Am liebsten Profi bei den Adlern

Talentschuppen: Der Weg zum Eishockey war für Jungadler Denis Majewski vorbestimmt. Schon früh nahm sein Vater, der in Polen Eishockey spielte, ihn und seinen älteren Bruder Mirco mit zu den Adlern in die SAP Arena. Damit entfachte der Vater bei seinen beiden Söhnen die Leidenschaft für diesen Sport.


Von Mathias Wagner


Mannheim. Während Mirco, der Ältere der Majewski-Brüder, mittlerweile für Eppelheim in der Regionalliga spielt, steht der 18 Jahre alte Denis mit den besten Jugendspielern seines Alters auf dem Eis. Eine andere Sportart als Eishockey kam für Majewski nie in Frage. Fußball zum Beispiel war für den Schüler keine Option. „Da habe ich mal ein halbes Training absolviert, aber es machte mir keine Freude“, berichtet Majeweski. Eishockey hingegen sah cool aus und mache Spaß, erklärt der Jungadler.

In Ludwigshafen betrat Denis Majewski zum ersten Mal die Eisfläche und probierte sich mit einem Schläger in der Hand. Beim ERC Ludwigshafen blieb er jedoch nur wenige Monate, bis es zum Wechsel zu den Eisbären Eppelheim kam. Drei Jahre später folgte der nächste Schritt: Er ging zu den Adlern. Claudio Preto, Jungadler-Vorstand, machte den Wechsel nach einem Gespräch mit Denis’ Vater perfekt.

Bei den Adlern angekommen, durchlief der sehr ruhig wirkende Sportler alle Jugendmannschaften bis hin zum DNL-Team von Trainer Frank Fischöder. Der ist zufrieden mit der Leistung des 18-Jährigen, „auch wenn seine Körpersprache manchmal besser sein könnte“, betont der Coach. Majewski, der seine bisherigen Einsätze zumeist als Stürmer hatte, soll in der kommenden Saison als Verteidiger auflaufen.

Auf der Defensivposition spielte er bereits wegen Personalmangels in den vergangenen Play-Offs und überzeugte seinen Trainer. „Da war er brutal gut“, lobt Fischöder seinen Schützling. Warum Majewski zum Verteidiger umgeschult wird, ist leicht zu erklären. „Er hat ein gutes Spielverständnis und ist schlau“, verdeutlicht Fischöder. Für einen Trainer sei diese Vielseitigkeit Majewskis ideal.

Diese Flexibilität muss der 18-Jährige zu Beginn der neuen Runde beweisen. Denn wegen einiger Ausfälle agiert Majewski derzeit als Mittelstürmer. Die Center-Position erfordert viel Verantwortung, die er gerne übernimmt. „Besonders, wenn man mit Jüngeren zusammenspielt, muss man die Führung übernehmen und die jungen Spieler mitziehen“, sagt der Eishockeyspieler.

Wie viele andere Spieler hat auch Majewski einige Marotten. So zieht er seine Ausrüstung zuerst links an. Ausgezogen wird jedoch erst die rechte Seite. Mit seinen Teamkollegen versteht er sich gut, besonders mit Tim Detig gibt es mitunter Frotzeleien. Auf dem Eis tritt der spielintelligente Majewski überlegt und ruhig auf. Manchmal sogar zu ruhig. „Wegen seines guten Spielverständnisses leidet ab und an die Laufbereitschaft“, erläutert sein Coach. Er hofft, ihn bald wieder in der Abwehr einsetzen zu können. Wo er spielen wird, ändert nichts an seinen Zielen. „Ich will Meister werden“, sagt Majewski selbstbewusst. Dass eine Wiederholung des Vorjahrestriumphes möglich ist, steht außer Frage. Schließlich sind die Jungadler Serienmeister.

Für Majewski dürfte es die letzte Chance sein, den DNL-Pokal in die Höhe zu stemmen. Denn nach dieser Spielzeit soll sein Weg weiter nach oben führen. Genauer gesagt, in den Profibereich. „Ein bis zwei Jahre Zweite Liga wären gut“, glaubt Fischöder, der in dem 18-jährigen Fachabiturienten Potenzial sieht. Die Oberliga ist keine Option, ist der Coach überzeugt. Am liebsten wäre es Majewski, wenn er als Profi für die Adler auflaufen würde. Dann in der großen SAP Arena und nicht mehr in der Nebenhalle.


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