Adler vermeiden Fehlstart

EISHOCKEY: Mannheim siegt bei Fishtown Penguins nach Penaltyschießen 5:4 – Desjardins enscheidet Partie


Von Volker Endres


Bremerhaven. Die Adler Mannheim haben den Fehlstart in der Deutschen Eishockey-Liga vermieden. Nach Penaltyschießen siegten die Adler gestern bei den Fishtown Pinguins Bremerhaven mit 5:4 (0:2, 1:1, 3:1, 0:0, 1:0).

Andre Desjardins verwandelte den entscheidenden Penalty für die Mannheimer, nachdem Tommi Huhtala sie mit dem Ausgleichstreffer 37 Sekunden vor dem Ende in die Verlängerung gerettet hatte.„Harte Arbeit“ hatte Trainer Pavel Gross von seiner Mannschaft gefordert. Und die musste noch härter arbeiten, als ihr lieb war. Gegen die unangenehmen und enorm bissigen Gastgeber taten die Mannheimer sich lange schwer. Sehr lange. Eben bis 37 Sekunden vor Schluss. Hier nutzte Huhtala eine doppelte Überlegenheit, denn zusätzlich zur Strafe gegen Patrick Alber von den Gastgebern beorderte Gross Torhüter Dennis Endras zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Endras war erst zehn Minuten vor dem Ende für Johan Gustafsson gekommen, der bei einer Rettungstat gegen Alber alles riskiert hatte und dabei von einem Bremerhavener am Kopf getroffen worden war.
Immerhin hielt er damit den 3:4-Rückstand fest. Den hatten die Adler sich selbst zuzuschreiben. „Wir müssen einfach von der Strafbank wegbleiben“, bilanzierte Matthias Plachta und spielte damit auf die ersten drei Gegentreffer an. Die beiden ersten durch Maxime Fortunus (10.) und Carson McMillan (15.) fielen mit einem Mann weniger auf dem Eis, beim dritten durch McMillan (39.) war Chad Billins gerade mal 13 Sekunden zurück von der Strafbank. Wenigstens schlug Mark Katic prompt zurück. Sein Schlenzer rauschte nur 15 Sekunden nach dem 0:3 hinter dem starken Tomas Pöpperle ins Netz, erhielt von Ben Smiths Rücken den entscheidenden Richtungswechsel (39.).

Dabei waren die Adler im fünf gegen fünf insgesamt die bessere Mannschaft. Umso größer die Wut, mit der der Meister zum dritten Abschnitt aus der Kabine kam. Und umso größer der Jubel bei den mitgereisten Fans, als Andrew Desjardins nach nur 57 Sekunden zum 3:2-Anschluss traf. Signal für ein furioses Mannheimer Feuerwerk? Mitnichten, obwohl die Ereignisse sich in den folgenden 71 Sekunden überschlugen. Zunächst beantwortete Cory Quirk den Anschluss mit einem Konter und dem 4:2 (42.), dann ließ David Wolf die Mannheimer mit dem 4:3 hoffen (43.). Ausgerechnet ein Überzahlspiel, gestern nicht wirklich eine Mannheimer Stärke, beendete die Drangphase. Vieles blieb Stückwerk gegen aufopferungsvoll verteidigende Gastgeber – bis in die Schlussminute. Im Penaltyschießen trafen Tim Stützle für Mannheim und Justin Feser für Bremerhaven.


So spielten sie
Fishtown Pinguins: Pöpperle – Moore, Fortunus; Dietz, Espeland; Weber, Alber; Horschel – Feser, Friesen, Uher; Verlic, Zengerle, Urbas; Hooton, Quirk, Mauermann; Gläser, McMillan, Sykora

Adler Mannheim: Gustafsson, Endras (ab 50:03) - Akdag, Billins; Lehtivuori, Krupp; Reul, Katic; Möser - Plachta, Desjardins, Wolf; Rendulic, Järvinen, Soramies; Huhtala, Smith, Stützle; Krämmer, Goc, Raedeke

Tore: 1:0 Fortunus (Feser) 9:44, 2:0 McMillan (Friesen) 14:50, 3:0 McMillan (Alber) 38:16, 3:1 Katic (Stützle) 38:31, 3;2 Desjardins (Wolf) 40:57, 4:2 Quirk 41:36, 4:3 Wolf (Plachta) 42:08, 4:4 Huhtala 59:23, 5:4 Desjardins - Strafminuten: 14 - 8 - Beste Spieler: Pöpperle, McMillan - Goc, Rendulic - Zuschauer: 4090 - Schiedsrichter: Rantala/Schrader (Finnland/Bochum).


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