Gehirnmassage wirkt

Eishockey: Adler steigern internationales Renommee


Von Mathias Wagner



Mannheim. Die Adler Mannheim haben es geschafft: Der deutsche Eishockey-Meister zieht nach dem 2:1-Sieg über Djurgården Stockholm als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions Hockey League (CHL) ein. Ein internationaler Prestigeerfolg. Ein Adler konnte über sein erstes Saisontor jubeln.

Etwas humpelnd und mit einem kühlenden Verband am Knöchel kam Stürmer Nico Krämmer nach dem Spiel in den Presseraum der SAP-Arena. „Alles gut“, merkte der Stürmer kurz an. Im zweiten Drittel hatte er einen Schuss auf den Knöchel bekommen. Doch trotz der kleineren Blessur merkte man ihm die Erleichterung an.

„Es ist ein super Gefühl, und dementsprechend ist auch die Stimmung in der Kabine“, sagte der Stürmer über den Erfolg, zu dem er das 2:0 beigetragen hatte. „Das tut dem Kopf schon gut“, bekannte Krämmer. Seine Reihenkollegen Phil Hungerecker, Marcel Goc und er selbst nehmen sich nach dem Training sehr viel Zeit und schießen viele Pucks aufs Tor, berichtete der Stürmer. Die Extraschichten haben sich gelohnt. „Ich musste nicht viel machen. Außer bremsen vor dem Tor und reinschieben“, beschrieb er seinen Treffer. Krämmer und seine Teamkollegen wollten das Spiel unbedingt gewinnen und nach der Niederlage von Sonntag in Straubing Wiedergutmachung betreiben.

„Wir wollten Gruppenerster sein“, sagte Pavel Gross über den Plan vor dem abschließenden CHL-Gruppenspiel gegen Stockholm. Für den Trainer ist es wichtig, kleine Ziele im Saisonverlauf zu haben. Das erste kleine Ziel ist erreicht – nach hartem Kampf. Und mit etwas „Gehirnmassage“ ...

Denn mit Zusammenschnitten aus Spielszenen der vergangenen Saison hatte das Trainerduo Gross/Pellegrims die Mannschaft aufs Stockholm-Spiel vorbereitet. „Die Jungs haben 20 Clips gezeigt bekommen, was wir gemacht haben. Wie aktiv, wie gnadenlos wir waren und wie stark wir läuferisch waren“, berichtete der Chefcoach. Diese Art der Videoanalyse schien zu wirken. So hätte Gross „auch kein Problem damit gehabt, wenn wir das Spiel verloren hätten“. Er war zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft, die am Sonntag in Straubing eher enttäuscht hatte.

Besonders in der Anfangsphase der CHL-Begegnung brachte der deutsche Meister viel Tempo, Druck und Spielwitz aufs Eis. Daraus resultierten nicht nur gute Torchancen, sondern auch die beiden Treffer von Markus Eisenschmid und Krämmer. Doch auch in der eigenen Zone präsentierte sich das Team aggressiv und eng am Mann. Der souveräne Dennis Endras hatte im Adler-Tor wenig zu tun.

Mit einer ähnlichen Leistung sollte es auch in der Deutschen Eishockey-Liga wieder Siege geben. Schon morgen? Da empfängt der deutsche Meister die Augsburger Panther. Am selben Tag – um die Mittagszeit – wird auch sein CHL-Achtelfinalgegner ausgelost. Gespielt wird dann am 12. und 19. November.


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