverwertung – und da komme ich auf den obigen Satz „in gewisser Weise selbst verschuldet“ zurück – muss einfach besser werden. Auf Dauer ist es nämlich frustrierend, wenn man trotz hohen Aufwandes keinen Ertrag/ Gewinn daraus schlägt…

    So viel an dieser Stelle zum Spielverlauf. Damit ist aber noch nicht alles von meiner Seite aus gesagt. Vielleicht ist es nur mein alleiniges Empfinden, aber dass Markus Eisenschmid – bekanntlich unser bester Torschütze mit Desjardins und eine große Waffe im Powerplay – im ersten Drittel von den Dosen quasi „zur Jagd freigegeben“ wurde, hat mich tierisch erzürnt. Sorry, für meine Ausdrucksweise, aber wenn ich dann jedes Mal noch die verschrobene Visage des Übungsleiters der Roten Bullen sah, hätte ich im Strahl kotzen, oder am liebsten reinhauen können. Echt ekelhaft dieser Typ (was fairerweise nichts daran ändert, dass er ein sehr erfolgreicher Coach ist).
    Ein Kritikpunkt ist mir abschließend aber dann doch noch eingefallen. So leid es mir tut, aber die genommenen drei Strafen von Denis Reul waren wirklich alles andere als intelligent, vor allem wenn man bei den letzten beiden die Zeitpunkte ins Auge fasst: Cross-Check 1:34 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit und Halten nach 13:45 Minuten in der Overtime. Es passierte glücklicherweise nichts, aber solche Aktionen hätten letztlich auch tödlich enden und die ganze Mannschaft um ihr Geleistetes bringen können. Sorry, das ging trotzdem gar nicht!

    Natürlich könnte ich jetzt auch noch einmal die Streifenhörnchen heranziehen, was ich indirekt im „Fall Eisenschmid und Freiwild“ ja bereits getan habe. Jedoch fällt mir hierzu gar nicht mehr viel ein. Sie waren wieder einmal maßlos überfordert und hatten rein gar nichts von einer klaren Linie; kurz gesagt, mit dem Wort „Stümper“ fasse ich es wohl noch einigermaßen sachlich zusammen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es nicht die feine englische Art ist, im Nachhinein auf gewisse Personen „einzuschlagen“ und im Grunde versuche ich stets das Thema Schiedsrichter zu vermeiden, aber mit der entsprechenden Wut im Bauch ist das nicht so einfach. Ich möchte allerdings noch einmal unterstreichen, dass sie nicht die Alleinverantwortlichen für die Niederlage sind. Das wäre zu einfach und diesen Schuh müssen sich auch die Adler selbst anziehen (Stichwort Chancenverwertung; könnte Unwort des Jahres 2019 werden…).

    Was blieb!? Unsere Mannschaft hatte Spiel 1 verloren, aus den Händen entgleiten lassen. Darüber, dass es im Endeffekt kein Start nach Maß in die Finalserie war, brauchen wir wahrlich nicht zu diskutieren, aber verstecken musste man sich ganz und gar nicht. Das Team von Pavel Gross wusste was es kann und nun galt es einfach die erforderliche Cleverness an den Tag zu legen. Schon allein mit noch etwas mehr Verkehr direkt vor dem gegnerischen Gehäuse hätte man einem Aus den Birken das Leben schwerer machen können. München war definitiv zu packen.


    Spiel 2 am Abend des 20. April: München 0 – Mannheim 3! Das Heimrecht wurde sich eindrucksvoll zurückgekämpft! Ein Sieg des Willens, aber auch ein Sieg des Könnens.

    Die läuferische Leistung im 1. Drittel, insbesondere das Fore- und Backchecking war außergewöhnlich stark. Ein großes Lob, mit welcher Einstellung die Mannschaft aus der Kabine kam. Von Beginn an versuchten die Adler München in deren eigener Zone festzuspielen, was auch gelang. Das frühe Tor durch den verbesserten Chad Kolarik war enorm wichtig. Endlich gelang es, sich zu einem frühen Zeitpunkt selbst zu belohnen und man musste nicht gleich wieder vergebenen Möglichkeiten nachtrauern. Die Adler spielten weiterhin diszipliniert ihr Spiel und ließen sich nicht verunsichern. Red Bull als Heimmannschaft kam zu keinen wirklich guten Einschusschancen.
    Während der gesamten ersten 20 Spielminuten war stets zu spüren, dass bei beiden Teams einiges an Druck auf dem Kessel war. Immer wieder kleine Rudelbildungen, ein schmackhaft duftender Handschuh hier und dort.
    Gut eine Minute vor Drittelende schien der Druck sich dann zu entladen. Bis dato attestierte ich den Streifenhörnchen eine weitgehend ordentliche Leitung des Spiels, aber mit dem unsauberen Check von Yasin Ehliz gegen Ben Smith entglitt ihnen die Begegnung in der Folgezeit zusehends. Sorry, aber wenn ich von Seiten der Kommentatoren höre, dass der Check lediglich spektakulär aussah, aber eigentlich gegen die Brust gerichtet war, dann könnte ich mich vergessen. Und solche Typen schimpfen sich Experten…
    Lobenswert fand ich in dieser Beziehung die Reaktionen von Adam und Huhtala, die dem Übeltäter und kleinem Giftzwerg Ehliz direkt hinterher wollten.
    Das 1. Drittel endete mit beiden komplett auf dem Eis versammelten Mannschaften. Die „Überraschungen“ sollten dann zu Beginn von Abschnitt 2 weitergehen.

    Dort nämlich fanden sich die Adler plötzlich in Unterzahl wieder. Ein absolut unnötiger, dummer Stockschlag von Larkin mit dem Bully bedeutete sogar eine fast einminütige 5:3 Überzahlgelegenheit für die Roten Bullen. Mit einer Energieleistung sowie der Bereitschaft, sich waghalsig in Schüsse zu werfen (M. Goc, Huhtala, Plachta, Krämmer, …!) überstanden die Adler diese brenzlige Situation.
    Anschließend häuften sich die Strafzeiten für das Auswärtsteam, wohingegen sich München im Gegenzug einiges mehr leisten durfte/ konnte. Verhältnismäßigkeit und klare Linie? Fehlanzeige! Das Tempo war folgerichtig nicht so hoch wie in ersten 20 Minuten. München wurde – unterstützt durch numerische Überlegenheit – etwas stärker, aber die Defensive sowie ein formidabler Endras ließen keine Wende in der Partie zu. Somit ging es wie in Spiel 1 ohne weitere Treffer in den Schlussabschnitt. Einen Spieler, der in der Kategorie vielleicht nicht so oft Erwähnung findet, möchte ich an dieser Stelle jedoch extra hervorheben: Matthias Plachta. Bärenstark sein Pensum in der eigenen Zone!

    Fast parallel zu Spiel 1 bekamen die Adler nach wenigen Minuten eine Überzahlmöglichkeit, ihre dritte und was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten, ihre letzte. Anders als 2 Tage zuvor schlug das Pendel diesmal jedoch positiv und nicht negativ aus, denn nach fast 44 gespielten Minuten fasste sich Top-Torschütze Eisenschmid ein Herz, kurvte mit vollem Tempo vor das Tor von Danny Aus den Birken und ließ diesem mit einem trockenen Schuss keine Abwehrchance. Hätte man sich ja auch irgendwie denken können. Die Powerplayquote der Mannheimer in den Playoffs betrug zu diesem Zeitpunkt gut 33% und nach zuvor zwei glücklosen Phasen mit einem Mann mehr auf dem Eis, war es doch rechnerisch logisch, dass es klingeln würde… ;-)

    Dennoch war von einer Entspannung der Lage aus Adler-Sich nicht viel zu sehen. Es hatte nämlich den Anschein für mich, als wollten die Schiedsrichter mit ihren Entscheidungen und einseitig verteilten Strafzeiten gegen die Adler noch einmal etwas Spannung in die Partie bringen.
    Dummerweise haben sie diese Rechnung ohne die Adler Mannheim gemacht, denn in drei Unterzahlsituationen ließen diese nur noch wenige Schüsse zu und das was dann mal durchkam, landete in den Fängen von Dennis Endras. Lediglich bei einem Pfostentreffer von Joslin brauchte der Mannheimer Schlussmann ein wenig Glück.
    Und was kann man als Krönung für ein weiteres „zu Null“ – das dritte in diesen Playoffs – noch on top setzen?! Richtig, einen Assist. So getan beim 3:0 Schlusspunkt durch den langen Empty-Netter von Ben Smith.
    Nach solch einem Sieg konnte man als Fan, so empfinde ich es jedenfalls, einfach nur stolz sein. Dieser Abend/ diese Vorstellung hat eindrucksvoll untermauert, warum ich die Adler 2018/19 so liebe und so viel Vertrauen in sie habe. Danke! Danke auch an die mitgereisten Fans, die vor Ort ebenfalls einen tollen Job gemacht haben!


    „You just want to win so badly“ – Ben Smith. Dieser Siegeswille war den Jungs ins Gesicht geschrieben und sie legten los wie die Feuerwehr. Matthias Plachta schoss bereits nach 5 Sekunden (!!!) die Adler in Front. Hätte die Partie aus Mannheimer Sicht besser starten können?! Wohl kaum und mit dem frühen 2:0 im Powerplay wurde dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Ob Donnie’s Kopf da bereits heiß lief…

    Leider kann ich zu diesem Spiel nicht so weitreichend Drittel für Drittel Stellung beziehen, wie es in den beiden Begegnungen zuvor der Fall war. Das Geschehen am TV bzw. Stream zu verfolgen war nur bedingt möglich und alternativ vor dem Liveticker zu hängen oder dem Webradio zu lauschen (Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Antti!) erschien mir aus Erfahrung zu nervenaufreibend.

    Dennoch, das was ich mitbekommen konnte, machte einen überzeugenden Eindruck. Mit dem zweiten schnellen Treffer nach der Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Trevor Parkes, nahm man München erst einmal komplett die Luft.
    Nach der 3:0 Führung, dem 2. Treffer von Andrew Desjardins am Nachmittag des 22. April, machte sich bei mir persönlich endgültig der Glaube breit, dass man diese Partie nicht mehr aus der Hand geben würde. Selbst der „Ehrentreffer“ zum 1:3 durch Patrick Hager zur Hälfte der Spielzeit bereitete mir keinerlei Sorgen. Zu clever, zu fokussiert bleiben die Adler. Dass man im Laufe eines Matches gegen einen guten Gegner auch mal kurze Drangphasen hinnehmen muss, lässt sich nicht vollends vermeiden, aber die Art und Weise, wie man trotzdem immer weiter marschiert ist, war einer Topmannschaft absolut würdig. München hatte meiner Ansicht nach nichts entgegenzusetzen, was die Adler noch einmal vor Probleme hätte stellen können.
    Mit dem 4:1 belohnte sich dann endlich auch ein Spieler in der Finalserie, der bisher mehr durch den kämpferischen Aspekt/ die Leidenschaft sich für den Teamerfolg „aufzuopfern“, auf sich aufmerksam machte – Tommi Huhtala.
    Ein Extra-Lob verteilte ich wiederum – war ja mittlerweile fast schon Standard – an Dennis Endras sowie die Defensivabteilung. Konnte man mal so machen…

    Der letztlich souveräne 4:1 Erfolg bedeutete also gleichzeitig die 2:1 Serienführung. Spielten die Adler weiterhin konzentriert auf einem solch hohen Niveau, würde es ganz, ganz schwer werden sie zu schlagen.


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    Wenn man Spiel 4 mit einem Wort zusammenfassen müsste?! „Wahnsinn“, „irre“, „meisterlich“… wahrscheinlich aus allem etwas.
    Nach dem erneuten „Zu-Null-Sieg“ in München, hatten die Adler nun alle Trümpfe in der eigenen Hand, um die Rekordhauptrunde endgültig zu vergolden und die Spielzeit 2018/19 zu einer „Rekordsaison“ werden zu lassen.

    Was war da für ein unglaubliches Tempo in den ersten 20 Minuten der Partie. Zwar ohne Torerfolge, aber es hat trotzdem riesigen Spaß gemacht, das Geschehen auf dem Eis mitzuverfolgen. Schade, dass Huhtala nach schön ausgespieltem Angriff nur zweiter Sieger gegen Danny aus den Birken blieb.
    Zu meiner Verwunderung war es – im Vergleich zu den vorherigen Begegnungen – kein sonderlich ruppiges Spiel, sondern man beschränkte sich vornehmlich auf das Sportliche. Die Schiedsrichter zeigten indes ebenfalls eine finalwürdige Leistung, wie man es sich von Beginn der Serie gewünscht hätte. Daher diesmal auch ein Lob in Richtung der Männer an der Pfeife!

    Der zweite Durchgang hatte es dann aus Adler-Sicht zwischen Spielminute 23 und 26 richtig in sich! Zunächst Cody Lampl mit seinem 1. Playoff-Tor im 1 Playoff-Spiel für die Adler Mannheim. Danach Ben Smith mit einem wunderschönen Treffer – ganz im Stile eines Playoff-Monsters – und letztlich Phil Hungerecker mit einem Tor des Willens stellten die Weichen voll auf Sieg. So spielt man Eishockey. München wurde komplett überrumpelt und die Miene von Don Jackson tat ihr übriges…

    Als Plachta kurz nach Wiederbeginn den Münchener Schlussmann mit seinem Torabschluss zum 4:0 tunnelte, war die Messe endgültig gelesen. München spielte gar nicht mal schlecht, sondern die Adler waren einfach zu stark. Selbst in Unterzahl standen sie erneut bombensicher und ermöglichten Dennis Endras am Ende des Abends Shutout Nummer 4 in den Playoffs – Rekord eingestellt!

    Bei solch einem Leistungsvermögen ist es schwer, überhaupt einen MVP Kandidaten in der Mannschaft ausfindig zu machen. Ich würde ja sagen, dass das gesamte Team der Star ist, aber es heben sich sogar noch ein paar Spieler wie z.B. Dennis Endras, Ben Smith oder Mark Katic aus dem starken Gefüge hervor. Den Einsatz und die Energie, die die nominell vierte Reihe um Marcel Goc auf das Eis bringt, gilt es ebenfalls zu würdigen.

    Durch den 3. Sieg im 4. Finalspiel krallten sich die Adler also 3 Matchpucks im Kampf um den Meisterpokal. München hatte schon während der Partie schwer zu knabbern und die Beine würden sicherlich nicht leichter. Die Adler selbst benötigten in der durch Pavel Gross vorgegebenen Spielweise eigentlich kaum Korrekturen. Nun gingen die Blicke gespannt auf den Abend des 26. April 2019. Würde Mannheim am Ende in eigener Halle den Meisterpokal in die Höhe stemmen können?!


    Spiel 5 – mir fehlen die Worte… ja, ich habe Tränen in den Augen. Was für ein Krimi! Ich hätte es wahrlich nicht annähernd so spannend gebraucht, aber das haben sich die Adler mit einem zu passiven 3. Drittel zum Teil selbst eingebrockt. Nach dem 4:4 Ausgleich durch die Roten Bullen, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und Gedanken an das Finale 2012 kamen wieder hervor. Aber diese Adler-Truppe ist einfach nur überragend. Sie finden immer noch Wege, um sich aus schwierigen Situationen zu kämpfen Ich ziehe meinen Hut und gebe hiermit eine Liebeserklärung an jeden Einzelnen in der Mannschaft ab!

    5:4 nach Verlängerung, es ist vollbracht! Danke, danke, danke!

    Dennis Endras als MVP ist eine absolut nachvollziehbare Entscheidung, aber so viele hätten es ebenfalls verdient gehabt.

    Eine Anmerkung noch zu Michael Wolf: Der Versuch, den Stürmer in der Vergangenheit nach Mannheim locken zu können, scheiterte (leider). Dennoch lassen wir seine Karriere mal
    Revue passieren; es hängt ein toller, fairer Sportsmann die Schlittschuhe an den Nagel und es gebührt ihm definitiv großer Respekt, weil er viel für das Deutsche Eishockey geleistet und immer vollen Einsatz gezeigt hat. Alles Gute für die Zukunft, Michael Wolf!


    Was bleibt mir abschließend noch zu sagen? Auf jeden Fall möchte ich mich auch bei den Fans bedanken. Es war zwar ehrlich gesagt nicht immer ganz leicht, manche Sichtweisen hier im Forum nachzuvollziehen und dann in meinem Fall die Finger still zu halten, aber wir alle unterstützen dieselbe Mannschaft, sind mit Herzblut dabei und wollen nur das Beste für unsere Adler. Jetzt haben WIR es geschafft!

    DEUTSCHER EISHOCKEY-MEISTER 2019 !!!



    Dass nun nach Beendigung der Spielzeit 2018/19 auch Entscheidung publik gemacht werden, die womöglich ein Teil der Anhänger nicht unbedingt gerne so sieht, dürfte sich nicht gänzlich vermeiden lassen. Spieler kommen, Spieler gehen – so ist heutzutage das Geschäft; und wem will man es verdenken, wenn die große NHL ruft. Dennoch braucht niemandem Bange zu sein, ob der Neuzugänge/ der Ausrichtung für die Saison 2019/20. Hier dürfte sich vermutlich zwar auch wiederum die eine oder andere kritische Stimme auftun (was okay ist, sofern man sie begründen kann), jedoch greife ich schon einmal vorweg, dass man unserem Manager Jan-Axel Alavaara vollauf vertrauen kann. Der Mann weiß, was er macht. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, steht das Gros der Truppe für die kommende Spielzeit zusammen und es steckt ein erkennbarer Plan dahinter, der u.a. auch darauf hinausläuft, den nächsten Schritt erfolgreich zu beschreiten und auf dem Geleisteten aufzubauen – sich somit also wieder langfristig an der Spitze der DEL zu etablieren.

    Namen der Zu- sowie Abgänge werden dann in den nächsten Tagen und Wochen öffentlich von Seiten der Adler Mannheim bekannt gegeben. Bis dahin heißt es sich noch zu gedulden, wenn man endgültige Gewissheit erlangen möchte und in Sachen Gerüchten eher etwas vorsichtig ist…

    Und jetzt heißt es FEIERN! Genießen wir diesen tollen Erfolg in vollen Zügen! Danke!


    Beste Grüße & einen schönen Sommer!

    Stephan
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  13. #7
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    Danke @Steve Kelly#11, schön, die Saison am Tage des Triumphes in Zeitraffer so präsise nachzeichnen zu dürfen. Sehr stark !!

  14. #8
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    Hut ab, Steve
    und allen Respekt
    Vielen Dank für deine Mitarbeit und Info


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  15. #9
    100 % Odenwald Avatar von Stormrider1984
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    Unfassbar starker Post, danke dafür !


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  16. Folgende User bedanken sich bei Stormrider1984 für diesen Beitrag:

    Wayne Hynes (27-04-19)

  17. #10
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    Wahnsinns Post Stephan.

    Wir haben den Pott!!!!!

  18. #11
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    280 Danksagung in 101 Beiträgen
    Wow einfach nur wow. Danke vielmals für diesen Klassepost! Besser & schöner kann man es wohl nicht zusammen fassen.
    Deutscher Meister !!!!!!!

  19. #12
    Registrierter Benutzer Avatar von Brent Meeke #19
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    Danke, danke, danke !

  20. #13
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    Vielen Dank für diesen Post und die gute Zusammenfassung.

    Außerdem hoffe ich, dass Larkin bleibt (nicht nur wegen des Meistertores).

  21. #14
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    @ Steve

    Am Anfang sagst du, dass du ein Buch über die ganze Saison schreiben könntest...

    DANN MACH ES VERDAMMT NOCHMAL.

    Ich kaufe es sofort.

    Danke, dass du uns wieder mit Gerüchten versorgt hast!

  22. Die folgenden 2 User haben sich bei Hlushko403 für diesen Beitrag bedankt:

    Sale (27-04-19), Wayne Hynes (27-04-19)

  23. #15
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    Stefan heirate mich! Aber erst muss ich Pavel heiraten !

  24. Die folgenden 2 User haben sich bei dss für diesen Beitrag bedankt:

    bruce hardy (27-04-19), stone cold (27-04-19)

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